Der Valentinstag am 14. Februar gilt als der Tag für alle Verliebten. Verliebt sein kann man auch in die deutsche Sprache – das jedenfalls bewiesen Studenten von der Deutsch-Kasachischen Universität (DKU).

Der Valentinstag am 14. Februar gilt als der Tag für alle Verliebten. Verliebt sein kann man auch in die deutsche Sprache – das jedenfalls bewiesen Studenten von der Deutsch-Kasachischen Universität (DKU).

Der Tag des Heiligen Valentin stand für die Studenten der DKU ganz im Zeichen der Liebe. Nach der Lektüre des Werkes von Daniel Glattauer „Gut gegen Nordwind“ hatte Natalia Salipjatskich die Idee, das Thema „Liebe in der realen und virtuellen Welt“ durch ihre Studenten auf die Bühne zu bringen. Die engagierte Deutschlehrerin motivierte bereits im vorigen Jahr ihre „angehenden“ Schauspieler im Deutschkurs zum Theaterspiel und inszenierte Elke Heidenreichs Novelle „Erika“. Die kreative Umsetzung  in ein Theaterstück erfolgte in gemeinsamer Arbeit mit den Studenten des 2. Studienjahres.

Während die Kulisse in warmes romantisches Licht getaucht war, erklangen die ersten Takte von Rosenstolz, einer berühmten deutschen Band. „Liebe ist alles – lass es Liebe sein“- um genau dieses Thema drehte sich an diesem Abend alles: Wie können sich zwischenmenschliche Beziehungen abspielen und was ist möglich?

In Daniel Glattauers Buch entsteht zwischen zwei wildfremden Menschen eine spontane E-Mail-Korrespondenz, die ihnen Hoffnung auf mehr macht. Sie sprechen aus, was sonst in einer persönlichen Begegnung nicht möglich wäre und entwickeln sogar eine Art Beziehung. Im Theaterstück der Studenten erfahren die zwei Helden Emmi und Leo, was Liebe zwischen Realität und Virtualität bedeutet.

Die Frage, ob Liebe in der virtuellen Welt überhaupt möglich ist, kennt bestimmt viele verschiedene Antworten.

In insgesamt vier verschiedenen Möglichkeiten interpretierten die Studenten von Natalia Salipjatskich das Ende der Geschichte zwischen dem Internet-Paar Emmi und Leo auf ihre eigene Weise. Von „glücklich verliebt“ bis „total enttäuscht“ zeigten sie dem begeisterten Publikum die gesamte Bandbreite der Emotionen.

Natürlich hofften alle Beteiligten auf nichts anderes als ein Happy End oder zumindest einen Schuss Humor in der Ernsthaftigkeit der Angelegenheit. Auch hier wurden sie nicht enttäuscht.

Die multimediale Inszenierung von Natalia Salipjatskich und ihrer Studenten spielte zudem mit verschiedenen künstlerischen Elementen: durch den Einsatz der Erzählerstimme gewann das Stück an filmischer Dramatik. Die musikalische Untermalung und die Powerpoint-Präsentation mit dem Bildschirm einer typischen E-Mail-Nachricht ließen den Zuschauer unmittelbar in die Geschichte eintauchen.

Einen Hauch von romantischer Kaffeehaus-Atmosphäre verliehen der Szenerie nicht zuletzt auch die liebevoll gebastelten rosa Pastell-Herzen im ganzen Raum, Blumen auf den Tischchen und das gedämmte Licht. Ganz im Sinne des Valentinstages trug ein junges Sängerpärchen ein wunderschönes Duett mit Gitarren-Begleitung vor. Nicht zu vergessen auch die festlich herausgeputzten Schauspieler-Studenten, die trotz unterschiedlicher Deutsch-Niveaus ihre Rollen gekonnt darboten.

Bevor das Stück jedoch bühnenreif gezeigt werden konnte, hatten die jungen Studenten eine Menge harter Arbeit vor sich. Neben den Theaterproben mussten die Studenten noch eine weitere Aufgabe lösen: Jeder sollte ein Essay zum Thema „Warum ich die deutsche Sprache liebe“ schreiben.

Hier war bei jedem Kreativität und Inspiration gefragt.

Ein jeder der Studenten hat natürlich seine eigene Motivation zum Deutschlernen. In ihren Aufsätzen setzten sie sich sehr ernsthaft mit verschiedenen Themen auseinander: angefangen von “Was ist Liebe überhaupt?“ oder „Gibt es in unserer hektischen Zeit überhaupt Liebe?“, „Kann man wahre Liebe überhaupt finden oder spielt sich alles oberflächlich ab?“ bis hin zur pragmatischen Frage zum Sinn des Deutschlernens war alles dabei.
Eine speziell zusammengestellte Jury aus Vertretern der Deutsch-Kasachischen Universität, der Robert-Bosch-Stiftung und der Deutschen Allgemeinen Zeitung bewertete letztendlich die schönsten Aufsätze.

Schlussendlich sollten aus den vielen Aufsätzen die einfallsreichsten und sprachlich gewandtesten Texte ausgewählt werden. Am Ende konnte die Gastdozentin und Deutsch-Lektorin an der DKU, Dr. Maria Steinmetz, gemeinsam mit der Robert-Bosch-Lektorin Stefanie Dufaux sowie Natalia Salipjatskich 14 attraktive Preise verleihen. Die Studenten freuten sich über Wörterbücher und deutsche schöngeistige Literatur, die speziell für diesen Anlass von der DKU und dem Goethe-Institut Almaty gestiftet wurden.

Nach diesem künstlerischen Genuss möchte man allen frisch Verliebten – und auch den „Sprachverliebten“ recht geben, in deren Leben nur eines wirklich zählt: „Liebe ist alles“.

Von Malina Weindl

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