Frauen an die Macht? In Deutschland sorgt die Forderung nach einer gesetzlichen Frauenquote in Unternehmen für Kontroversen unter Politikern. Dabei, meint DAZ-Praktikantin Christine Faget, geht der „Kampf“ der Geschlechter die Regierung herzlich wenig an.

40 Prozent der Stellen in den Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen sollen von Frauen besetzt werden, fordert die Justizkomissarin der Europäischen Union, Viviane Reding. Und löste damit eine heiße Debatte in Deutschland aus. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung schreibt: „In den Vorständen der 200 größten Unternehmen waren Frauen Ende 2011 mit einem Anteil von drei Prozent nur eine Randerscheinung.“ Deshalb setzt sich allen voran Bundes-Arbeitsministerin Ursula von der Leyen für eine gesetzliche Frauenquote ein: In den Unternehmen gelte noch immer, dass die Frauen in der Breite mitarbeiten dürften, in der Spitze aber nicht, sagte sie in einem Zeitungsinterview. In der Regierungspartei, der Christlich-Demokratischen Union (CDU) brodelt es: Von der Leyen wird von der Frauenunion unterstützt, während Parteiführung und Familienministerin Kristina Schröder eine sogenannte Flexi-Quote einführen wollen. Bei dieser würden sich die Unternehmen selbst eine Quote setzen und diese dann einhalten. Die Arbeitsministerin und die Frauenunion fordern nun, den Koalitionszwang aufzuheben, nach dem die Mitglieder der Koalition eine bestimmte Linie einhalten müssen. Auch die Sozialdemokratische Partei (SPD) und die Fraktionsvorsitzende der Partei Bündnis 90/die Grünen Renate Künast wollen die gesetzliche Quote für Führungspositionen; die Linken stehen sogar für eine Quote von 50 Prozent ein. Ganz anderer Meinung ist hingegen der Bündnispartner der CDU, die Freie Demokratische Partei (FDP): Sie ist gegen jegliche Art von Quote – entscheidend seien Qualifikation und Leistung.

Finger weg!

Ursula von der Leyen hat Recht: Es ist nicht fair, dass es Männer leichter haben, in Führungspositionen zu kommen. Frauen sollten die gleichen Chancen haben. Aber nicht mit Zwang, bitte! Eine gesetzliche Frauenquote, von oben befohlen, wäre nur ein Schuss nach hinten: Ich als Frau möchte für meine Leistungen belohnt und respektiert werden. Und nicht für mein Geschlecht! Wer würde denn auf eine Chefin hören, die er nicht respektiert?! Nein, ein erfolgreicher Wandel der Sozialstrukturen in Unternehmen kann nur von unten kommen. Nur dann würden Frauen für ihre Leistungen auch entsprechend honoriert werden. Denn für Freude an der Arbeit sorgt ja nicht allein das Geld. Frau möchte auch entsprechende Anerkennung bekommen. Die bekommt sie jedoch als Quotenfrau bestimmt nicht. Bei dem Streben nach Gleichberechtigung ist es deshalb weit förderlicher, Frauen das nötige Selbstbewusstsein zu vermitteln, anstatt sie als schutzbedürftige Wesen in eine Ecke zu stellen. Für Unternehmen ist ein motiviertes junges Fräulein weit gewinnbringender als eine zermürbte Dame, die genau weiß, dass sie ihre Position nur wegen einer Quote innehat. Raus aus der Zwangsjacke – Quoten bringen in diesem Fall nichts! Vielmehr sollten Unternehmen von Fall zu Fall individuell entscheiden, wer am besten für eine Stelle geeignet ist. Dabei sollten Charakter und Fähigkeit zählen und nicht das Geschlecht. Aber eben auch nicht potenzielle Gewinnverluste durch Schwangerschaft. Nur dann sind Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer zufrieden. Die Regierung hat sich da nicht einzumischen – Finger weg!

Über meine Meinung kann gerne auf www.facebook.com/deutsche.allgemeine.zeitung diskutiert und abgestimmt werden!

Von Christine Faget

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