Fake News, Filterblasen, Faktenchecks: Seit einigen Jahren sind diese Begriffe kaum mehr wegzudenken, sobald es um Medien geht. Sei es der Brexit, die Annexion der Krim, der Krieg in der Ostukraine oder die Flüchtlingskrise in Europa. Jede Seite hat ihre eigene Sichtweise, was „wahr“ ist. Dabei geht es immer um Emotionen, selten um Fakten. Passt ein Artikel nicht in das eigene Weltbild, fällt schnell das Wort „Lügenpresse“.

 

Fake News sind kein neues Phänomen, sondern bereits seit dem Ende des 19. Jahrhunderts bekannt. Im Duden wird der Begriff als „in den Medien und im Internet, besonders in den Social Media in manipulativer Absicht verbreitete Falschmeldungen“ definiert. Im Mai titelte eine bekannte Tageszeitung „Mohammed beliebtester Erstname in Berlin“. Schnell zeigte sich, dass dies so nicht stimmt.

Wie erkennt man Falschmeldungen? Neben Angeboten wie Faktenchecks, die es seit einigen Jahren vermehrt gibt, z.B. bei der „Tagesschau“ und durch Projekte wie „Stop Fake“, ist es wichtig, die Medienkompetenz zu stärken. In Kasachstan bietet die US-Organisation „Internews“ seit mehr als 25 Jahren Trainings für Journalisten, aber auch Medienkonsumenten an. Mitte August gab es deshalb eine Art „Ted Talk“, bei dem Experten in kurzen Einheiten ihre Ideen zum Thema Umgang mit Medien präsentierten.

Oft geht es bei Meldungen und Nachrichten um den Kontext, mahnte der Psychologe Michail Munkin, und stellt die Frage: „Sind 1.000 Euro viel oder wenig Geld?“ Will man sich ein Haus kaufen, reichen 1.000 Euro sicherlich nicht aus, und sind somit wenig. Betrachtet man den Durchschnittslohn in Kasachstan, sind es viel. Außerdem ist Realität relativ: Nur weil man etwas nicht sieht, heißt es nicht, dass es nicht da ist. Ultraviolettes Licht oder Ultraschallwellen zum Beispiel.

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Medienkompetenz in jedem Alter relevant

Die Wahrheit zu verstehen, die Zuverlässigkeit von Informationen zu bestimmen, ihre Richtung ist also eine schwierige Aufgabe – insbesondere im Online-Zeitalter. Informationen sind leicht zugänglich. Doch ob diese stimmen, ist nicht immer so einfach nachprüfbar. Vor allem (junge) Menschen, die viel Zeit im Internet und in den sozialen Netzwerken verbringen, sind so empfänglicher für Falschinformationen. Der 18-jährige Wasir Dalybajew aus Kirgisistan wies darauf hin, dass es „praktisch keine Grenze zwischen echten Freunden und virtuellen Bekannten“ gäbe.

„Wir sind alle Freunde in sozialen Netzwerken. Und es ist üblich, Freunden zu vertrauen.“ Durch soziale Medien seien wir alle nicht nur Konsumenten von Informationen, sondern werden auch zu deren Verbreitern – sei es durch ein Like oder das Teilen eines Posts.

Medienkompetenz ist in jedem Alter relevant. Schüler sollten lernen, wie man Zeitungen liest, Informationen aufnimmt und mit ihnen umgeht. Senioren dürfen sich nicht nur auf die Nachrichten verlassen, die sie im Fernsehen sehen. Medien prägen Meinungen, und nicht jede Meldung entspricht der Realität. Zu erkennen, was wahr ist und was nicht, ist die Aufgabe eines jeden Einzelnen.

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