Ronny Schaus (25) hat seit April 2008 in Almaty Praktika bei der Deutsch-Kasachischen Assoziation der Unternehmer (DKAU) und bei der UNESCO absolviert. Privat war er fast jedes Wochenende in der Bergwelt rund um Almaty unterwegs. Die DAZ hat von August bis Oktober dieses Jahres seine besten Wanderrouten dokumentiert. Jetzt verlässt Ronny Schaus Almaty in Richtung Riga.

/Bild: privat. ‚Ronny Schaus hat für die DAZ zahlreiche Wanderstrecken in Almatys Umgebung erkundet.’/

Herr Schaus, charakterisieren Sie Kasachstan bitte mit drei Worten.

Abenteuerlich, wunderschöne Natur, manchmal überraschend teuer.

Sie waren fast jedes Wochenende in den Bergen unterwegs. Was fasziniert Sie so am Tianschan-Gebirge?

Das interessante ist, dass man aus der flachen Steppe heraus sehr schnell auf 3.000 bis 4.000 Meter Höhe kommt. Die Natur ist sehr vielseitig und abwechslungsreich, und im Gegensatz zu den Alpen kann man hier relativ einfach Drei- und Viertausender besteigen.

Welcher war der schönste Gipfel, den Sie in Kasachstan erklommen haben?

Meine Viertagestour durch das linke Talgartal über den Touristen-Pass hinüber zum Großen Almatiner See war die reizvollste Trekking-Tour, die ich hier gemacht habe. Das beste Erlebnis in den Bergen war für mich aber der Pik Sowjetow. Das war der anstrengendste aber auch der schönste Berg. Von 4.300 Metern hat man eine tolle Rundumsicht. Der Blick und die grenzenlose Freiheit machen für mich den Reiz aus.

Abseits der hohen Gipfel – was haben Sie in ihrer Zeit in Almaty erreicht?

Ich habe viel über die Region Zentralasien, über Kasachstan und seine Kultur gelernt. Ich habe mich zum Glück schon frühzeitig in den kasachstanischen Alltag integriert und habe viele Freundschaften geschlossen. Dadurch konnte ich beispielsweise auch an einer kasachischen Hochzeit in Südkasachstan teilnehmen – das war ein ganz besonderer Höhepunkt.

Was werden Sie vermissen?

Meine geliebten Berge und viele Freunde.

Was nehmen Sie mit?

Ich habe mich weiterentwickelt in den neun Monaten und wieder einmal einen anderen Blick auf die Dinge bekommen, vor allem was das Leben in einer anderen Kultur betrifft. Ich habe teilweise auch schmerzlich gelernt, dass man auf Dinge verzichten muss, die man von zu Hause gewohnt ist. Ich bin ruhiger und gelassener geworden und nehme Dinge nicht mehr ganz so ernst.

Haben Sie noch einen letzten Wandertipp für die DAZ-Leser?

Ich selbst habe es leider nicht mehr geschafft, aber die Wanderung zu den drei Kolsai-Seen ist eine tolle mehrtägige Trekking-Tour.

Kommen Sie noch einmal zurück nach Kasachstan?

Definitiv komme ich wieder nach Kasachstan und Zentralasien. Denn ich weiß jetzt, dass ich über Kasachstan beziehungsweise Zentralasien meine Diplomarbeit schreiben werde. Außerdem ist eine Expedition zum Pik Talgar mit meinem Bergsteigerkameraden Aggey geplant.

Wohin geht es als Nächstes?

Im Januar beginne ich ein dreimonatiges Praktikum bei der Deutsch-Baltischen Handelskammer in Riga. Danach beende ich mein Studium der Politikwissenschaften in Leipzig.

Viel Erfolg!

Das Interview führte Ulf Seegers.

Die Wandertipps von Ronny Schaus stehen auf den Internetseiten der DAZ.

12/12/08

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