Ulrike John (dpa)

Sie stürmen wild drauflos, sind technisch top ausgebildet, haben eine tolle Quote und machen damit Robert Lewandowski mächtig Feuer. Jahrelang ging die Torjäger-Kanone nur über den polnischen Angreifer, jetzt aber begeistert eine neue Stürmer-Generation die Bundesliga: Alassane Pléa von Borussia Mönchengladbach, Francisco «Paco» Alcácer bei Borussia Dortmund und Joelinton von der TSG 1899 Hoffenheim. Dazu kommt ein furioses Trio bei Eintracht Frankfurt.

Dreimal war der inzwischen 30 Jahre alte Lewandowski Torschützenkönig: 2014, 2016, 2018, dazwischen hatten sich nur Alex Meier (2015) und Pierre-Emerick Aubameyang (2017) vorgedrängelt. Mit sieben Saisontreffern liegt der Profi des FC Bayern nach knapp einem Drittel der Saison zwar gut im Rennen. Doch Frankfurts Luka Jovic führt das Ranking mit neun Toren an, sechs davon hat der Serbe übrigens mit Links erzielt – fünf Mal traf er alleine gegen Düsseldorf. Das Trikot des 20-Jährigen von jenem Spiel liegt im Eintracht-Museum.

Jovic, sagt sein Trainer Adi Hütter, «ist vor dem Tor eine Granate, ein absoluter Knipser». Sportvorstand Fredi Bobic schwärmt: «Ein unfassbarer Box-Spieler.» Die Leihgabe von Benfica Lissabon saß in er vergangenen Runde oft auf der Bank. Dass die Frankfurter die Kaufoption mit einer Ablöse von gut zehn Millionen Euro ziehen, ist längst ausgemachte Sache. Neben Jovic trifft der Franzose Sébastien Haller fast nach Belieben – mit acht Toren und sechs Assists ist er gemeinsam mit Dortmunds Nationalspieler Marco Reus Topscorer der Liga. Und hinter Jovic und Haller wirbelt in Frankfurt mit dem Kroaten Ante Rebic noch ein Vize-Weltmeister.

Die zweite ganz große Stürmer-Entdeckung neben Jovic heißt Paco Alcácer. Der Sohn eines Orangenpflückers trifft auch in der spanischen Nationalmannschaft regelmäßig. Sein Siegtor gegen den FC Bayern und vor allem seine Bilanz bei Borussia Dortmund berauscht die BVB-Fans: acht Treffer in sechs Spielen, von denen er nur zwei von Beginn an bestritten hat. Den abgewanderten Offensiv-Assen Aubameyang (FC Arsenal) und Ousmane Dembélé (FC Barcelona) weint beim Tabellenführer niemand mehr nach.

Derweil feiern die Anhänger von Borussia Mönchengladbach Neuzugang Plea nicht nur für seine bisher acht Treffer: Mit einem Notenschnitt von 2,4 ist er laut «Kicker» auch der bisher beste Feldspieler der Liga. Und der für 23 Millionen Euro von Nizza gekommene Stürmer – wieder mal ein Volltreffer von Manager Max Eberl – gab am Dienstagabend beim 1:0 gegen Uruguay sogar sein Debüt für Weltmeister Frankreich. «Es ist nicht mein Ziel, bester Torschütze der Liga zu werden, sondern der Mannschaft zu helfen», sagte Plea artig.

Bei der TSG 1899 Hoffenheim ist die Freude groß über gleich zwei neue Goalgetter. Joelinton Cassio Apolinario de Lira (vier Tore, fünf Assists) überzeugt als Brechertyp. „Salopp gesagt: Das ist ein Tier, der Typ. Wahnsinn, wie er sich durchtankt. Ein Typ, der schwer kaputtzukriegen ist. Er marschiert, bis ihm die Zunge auf dem Boden hängt», sagte Trainer Julian Nagelsmann. Am Mittwoch verlängerten die Kraichgauer den Vertrag mit dem Brasilianer um zwei Jahre bis 2022. Die zweijährige Leihe zu Rapid Wien hat Joelinton gut getan. Sein Vorbild ist Ronaldo, sein nächstes großes Ziel: Für mein Land aufzulaufen.“

Als Riesentalent machte auch der erst 18 Jahre alte Reiss Nelson auf sich aufmerksam. Der englische U21-Nationalspieler, ohne Kaufoption ausgeliehen vom FC Arsenal, benötigte für seine ersten sechs Tore gerade mal elf Torschüsse und sieben Spiele. Und Lewandowski? Mit sieben Toren aus bislang zehn Ligaspielen hat der Bayern-Routinier zwar eine akzeptable Quote vorzuweisen und in Champions League und DFB-Pokal kommt er auf fünf weitere Treffer. Allerdings merkt auch der Pole, dass es in dieser Saison im Spielaufbau der Bayern immer wieder hakt und er seltener bedient wird. Seinen Unmut darüber hat er Berichten zufolge bereits bei Coach Niko Kovac vorgebracht.

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