Die diplomatischen Vertretungen Deutschlands, Frankreichs, Österreichs und der Schweiz veranstalteten am 10. Dezember ihr traditionelles Weihnachtskonzert. Die Veranstaltung lockte rund 600 Besucher in die Schambyl-Philharmonie, die sich mit Klängen von Bach, Händel, Vivaldi, Chopin und anderen auf das bevorstehende Weihnachtsfest einstimmten. 

MIt einem weihnachtlichen „Halleluja!“, dargeboten vom „Koktem“-Kinderchor wurde das diesjährige, traditionelle Weihnachtskonzert in Almaty eröffnet. Am 10. Dezember luden die Botschaften der Bundesrepublik Deutschland und Frankreichs sowie das Generalkonsulat der Schweiz, das Honorarkonsulat Österreichs, das Goethe-Institut Almaty, die Alliance Francaise und die „Deutsch-Kasachstanische Assoziation der Unternehmer“ in die staatliche Schambyl-Philharmonie. Ein reichhaltiges und ausgewogenes Programm erwartete die Gäste. Von Bach über Chopin, Debussy bis hin zu Händel und Vivaldi reichte die Liste der Werke: somit war für jeden der zahlreichen Besucher etwas dabei. Kein Wunder, dass die Philharmonie, die laut Catrione Garrett, Schatzmeisterin des „Internationalen Frauenklubs“, bei anderen Veranstaltungen oft schlecht besucht ist, an diesem Abend beinahe bis auf den letzten Platz gefüllt war. Das Weihnachtskonzert ist unter der Bevölkerung Almatys längst kein Geheimtipp mehr: Auch dieses Jahr wurden wieder nahezu 600 Besucher angelockt.

Erst Klassik, dann Glühwein

Eröffnet wurde die Veranstaltung mit Grußworten der Veranstalter. Als besonders eindrucksvoll erwies sich die Rede des Kulturbeauftragten der französischen Botschaft, Francois Olivier Seys. Er begrüßte die Besucher gleich in drei verschiedenen Sprachen: Kasachisch, Russisch und Französisch. Humor bewies hingegen der österreichische Honorarkonsul Klaus Reinhofer: „Nach der Veranstaltung gibt es im zweiten Stockwerk Häppchen und Glühwein. Also, durchhalten!“

Nach diesen aufmunternden Worten begann das Programm mit dem Kinderchor „Koktem“ der Musikschule Nr. 1, der von Natalia Tschetschel geleitet wird.

Im Anschluss gab Professor Gabit Nessipbajew eine eindrucksvolle Kostprobe seines Orgelspiels. Mit Werken von Bach, wie etwa dem „Präludium in G“, den acht Orgelchorälen und der „Fantasie in G“, gefolgt von Balbastres „Premiere Suite de Noel“, beschloss er den ersten Teil des Konzertabends.

Viel Abwechslung

Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden. Dies schien auch den Veranstaltern bewusst zu sein, die das Programm dementsprechend abwechslungsreich gestalteten. Das Publikum war begeistert. Während sich Garrett ganz vom Pianisten Daniar Jessimchanow, der Chopin und Debussy vortrug, beeindruckt zeigte, schwärmte ihre Bekannte Catherine Lehouchu für den letzten Teil des Programms. Unter der Leitung von Professor Anwar Akbarow spielte das Kammerorchester des Kurmangasy-Konservatoriums Händels Passacaglia und den „Winter“ aus Vivaldis „Vier Jahreszeiten“. „Das war für mich der absolute Höhepunkt des Abends“, so Lehouchu.

So wie sie dürften einige empfunden haben, denn der Applaus nach knapp zweieinhalb Stunden Konzert war so intensiv, dass das Kammerorchester noch eine Zugabe geben musste. Nach den „Ungarischen Tänzen“ von Brahms ging man dann aber endgültig zum gemütlichen Teil des Abends über. Bei Glühwein, Häppchen, Tee, Kaffee und Kuchen ließen die meisten der Besucher den schönen Abend ausklingen und nutzten die nette Atmosphäre in der Philharmonie, um Kontakte zu pflegen und ihre Erlebnisse mit anderen Besuchern auszutauschen. Einzig Gulmira Schandybajewa vom Kasachischen Fernsehen befand, dass die ausgewählten Stücke zu wenig Weihnachtsstimmung aufkommen  ließen. „Ein solches Konzert kann man das ganze Jahr über in der Philharmonie erleben“, meinte sie.
Dennoch entstand durchaus der Eindruck, dass sich die meisten Gäste an diesem Abend durchaus in festlicher Stimmung auf den Heimweg machten. Neben Orgelspiel und Kinderchor tat der Glühwein wohl sein Übriges.

Von Christoph Salzl und Jan Peter

22/12/06

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