Skifahren: Über die Anfänge im Altai-Gebirge und in Norwegen

Skier gehören seit Jahrtausenden zur Menschheitsgeschichte – aber wer hat’s erfunden? | Foto: pixabay.com

Während Kasachstan am 29. Januar in Almaty die Winter Universiade eröffnet, um dem Wintersport zu huldigen, streiten Experten sich um die Erfindung des Skis. Das Skifahren wird als alpiner Sport klassifiziert. Und doch könnte die Wiege des Skifahrens woanders liegen: Neueste Forschungen ergaben, dass die Altai-Völker das Skifahren erfunden haben könnten. Doch diese Annahmen sind nicht unumstritten. Eine Spurensuche.

Unter Forschern ist ein kleiner Wettstreit entbrannt, in welchem Land erstmals das Skifahren praktiziert worden ist. Die Chinesen proklamieren die Anfänge des Skifahrens nun für sich, andere behaupten, es seien die Nomaden auf dem Territorium Kasachstans gewesen. Es gibt tatsächlich einige Hinweise, die darauf hindeuten, dass die Ursprünge des Skifahrens im Altai-Gebirge zu suchen sind.

Ursprünge im Altai-Gebirge

Die Ausrüstung der im Altai lebenden Nomaden hat sich seit Jahrtausenden nicht geändert. Zwei, rund 1,80 Meter hohe Bretter, die mit Fell bespannt sind, Lederriemen, die an den Füßen befestigt werden, ein Taijak (ein Stab aus Holz), der für das nötige Gleichgewicht sorgt. Ein ideales Werkzeug, um auf Bärenjagd zu gehen. Glaubt man chinesischen Forschern, dann ist dieses Vorgehen schon mindestens seit dem Jahre 8.000 v. Chr. gängige Praxis. Zu dieser Zeit sollen die ersten Jäger auf die Idee gekommen sein, sich kleine Holzbretter unter die Füße zu klemmen, um das Wild auch bei widrigen Bedingungen zu jagen. Diese Annahmen werden gestützt durch Felsmalereien, die Menschen auf Brettern zeigen.

Doch es tut sich momentan eine Opposition. In Norwegen ist man bereits hellhörig geworden, und die Glaubwürdigkeit dieser Ergebnisse wird zumindest angezweifelt. Schließlich lassen sich Höhlenmalereien nicht auf das genaue Datum festlegen.
Der Ski-Experte Ayken Jiaschan (Ski-Führer im chinesischen Altai-Gebirge) kommentiert: „Auch die Norweger haben Ski-Felszeichnungen.“ De facto lässt sich das genaue Datum nicht mehr ermitteln, soviel ist sicher. Laut Expertenmeinungen, sind die Zeichnungen rund 10.000 Jahre alt. Neben Norwegen hat sich auch Russland zu Wort gemeldet. Hier wurde im Torfmoor etwas geborgen, das einer Skispitze sehr ähnlich sieht.

Die Erfindung des professionellen Skis

Was sicher ist: Der professionelle Ski, wie wir ihn heutzutage kennen, wurde tatsächlich in Norwegen erfunden. Der sogenannte Telemarkski wurde in einem Ort in Norwegen, Telemarken, entwickelt. Er ähnelt dem heutigen Langlaufski, durch moderne Skischuhe und feste Verankerungen wurde das Skifahren dann professioneller. Auch der Carving-Ski kommt aus Norwegen. Erste Skifahrergeschichten wurden häufig im Zusammenhang mit der Jagd thematisiert. „Der Königsspiegel“ war das berühmteste literarische Werk des Mittelalters, das veranschaulichte, wie sich Jäger durch meterhohen Schnee den Weg bahnten, um dann das Wild zu erlegen.

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Die Schneehöhe, hat schon immer eine entscheidende Rolle gespielt. Vor allem im Altai-Gebirge. Das bis zu 4.500 Meter hohe Gebirge an der Grenze zu Kasachstan sorgte häufig dafür, dass sich die Witterungsbedingungen zu Gunsten der Jäger entwickelten. Im tiefen Schnee, kann sich das Wild nicht mehr richtig bewegen, dafür aber der Jäger aufgrund seiner Skier. So hatte man schon früh erhebliche Vorteile, wenn man sich auf diese Art des Jagens verlassen konnte. Auch wenn die ersten Ski eher rudimentärer Natur waren.

Der Krainer Bauernlauf

Heutzutage ist das Skifahren in erster Linie eine Angelegenheit für Touristen oder Profisportler. Die Ursprünge des Skifahrens als Wettkampf datieren auf das 17. Jahrhundert. Im Ort Krain (Slowenien) etablierte sich der sogenannte Krainer Bauernlauf. Die Vorläufe von Hindernis– und Slalomlauf hatten sich dort entwickelt. Skifahren ist ein weltweites Phänomen und wird in vielen Ländern praktiziert. Als Mitteleuropäer denkt man zumeist an die Alpen, wenn es um das Thema Skifahren geht. Doch das greift in der Regel zu kurz. Auch Länder, die nicht mit dieser sportlichen Ertüchtigung assoziiert werden, haben einiges zu bieten. Zum Beispiel: Kasachstan. Das erschlossenste Skigebiet ist das sogenannte Schymbulak. Hier gibt es sechs Liftanlagen und rund 20 Kilometer Piste.
Während Kasachstan zwar sehr knapp (2. Platz nach Peking) den Zuschlag für die Olympischen Winterspiele 2022 verpasste, eröffnet in Almaty Ende Januar die Winter Universiade und heißt Studenten aus aller Welt willkommen.