Ifa-Redakteurin Malina Weindl war seit September 2011 für den deutschen Teil der DAZ zuständig und verlässt nun nach einem Jahr Kasachstan.

Die Deutsche Allgemeine Zeitung wird als Minderheitenzeitung in Kasachstan seit mehreren Jahren vom Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) in Stuttgart unterstützt. Im Rahmen des Programms „Förderung deutscher Minderheiten“ entsendet das ifa alle ein bis zwei Jahre muttersprachliche Redakteure von Deutschland in Redaktionen und Vereine der Deutschen Minderheit, u.a. auch in die Deutsche Allgemeine Zeitung nach Almaty. Die ifa-Mitarbeiter unterstützen die Kultur- und Medienarbeit der Minderheitenorganisationen und gewährleisten, dass entsprechende Kenntnisse über die Kultur Deutschlands und der deutschen Sprache in die Redaktions arbeit miteingebracht werden.

Malina Weindl war seit September 2011 für den deutschen Teil der DAZ zuständig und verlässt nun nach einem Jahr Kasachstan. Wir als ihre Kollegen in der DAZ sind davon überzeugt, dass sie die Zusammenarbeit mit unserer Zeitung in guter Erinnerung behalten wird.

DAZ: Malina, wie hat Dir Dein Arbeitsjahr in der Redaktion der Deutschen Allgemeinen Zeitung gefallen, worin siehst Du die Schwerpunkte Deiner Arbeit?

Malina Weindl: Das Jahr ist so schnell vergangen, ich kann es selbst kaum glauben. Die Arbeit als ifa-Redakteurin in der DAZ-Redaktion und als Pressevertreterin „on tour“ hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich hatte das Glück, in ein tolles Arbeitsteam zu kommen und gehe deswegen mit etwas Wehmut. Was meine Aufgabe hier betrifft, so sah ich mich gleichzeitig als ifa-Mitarbeiterin und als ein Mitglied der DAZ-Redaktion. Das ifa ist ja ein wichtiger Partner der Assoziation der Deutschen in Kasachstan „Wiedergeburt“. Als Minderheitenorganisation ist die „Wiedergeburt“ zudem Herausgeberin der Zeitung.

Allerdings findet die eigentliche Arbeit, so meine Sichtweise, hier vor Ort statt. Es ist daher wichtig, diese bedeutende Brückenfunktion zu verstehen und als Mittler zwischen beiden Organisationen sowie den beiden Kulturen – Deutschlands und Kasachstans – aufzutreten.

Als Redakteurin war ich für den deutschen Teil der DAZ zuständig. Als deutsch-russischsprachige Wochenzeitung teilt sich die DAZ ja in deutsche und russische Texte, die allerdings thematisch eigenständig sind. Dies bedeutete, dass ich von der Blattplanung, der Recherche über das Verfassen von Artikeln bis zur Endredaktion und zum Layout für die deutschen Seiten verantwortlich war. Die Themen gingen mir dabei nie aus: In diese Zeit fielen verschiedene Veranstaltungen der Deutschmittler-Organisationen, Wirtschaftsvereine, kasachischer Bildungseinrichtungen, deren Berichterstattung eindeutiger Schwerpunkt meiner Arbeit war. So konnten wir in der DAZ über den Europäischen Sprachentag, den Deutschlehrertag, den 13. Tag der Deutschen Wirtschaft in Kasachstan oder aber über die Bildungsmesse in Almaty berichten. Eines der spannendsten Projekte für mich als ifa-Redakteurin war die Planung und Durchführung der VI. Zentralasiatischen Medienwerkstatt als wichtiges Medienprojekt des ifa. Neben meiner redaktionellen Tätigkeit konnte ich viele Kontakte knüpfen, so auch zur Friedrich-Ebert-Stiftung Almaty. Hier ergaben sich interessante Vortragsreisen durch ganz Kasachstan, auf denen ich nicht nur fachlich, sondern auch interkulturell viel gelernt habe.

Für mich war es insgesamt eine sehr schöne Zeit und ein äußerst abwechslungsreiches Jahr.

Wie hat sich die Zusammenarbeit mit der Assoziation der Deutschen in Kasachstan gestaltet? Eindrücke hatten sie von den Vertretern der deutschen Minderheit?

In der Vorbereitung auf meine Aufgabe in der Redaktion hatte ich bereits vor meiner Abreise viel zum Thema „Deutsche Minderheit“ und „Kasachstan/Russlanddeutsche“ gelesen. Außerdem pflege ich seit Jahren enge freundschaftliche Kontakte zu russlanddeutschen Aussiedlern in Deutschland. Hier in Kasachstan erlebte ich sowohl im Deutschen Haus Almaty als auch auf Veranstaltungen der „Wiedergeburt“ in den Regionen eine sehr herzliche Atmosphäre im Kreise der Deutschen. Sowohl die junge als auch die ältere Generation ist sehr engagiert in der Organisation von kulturellen, sozialen und Jugendprojekten. Die Assoziation der Deutschen „Wiedergeburt“ ist in allen Regionen Kasachstans mit insgesamt 33 Begegnungszentren vertreten. Dort finden Sprachkurse, Sonntagsschulen für Kinder und auch Treffen mit älteren Menschen und sogar Zeitzeugen der grausamen Deportation von 1941 statt.

All dies hat mich stark beeindruckt, und ich hoffe, dass die deutsche Minderheit auch in Zukunft ihre Aufgaben und Ziele weiterhin mutig und engagiert verfolgt.

Was waren die schönsten Erlebnisse für Dich in Kasachstan? Welche Eindrücke nimmst Du mit nach Deutschland zurück?

Nach meinem Empfinden herrscht hier eine unglaubliche Lebensintensität vor. Diesen Eindruck werden vielleicht andere auch erhalten haben: Man kann an einem Tag wahnsinnig viel erleben und das in einer Geschwindigkeit, von der einem schon der Kopf schwirrt. Auf der anderen Seite beeindruckten mich die gelassene Mentalität der Menschen, das südliche Flair der Stadt Almaty und die atemberaubende Natur. Almaty ist meine Lieblingsstadt in Kasachstan und mit den Bergen des Trans-Ili-Alataus (Tienschan-Gebirge) im Süden auch sehr schön. Fast jedes Wochenende ging es raus in die Natur, ob in den Bergen wandern, Skifahren oder in die Steppe. Für mich bleiben es unvergessliche Augenblicke.

Was wünschen Sie der Deutschen Allgemeinen Zeitung und den Deutschen in Kasachstan?

Meinen Kollegen in der Redaktion der Deutschen Allgemeinen Zeitung wünsche ich, dass sie weiterhin mit Enthusiasmus und Freude an ihre wertvolle journalistische Arbeit gehen und durch ihre Berichterstattung auf alle Ereignisse innerhalb der Deutschen Minderheit, aber auch in den deutsch-kasachischen Beziehungen aufmerksam machen.

Beruflich und privat wünsche ich allen Glück, Gesundheit und Zufriedenheit. Allen Deutschstämmigen und vor allem der „Wiedergeburt“ weiterhin viel Erfolg in ihrer Lebensaufgabe, der Minderheit eine Stimme zu verleihen! Außerdem hoffe ich für die Redaktion und die Leser der DAZ, dass die Zeitung noch lange Zeit existiert! Alles Gute!

Mit Malina Weindl sprach Olesja Klimenko.

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