Mit dem Beginn des Frühlings wurde wieder das traditionelle Großreinemachen in Almaty angewiesen. Vor allem Schulklassen und Arbeitskollektive sammelten den Müll ein, den in den Monaten zuvor der Schnee versteckt hatte. Die Aktion, nach sowjetischer Tradition „Subbotnik” genannt, war bitter nötig. In vielen Außenbezirken hatte man den Eindruck, sich am Rande einer Mülldeponie zu befinden.

Mit dem Beginn des Frühlings wurde wieder das traditionelle Großreinemachen in Almaty angewiesen. Vor allem Schulklassen und Arbeitskollektive sammelten den Müll ein, den in den Monaten zuvor der Schnee versteckt hatte. Die Aktion, nach sowjetischer Tradition „Subbotnik” genannt, war bitter nötig. In vielen Außenbezirken hatte man den Eindruck, sich am Rande einer Mülldeponie zu befinden.

Nun ist die Stadt sauberer als zuvor. Doch die Frage ist, wie lange. Schließlich setzt der Subbotnik an den Folgen an, nicht an den Wurzeln. Und die liegen auch mit im Subbotnik selbst. Wird doch all den Schmutzfinken signalisiert: „Werft nur weiter alles weg, irgendjemand räumt Euch den Dreck schon nach!”

Ich habe den Eindruck, dass es einem nicht geringen Teil der Bürger durchaus gefällt, dass ihre Stadt nicht sauber ist. Würden sie anderenfalls alles für die „Schmutzighaltung” der Stadt und der Naherholungsgebiete tun?

Natürlich ist es nicht leicht, einmal festgefahrene „Traditionen” und Verhaltensweisen zu verändern. Doch ernsthafte Versuche, das entsprechende Verhalten positiv zu beeinflussen, gibt es bislang nicht. Bei entsprechenden Diskussionen mit Staatsangestellten wird meist Unverständnis zur Problematik und Hilflosigkeit demonstriert. Die manchmal geforderten harten Strafen lösen das Problem natürlich auch nicht. Eine ganze Palette von Maßnahmen ist nötig – vom Aufstellen und regelmäßigen Leeren der Abfallkörbe bis zu einer professionellen Imagekampagne. Diese sollte an den Ursachen ansetzen – denn sauber ist es nicht dort, wo gekehrt wird, sondern dort, wo nicht weggeworfen wird.

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