Die Konditionen für Hermes-Bürgschaften zur Absicherung deutscher Exporte nach Kasachstan haben sich verbessert.

Die Konditionen für Hermes-Bürgschaften zur Absicherung deutscher Exporte nach Kasachstan haben sich verbessert.

Im Jahr 2004 übernahm die Bundesregierung Exportkreditgarantien in Rekordhöhe von insgesamt 21,1 Milliarden Euro. Die Exportkreditgarantien der Bundesrepublik sollen deutschen Firmen, hier vor allem auch dem Mittelstand, die internationale Markterschließung erleichtern. Mit den so genannten Hermes-Deckungen oder Hermes-Garantien, können deutsche Exporteure und Kreditinstitute ihre wirtschaftlichen Käufer- und politischen Länderrisiken aus Exportgeschäften absichern.

Für die Versicherung eines Exportgeschäfts und damit verbundener Zahlungsströme sind Bearbeitungsgebühren und Prämien für die Deckungsübernahme zu entrichten. Mit Wirkung vom 28. Januar 2005 sind einzelne Länderbewertungen und damit die Konditionen und Prämien der Hermes-Bürgschaften für bestimmte Exportdestinationen und eben gerade auch für Kasachstan angepasst worden.

Die prämienrelevante Länderklassifikation für Hermes-Garantien spiegelt das durchschnittliche erwartete länderspezifische Risiko einer Transaktion wieder. Die Skala reicht von eins bis sieben. Kategorie eins bedeutet geringstes länderspezifisches Risiko und damit geringste Prämie; Kategorie sieben steht für Exportdestination mit höchstem Risiko und damit maximaler Prämienzahlung. Die länderspezifische Einstufung wird im Zuge gemeinsamer Beratungen aller Exportkreditversicherungen der OECD vorgenommen. Entscheidungsgrundlage sind sowohl die makroökonomischen Wirtschaftsdaten eines Landes als auch die Zahlungserfahrungen aller OECD-Exportkreditversicherer in den jeweiligen Ländern.

Im Zuge der regelmäßigen Überprüfung der Länderklassifikation hat sich Kasachstan um eine Stufe verbessert. Die Prämien zur Absicherung deutscher Exporte nach Kasachstan reduzieren sich damit erheblich, denn die Höhe der fälligen Prämien richtet sich vor allem nach der Länderkategorie, in die das Käuferland eingestuft ist. Kasachstan befindet sich nunmehr in der Kategorie vier; vormals in der fünften Kategorie. Im Falle Kasachstans kommt es damit zu einem Absinken der Prämien von mehr als 25 Prozent. Diese Angaben beziehen sich gemäß der Euler Hermes Kreditversicherung auf ein typisches Liefergeschäft an einen privaten Abnehmer in Kasachstan unter Berücksichtigung von Sicherheiten eines anerkannten kasachischen Kreditinstituts. Anerkannte Partnerbanken sind beispielsweise die Halyk Savings Bank (HSBK), die Kazkommertsbank (JBK) oder die Turan Alem Bank (BTA).

Aber nicht nur die Ländereinstufung Kasachstans verbesserte sich. Die weitestgehende Ausnutzung der bisher jährlich bereit gestellten Gelder zur Exportförderung nach Kasachstan in Höhe von rund 200 Millionen Euro führte zu einer Aufstockung. Als Richtgröße stehen nun Bundesgarantien respektive Deckungsmöglichkeiten in Höhe von 300 Millionen pro Jahr bereit. Die Orientierungsgröße für Einzelgeschäfte liegt bei maximal 30 Millionen Euro pro Transaktion. Geschäfte mit Auftragswerten über 30 Millionen Euro können bei Vorliegen besonderer Förderungswürdigkeit allerdings auch abgesichert werden. Besondere Förderungswürdigkeit besteht vor allem bei Beteiligung ostdeutscher Firmen oder bei multinationalen Kooperationsprojekten.

Mit der neuen Länderklassifikation kann Kasachstan nun zusammen mit Russland die beste Einstufung innerhalb der Region GUS/Kaukasus vorweisen. In der nun erreichten Kategorie vier befinden sich beispielsweise Länder wie Ägypten, Bulgarien, Rumänien, Kroatien, Marokko oder Panama – alles Länder, in denen deutsche Exporteure nicht mehr mit erheblichen Risiken bei Exportgeschäften zu rechnen haben. Jetzt braucht es nur noch deutsche Unternehmer, die die Geschäftsmöglichkeiten in Kasachstan nutzen, vielleicht auch mit Hilfe staatlicher Hermesdeckungen der Auslands-Geschäfts-Absicherung der Bundesrepublik.

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