Herzlichen Glückwunsch zum Frauentag!

Ulzhan Rakmedyanova (2.v.l.) mit ihren Schülern in Berlin.
Ulzhan Rakmedyanova (2.v.l.) mit ihren Schülern in Berlin. | Bild: privat

Zum kommenden 8. März, dem Weltfrauentag, möchten wir unserer verdienten Lehrerin der PASCH-Schule Nr. 46 in Astana, Ulzhan Rakhmedyanova, ganz herzlich gratulieren und ihr das folgende Porträt widmen:

Ulzhan Rakmedyanova ist stellvertretende Schulleiterin für Berufsbildung der höchsten Qualifikationskategorie der staatlichen Einrichtung Schule Nr. 46 in Astana, einer der bekanntesten DSD-Schulen des Landes. Sie begann ihre Karriere an einer pädagogischen Universität als Deutschlehrerin im Jahre 1981 und nahm an zahlreichen Fortbildungen in Deutschland teil, durch die sie ihre beruflichen Fähigkeiten erfolgreich optimieren konnte.

Das Wichtigste war dabei für sie, ihr Wissen und ihre Erfahrungen an die Schüler weiterzugeben und sie individuell zu fördern. Wie gut sie als Lehrerin ist, lässt sich an den Lernerfolgen zahlreicher Absolventen messen, die ihr Studium und ihre Karriere im nahen und fernen Ausland mit Bravour fortsetzen. Ihr wurden Titel wie „Exzellenz in der Bildung und des Erfolgs der Republik Kasachstan“, „Führt an die Spitze des Olymps“ (MK RK, 2009), „Lehrer des Jahres 1998. Kokshetau” und Auszeichnungen vom Erziehungs– und Bildungsministerium Astana, Nur-Otan, „Bildungspoint Berlin“, der „Vereinigung der Geschäftsfrauen Kasachstans“ sowie von der AF-Gesellschaft Republik Kasachstan verliehen.

Frau Rakhmedyanova ist eine erfahrene und kreative Lehrerin. Zu ihren vorrangigen Prinzipien als Deutschlehrerin und Leiterin der Deutsch-Fachschaft zählen Kompetenzorientierung, Teamarbeit sowie methodisch-didaktisch durchdachte Lehr– und Lernarrangements. Nicht umsonst sind ihre Schüler jährliche Preisträger der städtischen und republikanischen Olympiaden. Unsere verdiente Lehrerin ist eine zugewandte Pädagogin, die gleichermaßen von ihren Kolleginnen, Schülerinnen und Schülern sowie Eltern respektiert und sehr geschätzt wird.

Was gefällt Ihnen besonders an Ihrer Arbeit als Deutschlehrerin?

Ulzhan Rakmedyanova: Meine Arbeit ist mein Leben. Mit den Kindern habe ich eine sehr gute gemeinsame Sprache; egal ob sie klein oder schon fast Erwachsene in der 11. Klasse sind, kann ich sie immer gut verstehen. Das ist sehr wichtig für mich.

Warum Deutsch?

Schon immer spielte die deutsche Sprache eine große Rolle; beispielsweise hatten wir zu meiner Schulzeit kein Französisch, sondern Deutsch. Ich fing in der 5. Klasse an, Deutsch zu lernen. Es fiel mir nicht schwer, deswegen mochte ich es.

Gab es in Ihrer Schulzeit eine Lehrerin / einen Lehrer die/der Einfluss auf Ihr weiteres Leben hatte?

Ja, klar gab es in meiner Schulzeit solch eine Lehrerin, doch leider kann ich mich nicht mehr an ihren Namen erinnern. Sie hatte eine sehr schöne deutsche Aussprache und einen deutschen Akzent und das bewunderte ich. Es gab bei uns auch viele Deutsche, die hier in Kasachstan lebten, es sind aber einige inzwischen nach Deutschland gezogen.

Was waren die entscheidenden Faktoren, die Ihnen geholfen haben, eine gute Lehrerin zu sein?

