Im Rahmen eines Fotowettbewerbs sollten Studenten die Gegensätze in ihrer Heimatstadt Almaty festhalten. Bewertet wurden die Bilder von einer internationalen Jury.

Almaty ist eine Stadt der Gegensätze – das wurde aus den Arbeiten junger Fotografen deutlich, die im Rahmen eines Wettbewerbs zum Thema „Kontraste“ an der Deutsch-Kasachischen Universität (DKU) eingereicht wurden. Das Denkmal für die Unabhängigkeit, der Fernsehturm, die Berge, die Kathedrale im Panfilow-Park, das Bankenzentrum Nurly-Tau – dies sind die Plätze, die Ausländer meist bei Stadtführungen gezeigt bekommen. Auch sie waren auf vielen eingereichten Fotos vertreten.

Den ersten Platz im Wettbewerb errang jedoch ein Bild, das die Kontraste im sozialen Leben der Stadt zeigt. Fotograf Andrej Kukanauskas ist Student im 3. Studienjahr an der DKU. Seine Bildbeschreibung lautet folgendermaßen: „Das Foto entstand am Frühlingsfeiertag Naurys. Die Menschen, die mit einem Lächeln im Gesicht und Luftballons in der Hand vorbeigehen, und der Junge, der am Feiertag einsam auf den Stufen sitzt: In diesem Foto sehe ich den sozialen Kontrast der Stadt Almaty. Wenn ich das Foto anschaue, laufen die Gedanken: die Gleichgültigkeit gegenüber Fremden, die Verschlossenheit, der tollwütige Rhythmus der Stadt, in dem Menschen einander nicht bemerken. Jeder geht seinen Geschäften nach, und den Menschen ist gleich, was ringsumher geschieht, es ist nicht ihr Problem, sie haben keine Zeit, an jemanden außer sich zu denken, sie sind viel zu sehr mit sich beschäftigt“
Vielleicht eine zu pessimistische Einstellung, man könnte über die Meinung streiten – doch damit wird das Problem nicht gelöst. Und mit einem Foto zu streiten ist schwer.
Projektleiterin Stefanie Dufaux dankte den DKU-Studenten, die den Fotowettbewerb gestalteten: „Ohne euch wäre es unmöglich gewesen, diese Veranstaltung zu organisieren!“ Junge Studenten hätten nicht nur gute organisatorische Fähigkeiten und Verantwortung demonstriert, sondern auch großen Enthusiasmus und Energie. Und natürlich Kreativität, da nicht jeder Mensch die Kontraste in seiner Heimatstadt bemerken könne.

Der Hauptgewinn des Wettbewerbs war ein Workshop mit dem erfahrenen deutschen Fotografen Dietmar Quist. Weitere Preise waren deutsche Wörterbücher, Marken-Taschen und andere Kleinigkeiten. In die Bewertung der Jury flossen die kurze Beschreibung in deutscher Sprache, Kreativität, Originalität und die technische Qualität des Fotos ein. Unterstützt wurde der Wettbewerb vom Goethe-Institut Kasachstan, der Robert Bosch Stiftung und dem Deutschen Generalkonsulat Almaty.

Von Nurgul Zhazykbayeva

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