Mit Ablauf dieses Jahres endet die deutsche Beteiligung am Krieg im Afghanistan. Es sollen aber nicht alle Soldaten abgezogen werden, denn ihr Einsatz unterstützt auch die Interessen Usbekistans.

Seit zwölf Jahren beteiligt sich die Bundeswehr am Krieg in Afghanistan, um Sicherheit im Land zu schaffen und beim Aufbau des demokratischen afghanischen Staats zu helfen. Die Bundeswehr in Afghanistan steht unter dem Mandat der Internationalen Sicherheitsunterstützungstruppe ISAF (International Security Assistance Force).

Deutschland stellt mit etwa 3.300 Soldaten das drittgrößte ausländische Truppenkontingent in Afghanistan nach den USA und Großbritannien. Was passiert aber mit der Bundeswehr in Afghanistan nach Ablauf dieses Jahres, wenn das ISAF-Mandat ausläuft? Wird die Bundeswehr die Mission als beendet annehmen und seine Soldaten nach Hause schicken oder wird es neue Perspektiven geben?

Seit 2011 wird von Seiten der ISAF kontinuierlich Verantwortung an die afghanischen Streitkräfte übergeben. Ende 2014 werden die ISAF und die NATO ihre Missionen in Afghanistan beenden. Das bedeutet, dass die NATO-Soldaten Afghanistan verlassen müssen.
Ende 2013 liefen Verhandlungen zwischen Washington und Kabul über ein bilaterales Sicherheitsabkommen (BSA – bilateral Security Agreement). Darin fordert der amerikanische Präsident Barak Obama eine Erlaubnis, weiterhin eine bestimmte Anzahl Soldaten in Afghanistan zu stationieren. Allerdings hat der afghanische Präsident Hamid Karsai dieses Abkommen noch nicht unterzeichnet.

Deutschland hat ebenso Bereitschaft signalisiert, nach dem Ende der ISAF-Mission seine Bundeswehrsoldaten nicht völlig aus Afghanistan abzuziehen, berichtet der Spiegel. Für die von der NATO geplante Trainingsmission „Resolute Support“, werden sich ca. 800 deutsche Soldaten an der Ausbildung afghanischer Streitkräfte beteiligen.

Des Weiteren wird Deutschland noch mindestens bis 2016 pro Jahr bis zu 430 Millionen Euro für die Mission in Afghanistan bereitstellen. Nach Informationen der Stiftung Wissenschaft und Politik wurde die langfristige zivile Unterstützung Afghanistans durch die Bundesrepublik im Mai 2012 durch ein bilaterales Partnerschaftsabkommen gefestigt. Dadurch wurden wirtschaftliche, politische und kulturelle Beziehungen manifestiert.

Darüber hinaus kooperiert die Bundesrepublik eng mit Usbekistan. Seit der Teilnahme deutscher Soldaten am regionalen Wiederaufbau, unterstützt Usbekistan das deutsche Engagement mit einem Lufttransportstützpunkt im südusbekischen Termiz. Usbekistan und Afghanistan trennt eine 137 km lange Grenze. Dank den deutschen Soldaten ist diese Grenze Usbekistans gesichert. Außerdem leben in Nordafghanistan zahlreiche Usbeken. Sie gehören zur ethnischen Minderheit Afghanistans, deren Anzahl 10 Prozent der gesamten Bevölkerung ausmacht. Deswegen ist Usbekistan auch weiterhin daran interessiert, dass deutsche Streitkräfte in der Nähe sind und mit ihrem Einsatz auch die ethnischen Usbeken in Afghanistan unterstützen.

Die Hauptaufgabe der NATO-Mission in Afghanistan war die Vernichtung des Taliban-Regimes und der Kampf gegen den Terror. Nach dem Terroranschlag vom 11. September begannen die NATO-Staaten die Operation „Enduring Freedom“ in Afghanistan. „Enduring Freedom“ und „ISAF“ hatten allerdings unterschiedliche Ziele. Deutschland engagiert sich nur im „ISAF-Programm“.

Die deutsche Regierung sendete 2003 Soldaten zum Hindukusch. Diese waren jedoch nicht direkt in Kampfeinsätze verwickelt, sondern planten, dem afghanischen Volk Hilfe zu leisten, um einen legitimierten demokratischen Staat aufzubauen. Deshalb wurden in Nordafghanistan von deutschen Soldaten regionale Wiederaufbauteams PRT (Provincial Reconstruction Teams) eingerichtet.

Darunter kann man folgende Projekte des Auswärtigen Amts auflisten: Dank der deutschen Initiative wurde in Masar-e-Scharif ein neuer Flughafen gebaut. Daneben wurden neue Krankenhäuser für den Norden Afghanistans und Mädchenschulen und Straßen errichtet. Es gab noch weitere humanitäre und zivile Projekte, um die Situation im Nordafghanistan zu verbessern. Dazu zählt auch die Ausbildung von Hunderten neu ausgebildeter Streitkräfte Afghanistans. Nach Angaben der Bundeswehr wurden durch die deutsche Beteiligung am Krieg in Afghanistan 55 deutsche Soldaten getötet.

Von Oybek Khamdamov

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