Erstens möchte ich sagen, dass ich sehr froh bin, an der Deutschen Schule Nr.46 zu arbeiten. Hierbei spielen die deutschen Fachberater in unserem Berufsleben eine ganz große Rolle und ich kann ganz ehrlich sagen, dass sie mir dabei helfen, bis heute eine gute Lehrerin zu bleiben, denn sie stehen uns auf Schritt und Tritt zur Seite. Wenn wir Fragen haben, Probleme auftauchen oder wir an Projekten arbeiten, dann geben sie uns stets Ratschläge und Tipps. Insbesondere möchte ich unsere deutsche Fachschaftsberaterin Frau Berna Budur und unseren Fachberater Herrn Schönfeld erwähnen, die uns Deutschlehrerinnen ständig motivieren, uns Anregungen für die Unterrichstgestaltung oder Schulveranstaltungen geben und uns zeigen, dass es auch für die Jugendlichen Kasachstans möglich ist, ihr Studium in Europa, beziehungsweise in Deutschland zu meistern.

Wie lässt sich ihr Beruf mit Ihrem Familienleben vereinbaren?

Mein Familienleben und mein Beruf sind sehr eng miteinader verbunden, besonders mit meinen drei Kindern. So hat mein jüngster Sohn Ashym seinen Master in Deutschland gemacht und ist auch dort geblieben. Nun arbeitet er in einer deutschen Firma. Darzhan, meine älteste Tochter, lebt zwar zurzeit mit ihrer Familie in den Vereinigten Staaten, aber hat auch als Deutschlehrerin an der Agrar-Universität in Astana und ein halbes Jahr in Berlin gearbeitet. Meine Enkelkinder sind genauso eng mit Deutsch verbunden: Asdara, Schülerin der 11. Klasse, macht ihre DSD-Prüfung B2/C1. All das zeigt, dass die deutsche Sprache in unserer Familie keine geringe Rolle spielt.

Was war Ihr schönster Moment mit Ihren Schülern?

Bei mir gibt es nicht einen Moment, den ich am schönsten finde, sondern viele. Wenn zum Beispiel ein Schüler oder eine Schülerin besonders begabt ist und gute Noten in Deutsch hat, dann erleichtert es auch meine Arbeit. Dann weiß ich, dass ich etwas erreicht habe, ihm/ihr Vieles beigebracht habe und ihn/sie motivieren kann, die Sprachkenntnisse weiterzuentwickeln. Umgekehrt freut es mich genauso, wenn Schüler unerwartet ihre Deutschkenntnisse verbessern und zeigen, was in ihnen steckt.

Warum, glauben sie, entscheiden sich viele Jugendliche dafür, Deutsch zu lernen?

Meiner Meinung nach liegt es nicht nur daran, dass Deutschland im Zentrum Europas liegt, dass es ein gut entwickeltes Land ist oder dass Deutschland einem die Möglichkeit gibt, ein gutes Leben aufzubauen, sondern auch daran, dass es nicht zu schwierig ist, sich in Deutschland zu integrieren und dass unsere Absolventen ihr Studium oder ihre Karriere dort weiterführen können. Es gibt viele Perspektiven für unsere deutschlernenden Schüler und Schülerinnen der Schule Nr.46 in der Zukunft. Hier muss man das Motiv, in der Zukunft Deutsch zu lernen, unterstreichen und das ermöglichen die DSD-Schulen. Einige von ihnen kehren heim und geben hier ihr Bestes, die anderen bleiben in Deutschland, weil sie denken, dass sie auch das Recht haben, sich in Europa weiter zu bilden.

Und zu guter Letzt: Worin liegt der Erfolg des PASCH-Schulen?

Ich weiß, dass die Initative „Schulen: Partner der Zukunft“ dieses Jahr ihr 10-jähriges Jubiläum feiert. Zweifellos verbindet das PASCH-Projekt alle Schulen auf der ganzen Welt und motiviert die Schüler, Deutsch zu lernen, neue Informationen aufzunehmen, sich weiter zu entwickeln. Aber auch die ganzen Projekte und Zusatzmaterialien, die die PASCH-Initiative uns zur Verfügung stellt, bereichern unseren Deutschunterricht und Schulalltag. Wir sind sehr stolz, dass wir ein Teil der PASCH-Gemeinschaft sind.