Zu einer Umweltwoche hatte die Deutsch-Kasachische Universität (DKU) vergangene Woche eingeladen. Mehr als 250 Schüler und Studenten beteiligten sich an den umfangreichen Aktionen in und um die DKU.

„Die Umweltbelastung ist hier in Almaty wegen des Straßenverkehrs besonders hoch“, sagt Uwe Schützenmeister. Der 30-Jährige ist Lektor der Robert-Bosch-Stiftung und hat für die Umweltwoche, die vergangene Woche an der DKU veranstaltet wurde, eine Rallye organisiert. Die 250 Teilnehmer der „Ekonedelja“ lernten in Seminaren, Simulationen und bei Planspielen mehr über Ökologie und den richtigen Umgang mit der Umwelt. Deutsche Unternehmen sprachen über das Umweltmanagement in ihren Firmen. Bei einem Runden Tisch berichteten Mitarbeiter Almatyer Ökologie-NGOs über ihre Arbeit.

Einer der Höhepunkte der Veranstaltung war die Rallye im Almatyer Stadtgebiet: Sieben Teams, DKU-Studenten und Schüler der 86. und der 27. Schule, kämpften um die Punkte. Aufgaben waren unter anderem, Umweltverschmutzungen zu fotografieren und mit Passanten über Umweltschutz zu sprechen. „Für uns war es ganz wichtig, die Umweltwoche-Teilnehmer nicht nur zu belehren, sondern selbst aktiv werden zu lassen“, erklärt Schützenmeister. Die jungen kasachischen Umweltaktivisten verteilten auf ihrer Rallye auch Handzettel, auf denen es unter anderem ums Wassersparen und den CO2-Ausstoß von Autos geht.

„Die Diskussion um den Klimawandel kennt jeder“, sagt Bodo Lochmann, Rektor der DKU und Wirtschaftsprofessor. „Doch das Thema hat unserer Beobachtung nach nicht den Stellenwert in Kasachstan, den es haben sollte. Wir wollen unseren kleinen Beitrag leisten, auf den Umweltschutz aufmerksam machen und das Umweltbewusstsein in Kasachstan schärfen“, sagt der Wirtschaftsprofessor.

Das Engagement der DKU kommt nicht von ungefähr: Ab Herbst soll an der DKU unter anderem ein achtsemestriger Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen mit Schwerpunkt Umweltmanagement angeboten werden. Während des Studiums werden unter anderem natur- und wirtschaftswissenschaftliche Grundlagen vermittelt und Themen wie die ökonomische Bewertung von Umweltschäden. „Kasachische Firmen haben bereits Interesse an diesen Spezialisten und zukünftigen DKU-Absolventen angemeldet“, freut sich der Rektor der Universität. Das Curriculum wird gerade mit Unterstützung deutscher Partner-universitäten entwickelt. Die deutsche Dozentin Jana Brauweiler ist seit März Projektkoordinatorin für die neuen Studiengänge. Zur Umweltwoche war sie in Almaty zu Gast, um mit zwei Kollegen Seminare rund um das Thema Ökologie und Umweltschutz anzubieten. Dabei waren sie auch an der 27. und 68. Schule zu Gast. „Mich hat besonders beeindruckt, wie interessiert schon die Schüler am Umweltschutz sind. Das Potenzial ist da, es muss nur von staatlicher Seite und der Gesellschaft genutzt werden“, sagt Brauweiler.

Von Cornelia Riedel

27/04/07

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