Den Weg nach Almaty finden normalerweise nur Sänger und DJs aus Russland. Am 10. Juni wehte aber der Wind des amerikanischen Hip-Hop durch die südliche Hauptstadt. Mario Winans und Loon, die bereits zahlreiche Hits in Amerika und in Europa hatten, gaben ein Konzert der Extraklasse

Zugegeben, Hip-Hop ist etwas für richtige Fans, und Konzerte dieser Art unterscheiden sich stark von Pop- oder Rockauftritten. Statt Sänger gibt es MCs oder Rapper, statt Headbangen – leichtes Mitwippen zum Takt. Die Liebe zur Musik vereint aber auch bei den Hip-Hop-Konzerten die Menschen im Publikum, die ein Konzert erst zur Party machen.

Die absolute Ausnahmesituation, dass zum ersten Mal amerikanische Stars nach Almaty kommen, wussten etwa 3.000 Fans zu schätzen. Im großen Sportpalast wurde es schnell voll. Das Publikum bestand aus 20- bis 25-jährigen Hip-Hop-Fans. Die Mädchen hatten sich sexy herausgeputzt, die Jungs ihre tiefsten Baggy-Hosen und coole Kopftücher angezogen.

Bevor die Amerikaner auf die Bühne kamen, durfte die Vorgruppe „Monoxide“ aus Almaty das Publikum in Stimmung bringen. Sie rappten, sangen und taten ihr Bestes, um die Stimmung für die großen Stars aufzuheizen, was ihnen aber nicht gelang.

Aber die Rapper aus Moskau, MC Dynamite und MC Nicolais, waren eine Bombe. Mit ausgezeichnetem russischen Rap und eingängigen Beats wussten sie das Publikum zu unterhalten und in die Show einzubeziehen. Wie MC Nicolais sagte, ohne die Leute im Publikum, die Stimmung machen und Songs mitbrüllen, sind die Rapper nichts.

Das ist auch der Hauptunterschied zu Pop- oder Rockkonzerten: Das Publikum macht die Stimmung. Nach fast zwei Stunden kam endlich Loon, der zusammen mit P.Diddy den Nr.1-Hit „I need a girl“ hatte. Die Stimmung war durch die Vorbands bereits aufgeheizt, das Publikum tanzte wild zu den bekannten Melodien. Der Höhepunkt wurde mit dem Erscheinen von Mario Winans erreicht. Er ist vor allem durch seinen Hit „I don´t wanna know“ im Jahr 2004 bekannt geworden. Davor war er Produzent und Songwriter unter anderem für Mary J. Blige, Whitney Houston und R. Kelly.

Die Zuschauer tobten, brüllten alle Songs mit und tanzten mit den Stars. Im Vorfeld wurden Gerüchte im Internet verbreitet, dass Mario Winans und Loon nicht selbst kommen, sondern Studenten aus Moskau, die ihnen ähnlich sehen. Aber nach dem ersten Ton wurde klar: Sie sind echt! Die Amerikaner sangen die ganze Zeit live und feierten eine richtige Party auf der Bühne.

Bei jedem Hip-Hop-Star sind immer DJs im Hintergrund, die verschiedene Sounds zusammen mixen. Auch bei Mario Winans hat der DJ die Hits der letzten Jahre aufgelegt, die alle Hip-Hop-Fans auswendig kennen. Auch eigene Kameramänner hatten die Stars dabei. Damit wirklich alles aufgenommen wird, wurden gleich drei Freunde der Rapper mit dem Aufnehmen beauftragt.

Immer wieder gingen Loon und Mario Winans ins Publikum und ließen sich, verschwitzt wie sie waren, anfassen. Die Mädchen flippten total aus, aber auch die Jungs wollten den Stars möglichst nahe sein. Eine gute Stunde später gingen die Stars, eingehüllt in eine kasachstanische Flagge, mit den Worten „We love Kazakhstan!“ von der Bühne. Ihre DJs spielten weiter Songs von Jennifer Lopez, 50Cent, Snoop Dogg, und das Publikum zog sich von der Bühne zurück nach hinten in den Saal, um da ungestört zu tanzen.

Alles in Allem war es eine mehr als gelungene Hip-Hop-Night in Almaty. Das Konzert dauerte drei Stunden! Die Begeisterung der Fans während des ganzen Konzerts spricht dafür, dass die Jugendlichen in Almaty nach mehr Hip-Hop-Konzerten dürsten.

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