Die Ideen der Volksversammlung Kasachstans sind bedeutsam für ein friedliches Zusammenleben der Menschen in unserer Heimat. Aber über welche Kommunikationskanäle jenseits von Medien und öffentlichen Veranstaltungen kann sie mit ihren gesellschaftspolitischen Aktivitäten die Menschen erreichen? Eine wichtige Rolle spielen Ausbildungsstätten: Die Volksversammlung ist bestrebt, ihre Tätigkeiten dort beständig auszubauen. Mehr als 40 Hochschulen in Kasachstan arbeiten mit dem Organ zusammen, darunter seit fast sieben Jahren die Universität in Pawlodar.

Am 1. März 2014 eröffnete die Volksversammlung Kasachstans ein Institut an der Staatlichen Toraigirow-Universität in Pawlodar. Es war zu jenem Zeitpunkt landesweit die zweite Einrichtung dieser Art, nachdem zuvor eine solche Abteilung an der Eurasischen Nationalen Gumiljow-Universität eröffnet worden war. Die Eröffnungszeremonie besuchte Arin Orsarijew, der stellvertretende Akim des Gebiets Pawlodar. Er bezeichnete die Eröffnung als einen „schönen Tag“, da „fast 20 Jahre zuvor, 1995, die Gründung der Volksversammlung Kasachstans stattfand“.

Wichtige Unterstützungsarbeit für die Einrichtung der Volksversammlung an der Universität leisteten in den ersten Jahren Sejsembaj Jetpisbajew, der stellvertretende Vorsitzende der Volksversammlung im Gebiet Pawlodar, und Serik Omirbajew, der Rektor der Toraigirow-Universität. Diese Arbeit haben inzwischen ihre Nachfolger Ainur Sarsembajewa und Meiram Begentajew übernommen.

Mehr als 30 Nationalitäten an der Universität vertreten

Die erste Leiterin des Instituts an der Toraigirow-Universität war Gulfairus Japekowa, Professorin, Kandidatin der Geschichtswissenschaften sowie Dozentin an der Fakultät für Philosophie und Kulturwissenschaften. Sie leitete das Institut der Volksversammlung bis 2016, wechselte dann aber den Arbeitsplatz und Wohnungsort.

Zurzeit leitet die promovierte Historikerin Saule Mamitowa das Institut. „Es ist innerhalb der Struktur der Toraigirow-Universität jener gesellschaftliche Verein, der für Veranstaltungen im Bereich der interkulturellen Kommunikationsanalyse und –forschung zuständig ist. In seinen Bereich fällt es auch, internationale Unterstützung einzuholen und wissenschaftliche sowie fachliche Beiräte zu stellen“, erläutert die Leiterin. „An der Universität studieren Angehörige von mehr als 30 verschiedenen Nationalitäten. Sie nehmen aktiv teil an der Jugendarbeit im Rahmen der ethnokulturellen Zentren von regionalen Ablegern der Volksversammlung sowie deren Instituts.“

Förderung des interethnischen Zusammenhalts unter Studierenden

Die Geschichte des Instituts in Pawlodar begann eigentlich schon sieben Jahre vor seiner Eröffnung: im Jahr 2007, als die Volksversammlung eine Vor-Organisation an der Toraigirow-Universität schuf. Diese Organisation war damals zuständig dafür, die gezielte Interaktion zwischen dem regionalen Ableger der Volksversammlung und der Universität in bestimmten Fragen zu forcieren: etwa Toleranz, Patriotismus, interethnischer Zusammenhalt unter Studierenden.

2011 eröffnete die Bejsembajew-Universitätsbibliothek den Lesesaal der „Bibliothek der Volkes Kasachstans“. Darauf basierend, organisierte die Bibliothekarin Jelena Lichanowa gemeinsam mit der regionalen Volksversammlung viele interessante Literaturveranstaltungen und Wettbewerbe unter Studierenden. Als Absolventin der Torajgirov-Universität erinnere ich mich oft an die wunderbare Zeit, die ich in diesem Lesesaal verbracht habe. Die Teilnehmer hatten das Gefühl, immer die richtigen Antworten auf ihre Fragen zu bekommen. Sie hatten Lust, andere Kulturen zu erforschen, Spaß an der Zusammenarbeit beim Organisieren von Veranstaltungen, und fanden neue Freunde.

Volksversammlung in Pawlodar: enge Zusammenarbeit mit Fakultäten

Am 15. August 2013 wurde der Ableger der Volksversammlung auf der Studentenversammlung der Toraigirow-Universität reorganisiert. Er erhielt den Namen „Бірлік“, zu deutsch „Einheit“, und wurde zum Kernstück für die künftige Gründung des Universitätsinstituts.

Heute arbeitet das Institut der Volksversammlung eng mit allen Fakultäten zusammen und ist auch online präsent. Es organisiert Veranstaltungen für die Studierenden und nimmt an den staatlichen Foren der Volksversammlung sowie an internationalen Projekten und Wettbewerben teil – oft mit Erfolg, wie hohe Auszeichnungen zeigen. Bis heute wurden mehr als hundert wissenschaftliche Arbeiten im Rahmen der Forschungen des Instituts veröffentlicht. Zudem hat die Einrichtung einen Masterstudiengang für Studierende umgesetzt, die sich im Fachbereich Geschichte spezialisieren möchten. Allein in den letzten drei Jahren hat das Institut etwa hundert Veranstaltungen mit mehr als 3.000 studentischen Teilnehmern organisiert. Zudem plant es auch weiterhin, die Idee der interkulturellen Einheit zu popularisieren.

Helena Garkawa

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