Stromanlagen gibt es gegenwärtig in Kasachstan genügend. Viele werden infolge fehlender Nachfrage sogar schlecht ausgenutzt oder befinden sich voll in Reserve. Das mag man zwar angesichts der häufiger werdenden Stromabschaltungen in Almaty und anderswo nicht immer glauben. Die Ursache ist aber der schlechte Zustand der Übertragungseinrichtungen und der Transformatoren.

Stromanlagen gibt es gegenwärtig in Kasachstan genügend. Viele werden infolge fehlender Nachfrage sogar schlecht ausgenutzt oder befinden sich voll in Reserve. Das mag man zwar angesichts der häufiger werdenden Stromabschaltungen in Almaty und anderswo nicht immer glauben. Die Ursache ist aber der schlechte Zustand der Übertragungseinrichtungen und der Transformatoren. Auch der unkoordinierte Bau neuer energieverbrauchender Anlagen und Gebäude, die die Überlastung der vorhandenen Uralt-Übertragungsanlagen noch verstärken, kommt erschwerend hinzu.

In den letzten Monaten ist nun landesweit mit dem Neubau von Kraftwerken begonnen worden. Das ist trotz des gegenwärtig nicht gegebenen Mangels an Elektroenergie eindeutig richtig, sind doch Kraftwerksanlagen sehr kapital- und zeitintensive Vorhaben. Lobenswert ist auf jeden Fall, dass der Schwerpunkt auf den Ausbau der Wasserkraftnutzung, also einer umweltfreundlichen, regenerierbaren Energiequelle liegt. Hier liegt noch viel Potenzial.

Unbemerkt von der Öffentlichkeit wird allerdings das Projekt eines Kernkraftwerkes am Balchaschsee vorangetrieben, das in vieler Hinsicht bedenklich stimmen muss. Da ist zum einen der jetzt bereits ökologisch stark angeschlagene Balchaschsee, dessen Zustand durch die künftige Entnahme sehr großer Kühlwassermengen sicher nicht besser wird. Da sind vor allem auch die immensen Baukosten von etwa 20 Mrd. Dollar, was etwa der Hälfte des heutigen BIP Kasachstans entspricht. Man könnte den gleichen Effekt – Verfügbarkeit von mehr Strom – mit wesentlich geringerem finanziellen Aufwand erreichen. Energieeinsparung müsste also auf der Agenda ganz oben stehen. Doch gering spektakuläre, dezentrale Lösungen mit schon vorhandenen Technologien scheinen die Politiker weniger zu reizen. Das bloße Vorhandensein großer Uranvorkommen hierzulande sollte nicht das Hauptargument für weiter praktizierte umfassende Verschwendung knapper Ressourcen sein.

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