Faust gegen Faust: Boxer aus Zentralasien beenden die Box-WM mit zwölf Medaillen

Der entscheidende Schlag gegen den Kubaner Roniel Iglesias im Finale, der Shakhram Giyasow aus Usbekistan Gold brachte.
Der entscheidende Schlag gegen den Kubaner Roniel Iglesias im Finale, der Shakhram Giyasow aus Usbekistan Gold brachte. | Foto: Autor

Bei der Box-WM in Hamburg haben die Teilnehmer aus Zentralasien überzeugt. Sieben Mal standen sie im Finale. Am Ende holten Kairat Yeraliyev aus Kasachstan und Shakhram Giyasov aus Usbekistan Gold. Die Weltmeisterschaft im Amateurboxen ist das wichtigste Ereignis nach der Olympiade und findet alle zwei Jahre statt.

Sie kämpfen bis einer K.O. geht. Bei der Weltmeisterschaft im Amateurboxen, die vom 25. August bis zum 2. September in Hamburg stattfand, schenkten sich die Teilnehmer nichts. In zehn Gewichtsklassen boxten sich 280 Sportler aus 85 Ländern von Runde zu Runde. Besonders erfolgreich waren dabei die Boxer aus Kuba und Zentralasien. Die Kubaner holten gleich fünf der zehn Goldmedaillen und zwei Mal Silber.

Nach Kuba folgten Usbekistan, Kasachstan, Aserbaidschan, Frankreich und die Ukraine. Kasachstan und Usbekistan waren unter GUS-Ländern die erfolgreichsten. Usbekistan hat eine Gold-, drei Silber- und zwei Bronzemedaillen gewonnen. Außerdem wurde der usbekische Boxer Shakhram Giyasow, der im Weltergewicht Gold holte, zum „Besten Boxer der Weltmeisterschaft 2017“ gewählt. Die Boxer aus Kasachstan haben einmal den ersten Platz, zwei Mal den zweiten- und drei Mal den dritten Platz belegt. Russland ging, wie schon in den Jahren zuvor, leer aus. Von den zehn deutschen Teilnehmern erreichte keiner das Finale. Der Deutsche Boxsport-Verband konnte sich nur über eine Bronzemedaille von Europameister Abbas Baraou im Weltergewicht freuen.

Die beiden Teams aus Zentralasien hatten sehr engagierte Fans, die aus ganz Europa angereist waren. Von den Trainern wurde ihnen extra gezeigt, wann und wie sie zu klatschen und jubeln haben, zum Beispiel sagte der usbekische Trainer, dass man nach jedem Schlag möglichst laut jubeln solle, um die Kampfrichter zu verirren. Positiv zu erwähnen ist, dass sich die Fans aus Kasachstan und Usbekistan gegenseitig unterstützt haben.

Ein Sonderfall der diesjährigen Weltmeisterschaft war, dass drei Boxer aus Angola während der Fahrt nach Hamburg das Team verließen. Später stellte sich heraus, dass sie in Frankreich Asyl gesucht hatten. Die WM wurde zum ersten Mal von Kuba 1974 veranstaltet. Seitdem findet sie alle vier Jahre und seit 1988 alle zwei Jahre statt. In Deutschland gastierte sie zuletzt 1995 in Berlin. Hamburg hatte sich gegen Taschkent (Usbekistan) und Sotschi (Russland) als Austragungsort für 2017 durchgesetzt. Es war insgesamt die zwanzigste WM und 2019 wird sie in Sotschi veranstaltet.

Die Gewinner der Finalkämpfe im Überblick

Halbfliegengewicht (46-49 kg): Joahnys Argilagos (Kuba; 3:2 im Finale gegen Hasanboy Dusmatov, Usbekistan)
Fliegengewicht (-52 kg): Yosbany Veitia (Kuba; 5:0 im Finale gegen Jasurbek Latipov, Usbekistan)
Bantamgewicht (-56 kg): Kairat Yeraliyev (Kasachstan; 5:0 im Finale gegen Duke Ragan, USA)
Leichtgewicht (-60 kg): Sofiane Oumiha (Frankreich; 5:0 im Finale gegen Lazaro Alvarez Estrada, Kuba)
Halbweltergewicht (-64 kg): Andy Cruz Gomez (Kuba; 5:0 im Finale gegen Ikboljon Kholdarov, Usbekistan)
Weltergewicht (-69 kg): Shakhram Giyasov (Usbekistan; 5:0 im Finale gegen Roniel Iglesias, Kuba)
Mittelgewicht (-75 kg): Oleksandr Khyzhniak (Ukraine; 5:0 im Finale gegen Abilkhan Amankul, Kasachstan)
Halbschwergewicht (-81 kg): Julio La Cruz (Kuba, 5:0 im Finale gegen Joseph Ward, Irland)
Schwergewicht (-91 kg): Erislandy Savon (Kuba; 3:2 im Finale gegen Evgeny Tishchenko, Russland)
Superschwergewicht (+91 kg): Mahammadrasul Majidov (Aserbaidschan, 4:1 im Finale gegen Kamshybek Kunkabayev, Kasachstan)