Pankration oder Kampf ohne Regeln nennt sich eine Sportart, die ihre Wurzeln in der Antike hat. Ein Wettkampf in Astana stand unter dem Motto „Pankration gegen Jugendkriminalität“.

Die achteckige Arena wird von einem festen Netz begrenzt. Der Schiedsrichter im Ring, der gleichzeitig Veranstalter des Wettbewerbs ist, trägt einen roten Anzug. Warum rot? „Weil die Bluttropfen der Kämpfer oft auf den Anzug gelangen“, antwortete Erik Assenow, Präsident der Asiatischen Pankration, der innerhalb von 22 Jahren schon 109 Pankration-Wettbewerbe organisierte. Auch die Wahl des Zirkus als Veranstaltungsort für den Wettkampf war nicht zufällig. „Die Zirkusarena hat Ähnlichkeit mit dem Amphitheater in Griechenland“, sagt Assenow, während er die Zuschauer begrüßt. Die Veranstaltung beginnt mit einem Auftritt des Sängers und Verdienten Künstlers der Republik Kasachstan Kairat Achmetow.

Insgesamt 73 Kämpfer nehmen teil. Sie stammen aus Tadschikistan, Kirgisistan, den russischen Teilrepubliken Inguschetien, Tschetschenien und Sacha-Jakutien sowie verschiedenen Ecken von Kasachstan. Um den Ehrentitel des Pokals von Eurasien kämpften 53 Teilnehmer. In den unterschiedlichen Gewichtsklassen siegten Kanatbek Keldybekow (60 kg) aus Kirgisistan, Alik Albagatajew (70 kg) aus Karaganda, Aibek Samitajew (75 kg) aus Ust-Kamenogorsk, Artur Odilbekow (80 kg) aus der Republik Sacha-Jakutien, Sujarbek Faichow (85 kg) aus Tadschikistan und Schachmaral Dschetpissow (85+ kg) aus Almaty. In der Kategorie „Rating-Kampf“ gewann Adil Buranbajew aus Almaty.

Im finalen Kampf um den Titel des Weltmeisters in der Gewichtsklasse bis 65 Kilo trafen der 27-jährige Jerschan Jestanow aus Almaty und der 19-jährige Kanat Dosmagambetow aufeinander. „Die beiden sind die stärksten Kämpfer. Aber Jerschan Jestanow hat gewonnen, weil er mehr Erfahrung hat. Er ist doch älter und schlauer als sein Gegner“, sagte Kampfrichter Sajat Jerschanow. Der Veranstalter des Wettbewerbs erklärte, warum man sich für die Kategorie „bis 65 Kilo“ in der Weltmeisterschaft entschieden hat. „Im Vorauswahlprozess haben wir bemerkt, dass es in Kasachstan viele Kämpfer mit einem Gewicht von 65 Kilo gibt, die sicher Anwärter auf den Meistertitel sind“, so Erik Assenow.

Kampf als Mittel gegen Kriminalität?

„In Kasachstan ist der Sport gut entwickelt. Mir gefällt es sehr, dass wir durch die Medien mehr Jugendliche für den Sport gewinnen können. Diejenigen, die zum Beispiel aus ungünstigen Familien stammen, haben so eine gute Möglichkeit, sich nicht in einem Keller zu versammeln, sondern in einem Trainingssaal. Und es verbessert das moralische Klima“, äußerte Violetta Tonkonogowa, Vorsitzende des Mentorenrates des Republikanischen Frauenrates, ihre Meinung zur sozialen Mission dieser Veranstaltung. Jedes Jahr besucht sie Pankration-Wettbewerbe, in den vergangenen Jahren aber war sie auch Organisatorin, die für die Unterkunft und die Verpflegung der zum Wettbewerb gekommenen Gäste zuständig war. Innerhalb von zwei Wettbewerbstagen wurden von den Zuschauern Spenden gesammelt, mit denen der Sportkomplex „Maxat“ unterstützt werden soll. Der Gründer dieses Sportkomplexes, Maxat Schandarbekow, empfängt in den Räumlichkeiten seines Trainingssaals Kinder, die keine finanzielle Möglichkeit haben, den Kampfunterricht zu bezahlen.

Pankration ist eine uralte olympische Art des Zweikampfs, die ihren Namen aus den griechischen Begriffen pan (alles) und kratos (Kraft) herleitet. Diese Art vom Kampf vereinigt Elemente aus Judo, Kickboxen, Jiu-Jitsu u.a. Seit dem Jahre 1990 entwickelt Erik Assenow, Cheftrainer der Kasachischen Pankration-Nationalmannschaft, diese Kampfrichtung in Kasachstan sowie in der zentralasiatischen Region. Obwohl Pankration Elemente von Grausamkeit aufweist, verteidigen Anhänger die Sportart als „nicht absolut brutal“.

Von Xenia Sutula

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