Stärkung der deutschen Sprache

Stärkung der deutschen Sprache
An der DSD-Schule in Pawlodar lernen die Schüler mit großer Freude Deutsch. Foto: Nadjeschda Frolowa

Deutsch soll künftig wieder als erste Fremdsprache an Schulen in Kasachstan unterrichtet werden können. Das wurde am Dienstag  bei einem Treffen des kasachischen Bildungsministers, Jerlan Sagadijew, mit dem Vorsitzenden der Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“, Albert Rau, dem deutschen Botschafter Rolf Mafael sowie Vertretern deutscher Bildungsinstitutionen beschlossen.

Bereits seit mehreren Jahren zeigen sich deutsche Kulturmittler über die abnehmende Bedeutung der deutschen Sprache besorgt. Die von der Regierung beschlossene Dreisprachenpolitik sieht vor, dass jeder Schüler Kasachisch, Russisch und Englisch lernt. Vor allem an den Schulen mit vertieftem Deutschunterricht führte diese Regelung zu einem spürbaren Rückgang der Deutschstunden. Die Chance, das Deutsche Sprachdiplom (DSD) an diesen Schulen zu erhalten, eröffnete den Absolventen die Möglichkeit, ein Studium in Deutschland aufzunehmen.

Die Degradierung der deutschen Sprache zur zweiten oder dritten Fremdsprache hat zu einem spürbaren Rückgang der Deutschlernerzahlen an Schulen und Universitäten geführt. Mit Blick auf die deutsch-kasachischen Beziehungen und der Stärkung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit ist der Mangel an Fachleuten, die die deutsche Sprache beherrschen, besonders gravierend.

Die am Dienstag getroffene Entscheidung  wurde in einem Memorandum festgehalten, laut dem die erste Fremdsprache nicht zwingend Englisch sein muss, sondern auch eine andere Sprache, zum Beispiel Deutsch sein kann. Diese Regelung soll bereits ab 1. September, also mit Beginn des neuen Schuljahres, in Kraft treten.

Lesen Sie auch: Deutsch als 2. Fremdsprache hat Zukunft