Im Grand Hotel Tien Shan in Almaty dreht sich die Welt von Guenther M. Zimlich rund um 78 im Boutique Stil eingerichtete Zimmer, Cigara-Club und Spa Center Bali. Wer mit dem Generaldirektor der Tien Shan Hotelgruppe über seine Gäste plaudern will, ist bei ihm falsch. Viel lieber spricht er über sein Managementkonzept und das vom Quality Summit New York mit dem Gold Award prämierten Serviceangebot des Luxushotels.

/Bild: Tien Shan. ‚Persönlicher Service und individuelle Gestaltung – das Resort Hotel Samal.’/

Guenther M. Zimlich

Herr Zimlich, im Hotelbusiness gibt es die Vorstellung, dass sich der Chef vom Küchenjungen hochgearbeitet hat. Sie sind vor zwei Jahren direkt als Generaldirektor der Tien Shan Hotelgruppe eingestiegen. Mussten Sie sich erst in einer neuen Welt zurechtfinden?

Nein, ich habe mein halbes Leben in Hotels verbracht. Ich wusste genau, was die Kunden erwarten. Außerdem bin ich studierter Betriebswirt mit langjähriger Managementerfahrung, auch im Tourismussektor, wo es auf guten individuellen Service ankommt. So war mein Einstieg in das Hotelbusiness keine große Umstellung für mich.

Im letzten Jahr sind Sie vom Quality Summit New York mit dem Gold Award ausgezeichnet worden, im September folgte ein Platin-Award for Quality & Best Trade Name. Wie lautet Ihr Managementerfolgsrezept?

Ein Drittel meiner Zeit sammle ich neue Ideen und Anregungen; stehe am Fenster, schaue auf den Kunajew Park und warte auf göttliche Eingebungen (lacht). Das zweite Drittel ist schon schwieriger: Die Mitarbeiter müssen von neuen Ideen und Konzepten überzeugt werden. Zu einem Drittel muss ich selbst aktiv werden, neue Geschäftskontakte knüpfen, bestehende pflegen, Kundenwünsche umsetzen, Werbung und Marketing betreiben usw.

Was macht die Tien Shan Hotels so besonders?

Unsere Hotels unterscheiden sich von großen Hotelketten durch persönlicheren Service und individuelle Gestaltung. Beispielsweise ist jedes der 78 Zimmer und Suiten im Grand Hotel etwas anders ausgestattet. Aber alle im luxuriösem Boutique Stil mit Vollholzmöbeln, kein amerikanischer Plastikcharme. Wir sind immer bemüht, alle Kundenwünsche zu erfüllen, haben zum Beispiel eine eigene Bäckerei, Konditorei sowie eine hauseigene Wasseraufbereitungsanlage. Auch Kleinigkeiten können viel ausmachen.

Lohnt sich der Übernachtungspreis von bis zu 700 Euro für eine Suite?

Schauen Sie, bei uns übernachten viele Geschäftsreisende. Wenn Sie nachts ankommen, ein schmuddeliges Zimmer vorfinden, schlecht schlafen und ein mäßiges Frühstück serviert bekommen, sitzen sie dann auch missmutig in der Geschäftsbesprechung am nächsten Tag, und der Geschäftspartner, der diese Hotelbuchung vor Ort zu verantworten hat, bekommt das zu spüren. Werden sie aber vom Limousinen-Service vom Flughafen abgeholt, bieten Zimmer und Frühstück alle Annehmlichkeiten, wird das Meeting ganz anderes ablaufen. Vom Jetlag können sie sich in unserem SPA Center Bali erholen, sich massieren lassen, relaxen oder im Cigara-Club bei einem Drink und einer guten Zigarre die Seele baumeln lassen.

An welchen Projekten arbeiten Sie gerade?

Zu einem an der Weiterbildung der Hotelmitarbeiter. Meine Assistentin, eine studierte Englischlehrerin, gibt jobbezogenes Sprachtraining für die Angestellten, so dass zum Beispiel alle im Service wissen, dass Aubergine auf Englisch Eggplant heißt. Wir planen auch in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule für das Hotel- und Gaststättengewerbe in Heidelberg, Jobtrainings anzubieten. Und seit neuestem können sich unsere Gäste auch in unserer eigenen Lounge Bar, dem l’Fame, amüsieren.

Sie arbeiten bereits seit 14 Jahren in Kasachstan. Zieht es Sie gar nicht in Ihre Heimat zurück?

Wenn ich mich nicht wohlfühlen würde, wäre ich nicht so lange geblieben und hätte in Kasachstan eine Familie gegründet. Als Hotelmanager arbeite ich noch so lange, bis das Tagesgeschäft auf höchstem Qualitätsniveau organisiert ist. Dann kann ein Jüngerer die Leitung übernehmen. Mit 64 Jahren bin ich zwar im passenden Alter, um an meinen Ruhestand zu denken. Aber ich denke da nicht an Sofa und TV schauen, sondern eher an Unruhestand. Als Betriebswirt und Außenwirtschaftler mit Asienerfahrung ergeben sich sicher noch spannende Aufgaben.

Interview: Christine Karmann

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Guenther M. Zimlich. Der gebürtige Aschaffenburger verbrachte seine Collegezeit in den USA. Nach Abschluss seines Betriebswirtschaftsstudiums in Frankfurt war er lange Jahre im Management einer Modehauskette tätig, für die er auch Produktionen in Südkorea und Sri Lanka aufbaute. Als Unternehmensberater kam er 1997 erstmals nach Kasachstan, wo er zwölf Jahre in der Service- und Reisebranche tätig war. Seit 2009 ist er Generaldirektor der Tien Shan Hotelgruppe, zu der das City Hotel Tien Shan, das Grand Hotel Tien Shan und das im April eröffnende Resort Hotel Samal in Almaty gehören.

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