Zum neunten Mal haben 2008 in Kasachstan Schüler der 11. Klassen an den Prüfungen zum Deutschen Sprachdiplom (DSD) teilgenommen. Die Kandidaten hatten es in diesem Jahr nicht leicht, denn es galt, sich einem neuen Prüfungsformat mit gestiegenen Ansprüchen zu stellen. Die Motive, Deutsch zu lernen, sind verschieden, aber am Ende berechtigt das Sprachdiplom in Verbindung mit der einheimischem Hochschulzugangsprüfung (ENT) zum Studium in Deutschland. Die neue Partnerschulinitiative des Bundesaußenministeriums verbessert das Umfeld für Deutschlerner zusätzlich.

/Foto: Reinhard Zühlke/

In diesem Jahr nahmen 113 Schüler aus Astana, Almaty, Öskemen und Aktobe sowie aus Karaganda und Petropawlowsk an den DSD-Prüfungen teil. Die Prüflinge mussten sich neuen Testverfahren im Hör- und Leseverstehen unterziehen, aber auch in nur 120 Minuten einen Aufsatz schreiben, der die Fähigkeit zur Analyse ebenso verlangte wie kommentierendes und erörterndes Schreiben. In der mündlichen Prüfung mussten die Schüler eine Präsentation halten. Im Anschluss daran wurde das Thema der Präsentation in einem Gespräch mit dem Prüfer zu vertieft.

87 Sprachdiplomzeugnisse werden überreicht

Die beste DSD-Prüfung in Kasachstan legte Olzhas Aitbay vom Gymnasium 46 aus Astana ab. Er erreichte 89 von 96 möglichen Punkten. Anastasia Popenja vom 68. Gymnasium in Almaty und Natalia Nigai vom Alexander-von-Humboldt-Gymnasium in Öskemen folgen ihm mit jeweils 86 und 83 Punkten. Als beste Schule in Kasachstan erreichte das Alexander-von-Humboldt-Gymnasium in Öskemen einen Punktedurchschnitt von 72,6. Diese Schule konnte bereits zum dritten Mal seit 2004 den ersten Platz belegen. Insgesamt werden demnächst 87 erfolgreiche junge Menschen ihre Sprachdiplomzeugnisse überreicht bekommen. Weitere 21 erhalten ein Zeugnis, in dem ihnen eine Teilleistung bescheinigt wird, wenn es nicht in allen Disziplinen zum Diplom gereicht hat. Vier Schüler bestanden die Prüfung nicht.

Partnerschulinitiative: 45 Millionen für deutsche Bildung im Ausland

„Bildung gibt Perspektiven – Mehrsprachigkeit eröffnet Horizonte. An unseren Partnerschulen im Ausland wollen wir nicht nur einen Zugang zu unserer Sprache und Bildung ermöglichen, sondern Interesse an- und Verständnis füreinander schaffen. Je früher wir uns als eine internationale Lerngemeinschaft begreifen, umso besser werden wir die gemeinsamen Zukunftsprobleme lösen können“, so begründet der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier das Interesse Deutschlands an der Förderung von Bildung im Ausland. Um dieser Absicht Gestalt zu geben, rief der Außenminister die Partnerschulinitiative ins Leben. Für die Initiative stehen 2008 zusätzliche Finanzmittel in Höhe von 45 Millionen Euro zur Verfügung. Sie wird vom Auswärtigen Amt in Berlin koordiniert und gemeinsam mit der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen, dem Goethe-Institut, dem Pädagogischen Austauschdienst der Kultusministerkonferenz und dem Deutschen Akademischen Austauschdienst an den unterschiedlichsten Standorten weltweit umgesetzt.

Perspektiven für junge Kasachstaner

In Kasachstan ermöglicht die Initiative eine verbesserte Förderung der DSD-Schulen mit Lehr- und Lernmitteln und noch bessere Fortbildungsangebote für die einheimischen Pädagogen. Neben den bestehenden DSD-Schulen bekommt das erste Gymnasium in Petropawlowsk die Möglichkeit, sich zu einer eigenständigen DSD-Schule zu entwickeln, die auch selbst Sprachprüfungen abnehmen darf. Mit den DSD-Schulen und der Deutsch-Kasachischen Universität in Almaty eröffnet Deutschland jungen Kasachstanern Perspektiven im eigenen Land und erschließt Ihnen neue Bildungsressourcen.

So werden die Kompetenzen der jungen Menschen im späteren Berufsleben oder für ein Studium in Deutschland erweitert. Für Absolventen deutscher Auslands- und Partnerschulen, zu denen die DSD-Schulen in Kasachstan gehören, wird die Anzahl der Vollstipendien für ein Studium in Deutschland verdoppelt. Das Internationale Preisträgerprogramm des Pädagogischen Austauschdienstes ermöglicht noch mehr ausländischen Schülern, Deutschland für mehrere Wochen persönlich zu erleben.

Im kommenden Sommer werden Igor Borissowski aus Öskemen, Katharina Schegur aus Aktobe, Anastasia Smirnowa aus Petropawlowsk und Valeria Pak aus Astana vier Wochen in Deutschland sein, das Land kennen lernen und eine Schule besuchen. Auf diese Weise entwickelt sich Kasachstan als Teil eines weltumspannenden Netzes mit über 1.000 Partnerschulen, und die sieben DSD-Schulen werden in die weltweit etwa 500 DSD-Schulen integriert.

Von Reinhard Zühlke

25/04/08

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