Ende September findet in Nur-Sultan das 10. Festival der deutschen Kultur statt. Ein besonderes Ereignis, auf das nicht nur die Deutschen Kasachstans mit Vorfreude schauen. Auch Gäste aus Deutschland werden erwartet. Der Berliner Anton Hauer unterstützt als ifa-Kulturassistent bei der Gesellschaftlichen Stiftung „Wiedergeburt“ die Organisation des Festivals. Das Land und die Stiftung sind Anton durch zwei Sprachassistenzprogramme bestens bekannt. Nun freut er sich darauf, alte Bekannte wiederzusehen und neue Freundschaften zu schließen. In der DAZ stellt sich der 30-Jährige vor und schreibt, was er sich von dem Festival erhofft.

Als Kulturassistent des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa) bin ich von Anfang September bis Mitte November bei der Stiftung „Wiedergeburt“ tätig. Ich werde an verschiedenen Kulturprojekten mitarbeiten, wobei das größte Vorhaben eindeutig das anstehende Festival „Wir sind zusammen“ vom 25. bis 29. September ist. Zu den vielfältigen Aufgaben, die ich zusammen mit vielen erfahrenen Kolleginnen und Kollegen übernehme, gehören die Koordination der Workshops, die Organisation eines Ausstellungsbereichs und die künstlerische Programmgestaltung zusammen mit einer Regisseurin. Ein echter Höhepunkt wird das Galakonzert sein. Dort werden die Sieger des Wettbewerbs „Neue Namen“ gekürt, bei dem Teilnehmer aus den einzelnen Regionen Kasachstans auftreten. Als Mitglied einer Jury darf ich die künstlerischen Aufführungen bewerten.

Sowohl in Deutschland als auch in anderen Ländern habe ich bereits zahlreiche Kultur- und Bildungsprojekte gestaltet und umgesetzt. So habe ich etwa Studienreisen nach Zypern, Amsterdam und Wien durchgeführt. Oder in einer Kulturinstitution sowie einer Stiftung in Madrid verschiedene Kulturveranstaltungen, darunter auch eine große Jubiläumsfeier, mitorganisiert. Auch für Theater- und Filmfestivals habe ich dort schon gearbeitet. Meiner Erfahrung nach herrscht bei einem Festival immer eine ganz spezielle aufgeregte und aufregende Stimmung, sowohl beim Publikum, den Künstlerinnen und Künstlern als auch natürlich im Team.

Begeistert vom Zusammenhalt in der deutschen Minderheit

Nun ein solches Festival in Kasachstan mit zu organisieren, ist wirklich eine neue Erfahrung für mich. Ich denke, dass es besonders zum 30-jährigen Jubiläum der Stiftung einen hohen Stellenwert für die Minderheit hat und eine einzigartige Plattform bietet. Die Auseinandersetzung mit deutschen Kulturelementen schafft Raum für Zugehörigkeitsgefühle. Schon bei meinen früheren Aufenthalten in Kasachstan haben mich der große Zusammenhalt der Menschen und ihr Engagement begeistert, ebenso ihr großes Interesse an Deutschland und ihr Wille, deutsche Sprachkenntnisse weiter auszubauen. Die deutsche Sprache kann aufgewertet werden, wenn sie künstlerisch angewendet wird – das wiederum kann die Motivation erhöhen, sie zu erlernen.

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Schließlich bietet das Festival eine gute Möglichkeit, sich mit anderen Menschen auszutauschen und zu vernetzen. Es sind ja nicht nur Einwohner Nur-Sultans zu Gast, sondern Menschen aus den unterschiedlichen Regionen Kasachstans.

Auf der anderen Seite schlägt das Festival auch eine Brücke zur Stadtgesellschaft, da einzelne Veranstaltungsformate an zentralen öffentlichen Orten im Freien stattfinden. Auf jeden Fall hoffe ich, dass auch ein neues Publikum Gefallen am Festival findet. Allen wünsche ich viele schöne Veranstaltungen, interessante Workshops, neue Eindrücke und einen möglichst fruchtbaren Austausch untereinander. Ich hoffe, dass alle die Veranstaltungstage genießen und Freude daran haben. Auf all jene, die während des Programms eine Aufführung zeigen, freue ich mich besonders und wünsche ihnen viel Erfolg.

Zusammengestellt von Kristina Librikht und Christoph Strauch

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