Politik, Wirtschaft, Kultur: Die deutsch-kasachische Zusammenarbeit erstreckt sich auf viele Bereiche. Am 11. Februar begingen Kasachstan und Deutschland den 27. Jahrestag der Aufnahme ihrer diplomatischen Beziehungen.

Die kasachische Seite sieht die Entwicklung positiv. „Es wurde ein starker politischer Dialog etabliert, eine solide Rechtsgrundlage zwischen den Staaten geschaffen, und der Handel sowie die wirtschaftliche, kulturelle und humanitäre Zusammenarbeit haben sich in großem Umfang und dynamisch entwickelt“, teilt die Botschaft Kasachstans in Berlin mit.

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Beispiele für die Wirtschaftsdiplomatie sind die Arbeitsgruppe für handelspolitische und wirtschaftliche Zusammenarbeit, der Deutsch-Kasachische Wirtschaftsrat und der Berliner Eurasische Klub. In den vergangenen Jahren haben Unternehmen in beiden Ländern mehr als 20 Verträge im Bereich Bau, Handel oder Industrieproduktion im Wert von mehr als zwei Milliarden Euro unterzeichnet. Zu den erfolgreich umgesetzten Verbundprojekten zählen unter anderem die Modernisierung des Zementwerkes in Schymkent (mit BASF), die Eröffnung einer Filiale des Baumarktes „Obi“ in Almaty, der Bau einer Fabrik für die Herstellung von Elektropumpen der Firma „WILO“ und die Produktion von Industriegasen durch die „Linde AG“. Des Weiteren wurde ein Komplex zur Verarbeitung von Fleisch und Fleischprodukten durch die Firma „Baumann“ errichtet, das größte Solarkraftwerk Zentralasiens von „Goldbeсk Solar“ gebaut und Produktion von legiertem Aluminium in Pawlodar durch die Firma „Giessenhaus“ modernisiert.

Das Handelsvolumen zwischen Kasachstan und Deutschland betrug 2018 über fünf Milliarden Euro. In Kasachstan sind mehr als 900 Joint-Ventures tätig. Kasachstan ist der viertgrößte Kohlenwasserstofflieferant für Deutschland. Die wirtschaftliche Zusammenarbeit erfolgt im Rahmen von Rohstoff- und Technologiepartnerschaften, der Umsetzung von Projekten im Bereich Energieeffizienz und Energieeinsparung, der Entwicklung der dualen Ausbildung in Kasachstan und der Einführung von Elementen der deutschen „Industrie 4.0“-Plattform in den Prozess der Automatisierung und Digitalisierung kasachischer Unternehmen.

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Politisch arbeiten Deutschland und Kasachstan im multilateralen Format zusammen: im Rahmen der Vereinten Nationen, der OSZE, der WTO, der ASEM und anderer internationaler Organisationen. In diesem Jahr wird die überarbeitete Fassung der EU-Zentralasienstrategie erwartet. Beide Staaten arbeiten auch im Rahmen des Berliner Prozesses zur Regulierung der Wasserressourcen in Zentralasien zusammen. Gleichzeitig trägt Deutschland zur Anhebung der Kreditwürdigkeit Kasachstans im Rahmen der OECD bei, und Kasachstan unterstützte im vergangenen Jahr den Antrag Berlins als nichtständiges Mitglied für den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen für den Zeitraum 2019-2020.

Im November 2018 fand die offizielle Eröffnung des kasachischen Kultur- und Literaturzentrums in der Staatsbibliothek zu Berlin statt. Das Zentrum beinhaltet Bücher des Staatspräsidenten Nursultan Nasarbajew sowie über 200 Werke berühmter kasachischer Schriftsteller in kasachischer, russischer, deutscher und englischer Fassung.

Von 1994 bis 2018 wurden in Deutschland rund 400 Stipendiaten im Rahmen des Bolaschak-Programms ausgebildet. Derzeit sind in Deutschland rund 300 Studierende aus Kasachstan eingeschrieben. Die Hauptinteressensgebiete für Kasachstaner sind Medizin und Pharmazie, technische Wissenschaften und Architektur.

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