Im Kampf für gleiche Rechte, gleiche Chancen, sowie für den Frieden und die Abrüstung begeht die Frauenbewegung seit rund 100 Jahren den Internationalen Frauentag.

Begründerin war die deutsche Sozialdemokratin und Feministin Clara Zetkin. Beim internationalen sozialistischen Kongress 1910 in Kopenhagen ergriff sie die Initiative und reichte den Vorschlag zur Einrichtung eines internationalen Frauentags ein. Auf ihre Anregung hin versammelten sich Frauen in Deutschland, Dänemark, Österreich, Schweden und in der Schweiz. Ihre Hauptanliegen im Kampf um die gleichen Rechte waren das Frauenwahlrecht, aber auch das Einsetzen für den Frieden und die Fürsorge für Mutter und Kind.

Ursprünglich stammt die Idee eines Internationalen Frauentages aus den USA. Ein Frauenkomitee der Sozialistischen Partei wollte damit für das Frauenstimmrecht kämpfen. Auch in Europa fand die Bewegung schnell Zulauf in mehreren Ländern. Dänemark, Deutschland, Österreich und die Schweiz machten schließlich 1911 den Anfang und führten einen Frauentag ein. Warum der Frauentag auf den achten März festgelegt wurde, hat verschiedene Gründe. Zum Beispiel soll das Datum einigen Quellen zufolge an den Aufstand von Arbeiterinnen in Petersburg gegen das zaristische Russland und den Beginn der Februarrevolution erinnern. Die Veranstaltungen in Deutschland während der ersten Jahre, in denen der Frauentag begangen wurde, fanden viele Teilnehmer. Doch gleichzeitig begegnete den Frauen auch viel Kritik, selbst aus sozialistischen Reihen. Dennoch konnten sie schon bald erste Erfolge verbuchen: am 12. November 1918 war es endlich in Deutschland soweit, und das allgemeine und gleiche Wahlrecht für beide Geschlechter wurde eingeführt. 1919 schrieb die Weimarer Verfassung außerdem die staatsbürgerliche Gleichberechtigung fest. Frauen wurden somit ab sofort zu öffentlichen Ämtern zugelassen. Da sie nun ihre Bürgerrechte erreicht hatten, setzten die Frauen in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg den Akzent auf die Wiederherstellung und Erhaltung des Friedens. Die Nazi-Diktatur setzte den ersten Erfolgen der Frauenbewegung allerdings vorerst ein jähes Ende. Im Zusammenhang mit der massiven Propagierung der Mutterschaft wurde der Frauentag verboten. Das passive Wahlrecht sowie weitere Rechte, beispielsweise die Möglichkeit einer Habilitation an einer Universität, wurden den Frauen wieder genommen. Nach Kriegsende wurden diese Verbote rückgängig gemacht, eine sofortige offizielle Wiedereinführung des Frauentags fand allerdings nur in der Sowjetischen Besatzungszone statt. Der Frauentag wurde in der DDR als Festtag sehr von der Staatspartei SED beeinflusst und ideologisch instrumentalisiert. Während er zunächst den Charakter einer rein sozialistischen Veranstaltung hatte, wurde der Tag der Frauen ab den späten 1980ern festlicher und ungezwungener begangen. In Westdeutschland veranstalteten Sozialdemokratinnen seit 1948 wieder Frauentage, allerdings ging die Bedeutung dieses Tages allmählich verloren. Ihnen ist es allerdings zu verdanken, dass auch heute noch die zentralen Themen Frieden und Abrüstung in den internationalen Frauentag verankert sind.

Heute geht es um Themen wie Gleichstellung im Arbeitsleben, Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Gewalt gegen Frauen. Der Tag ist unter anderem in mehreren Ländern der ehemaligen Sowjetunion sowie in west- und zentralafrikanischen Ländern ein Feiertag.

Zusammengestellt von Melanie Frank.

Quellen: dpa.de, goethe.de.

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