Geschäftsmöglichkeiten für den deutschen Mittelstand in Kasachstan

Unter dem Motto „Geschäftsmöglichkeiten für den deutschen Mittelstand in Kasachstan am Beispiel der Regionen“ fand am am 12. September das Deutsch-Kasachische Wirtschaftsforum in München statt. Die Veranstaltung wurde von der „Kazakh Invest“ NC AG mit Unterstützung der Botschaft von Kasachstan in Deutschland veranstaltet.

Aus Deutschland nahmen der bayerische Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer, der Präsident der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern Eberhard Zasse, Mitglieder der Landesregierung, Vertreter von Wirtschaftsverbänden der Region sowie hohe Vertreter von rund 90 deutschen und bayerischen Unternehmen am Forum teil.
Von kasachischer Seite nahmen der Botschafter der Republik Kasachstan in Deutschland, Bolat Nussupow, der stellvertretende Vorsitzende der „Kazakh Invest“ NC AG, Marat Birimzhan, der stellvertretende Gouverneur der Region Atyrau, Schasulan Sujunchajew, Vertreter der Gebietsverwaltungen Almaty und Kostanay sowie die Unternehmen „Taraz Chemical Park“ und „Oral-Kabel“ teil.

Das Hauptziel dieses Forums bestand darin, ausländische Investoren für vorrangige Projekte in Kasachstan für die weitere Modernisierung und Industrialisierung der kasachischen Wirtschaft anzuziehen.

In seinem Grußwort informierte Botschafter Nussupow die Teilnehmer des Forums über die laufenden sozioökonomischen Reformen im Land, die zur Verbesserung des Investitionsklimas in Kasachstan beitragen und den Schutz der Rechte von Unternehmern gewährleisten sollen. Es wurden auch Schlüsselindikatoren und die Aufwertung Kasachstans in den Ratings internationaler Organisationen und führender Rating-Agenturen erwähnt. Besondere Aufmerksamkeit wurde den fünf globalen Megatrends gewidmet, die der Staatspräsident Nursultan Nasarbajew während des diesjährigen Astana-Wirtschaftsforums präsentierte.

Der Staatsminister Franz Josef Pschierer betonte in seiner Rede die zunehmende Rolle Kasachstans als Deutschlands wichtigsten wirtschaftlichen und politischen Partner in Zentralasien. Der bayerische Politiker unterstrich, dass Kasachstan selbstbewusst staatliche Programme umsetzt, die wiederum die Rahmenbedingungen für ausländische Investoren bilden. Nach seiner Überzeugung sind bayerische Unternehmen bereit, ihre Präsenz auf dem kasachischen Markt zu festigen und an der Umsetzung neuer Trends und Projekte zur Digitalisierung der wirtschaftlichen Strukturen, der Energiewende, der Transformation der globalen Arbeitsmarktes aktiv teilzunehmen und ihre Erfahrung zu teilen.

Während der Veranstaltung präsentierte Birimschan Marat, der Stellvertretende Vorstandsvorsitzender von „Kazakh Invest“, Schlüsselinvestitionsprojekte in vorrangigen Sektoren. Insbesondere wurden detaillierte Informationen über die Geschäftsmöglichkeiten in Kasachstan, legislative Unterstützung, Wettbewerbsvorteile für ausländische Investitionen im Rahmen der Entwicklungsstrategie Kasachstan 2050 sowie im Kontext der Januar-Botschaft des Staatsoberhaupts an das kasachische Volk zur sozioökonomischen Modernisierung des Landes gegeben.

Im Rahmen des Forums wurden Präsentationen der wirtschaftlichen Möglichkeiten der Regionen Almaty, Atyrau und Kostanay abgehalten. Dabei wurden Besonderheiten der kasachischen Wirtschaft in den jeweiligen Regionen skizziert und konkrete Projekte für potenzielle Investoren aus Bayern präsentiert.

Im Anschluss an die Veranstaltung hat die Nationalgesellschaft „Kazakh Invest“ NC AG drei Memorandums of Understanding unterzeichnet: Mit dem Ost-Westwirtschaftsforum Bayern e.V. zur inhaltlichen Füllung der regionalen Kooperation; mit der Hochschule für Agrarwirtschaft Weihenstephan zur Zusammenarbeit in der Agrarausbildung und der Entwicklung der Agrarwissenschaften in Kasachstan; mit Rohde & Schwarz GmbH & Co KG zur Zusammenarbeit in Fragen der Digitalisierung im Rahmen des kasachischen Staatsprogramms „Digitales Kasachstan“.

Bayern ist eine der größten und am stärksten industrialisierten Regionen in Deutschland. Das bayerische BIP lag im Jahr 2017 bei 568 Milliarden Euro. Der Exportanteil des Bundeslandes beträgt etwa 51%, was auf eine hohe Wettbewerbsfähigkeit der Produkte auf den Weltmärkten hinweist. In Bayern befinden sich Hauptbüros und Produktionsstätten der weltbekannten deutschen Unternehmen wie Allianz, Siemens, BMW, Audi, MAN, EADS, Eurocopter, Linde, Adidas, Puma und andere. Mehr als die Hälfte des Handelsvolumens zwischen Kasachstan und Deutschland entfällt auf Bayern. Der Wunsch bayerischer Unternehmen, mit Kasachstan zu kooperieren, genießt aktive Unterstützung der Landesregierung. (Botschaft Kasachstans in Deutschland)