Am 25. Juli 2012 lud Regisseur Ruben Kasaryan zur einer Presskonferenz unter dem Moto „Zolotaya rybka, utoli moyu bol’“ („Goldfisch, lindere meinen Schmerz“) ein.

Der 30-minütige Dokumentarfilm beschäftigt sich mit der Frage der Palliativpflege. Gewidmet ist dieser Film Menschen, die unter unheilbaren Erkrankungen leiden. Die Dokumentation ist Teil des Projekts „Prawo na mesto pod solnzem“ („Das Recht auf einen Platz unter der Sonne“). Der Initiator ist Regisseur und Präsident der gesellschaftlichen Stiftung „Aurora“, Ruben Kasarjan. Unterstützt wurde der Film von der „Soros Foundation“ Kasachstans sowie von der internationalen Initiative für Palliativpflege „Otkrytoje nebo“ („Offener Himmel“). Der kasachische Presseclub unterstützt das Projekt im Bereich Öffentlichkeitsarbeit.

Das Symbol in dem Film ist ein Goldfisch. Er gilt als Symbol für die Hoffnung und die Wünsche der Menschen.

“Der Goldfisch gibt kranken Menschen und ihren Verwandten Halt. Der durchdringende Blick des Goldfisches soll zum Nachdenken anregen“, – erklärt Herr Kasarjan seinen Titel zum Film.
Ruben Kasarjan drehte schon fünf Filme im Rahmen dieses Projekts. Das Projekt richtet sich an die Verbesserung der Beziehungen zwischen Menschen und deren Probleme in der Gesellschaft. Der Film „Zolotaya rybka, utoli moyu bol“ erzählt eine realistische Geschichte von Menschen, die an der Schwelle des Todes stehen. Dadurch wurden die Hauptprobleme des Systems, der Gesundheitsschutz in Kasachstan, betont. DAZ sprach mit Ruben Kasarjan.

DAZ: Herr Kasarjan, was ist das Hauptziel dieses Films?

Ruben Kasarjan: Das Ziel des Projekts ist die Entwicklung von Palliativpflege und deren Zugang zu schmerzstillenden Narkosemitteln. Das ist eines der großen Probleme in Kasachstan und in den GUS-Staaten, da es hier Zutrittsbeschränkungen zu Medikamenten gibt. Vielleicht gibt es gute Vorsätze, aber in der Realität sterben die Menschen einen sehr schmerzvollen Tod. Das Thema dieses Films ist es, dass es ein effektives Medizinmanagement geben muss, so dass der Tod nicht von Schmerzen begleitet wird.

Können Sie die Etappen des Projektes beschreiben?

Der Schwerpunkt des Projekts, ist die Kommunikation mit kranken als auch mit gesunden Menschen gewesen. Wir mussten jedoch feststellen, dass viele Menschen, die mit diesem Thema in Berührung stehen, nicht bereit waren, einen Beitrag zu diesem Film zu leisten. In ihrer Situation war es für uns verständlich: Sie hatten keine Zeit und Muße dafür. Wir hatten Glück, dass einige Protagonisten uns einen Einblick in ihre Situation gegeben und mit uns offen gesprochen haben.

Das Thema ist in Kasachstan schwierig und auch widersprüchlich. Viele Ärzte verstehen, dass es notwendig ist, den Zugang zu Medikamenten zu erleichtern. Aber nicht alle können darüber offen sprechen.

Was meinen Sie, welche Auswirkung wird dieser Film haben? Was möchten Sie vermitteln?

Wir wünschen uns, dass das Thema öffentliche Aufmerksamkeit erregt. Generell soll dieses Projekt einen Anstoß sowie eine Möglichkeit zum Nachdenken und zum Dialog geben.

Hatten Sie schon einige Rückmeldungen zum Projekt bekommen?

Ja, es gab beispielsweise eine Pressekonferenz mit dem Thema „Qualitative Ausbildung für alle. Inklusive Ausbildung“. In dessen Rahmen wurde der Film „Schkolnyj Portfel“ („Schulranzen“) gezeigt. (2011, Dokumentarfilm über die Schwierigkeiten für behinderte Kinder und Kinder aus sozial schwachen Familien für eine qualitative Ausbildung. – Anmerk. d. Red.) Jetzt wird dieser Film für Trainings bei Lehrerfortbildungen genutzt. Das bedeutet für uns, dass der Staat unsere Arbeit schätzt und respektiert. Dies freut uns, allerdings können wir nicht alle sozialen Probleme und Missstände aufzeigen. Aber wir können mit unseren Filmen die Möglichkeit geben, die wichtigsten Punkte aufzuzeigen und Menschen zum Nachdenken zu animieren.

Gibt es Möglichkeiten, in Zukunft mit Deutschland zusammenzuarbeiten?

Warum nicht, ich stelle diesen Film gerne zur Verfügung. Bisweilen ist er schon ins Englische, Französische und Kasachische übersetzt worden, leider noch nicht ins Deutsche. Das Thema ist nicht nur für Kasachstan oder die GUS-Staaten von großer Bedeutung, sondern für die ganze Welt.

Vielen Dank für das Gespräch!

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