Jedes Land ist ein einzigartiges Juwel

Deutschlehrerseminar in Ungarn

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Während des einwöchigen Seminars hatten die Teilnehmerinnen auch Gelegenheit, Fünfkirchen kennenzulernen.
Während des einwöchigen Seminars hatten die Teilnehmerinnen auch Gelegenheit, Fünfkirchen kennenzulernen. | Bild: Autorin

Fünfkirchen – Jedes Land ist ein einzigartiges Juwel, und jeden Tag dieses „kleinen Lebens“ in Ungarn hinterließ einen bleibenden Eindruck auf mein Leben. Vom 25.bis 29. Juni fand ein internationales Seminar im Valeria-Koch-Bildungszentrum in Fünfkirchen (Pécs) statt, an dem ich teilgenommen habe. Nachdem ich zu Beginn des Seminars in die dortige Sprachumgebung eingetaucht war, begann ich unfreiwillig, Sokrates zu zitieren: „Ich weiß, dass ich nichts weiß.“

Nach einiger Zeit nahmen wir dank Ibolya Hock die Arbeit auf und ich merkte, dass ich dank des Pädagogischen Instituts für Fremdsprachen in Almaty und dem Goethe-Institut doch EinAiges weiß. Das Goethe-Institut gibt den Lehrern aus der Region Karaganda jedes Jahr die Möglichkeit, an interessanten Seminaren zur Unterrichtsmethodik der deutschen Sprache in Almaty und Astana teilzunehmen. Auch für die Schüler gibt es viele Angebote. Sie können an Projekten teilnehmen, Deutschland mit eigenen Augen sehen, und selbst spüren, was den Reiz der deutschen Sprache ausmacht. Das ist ein kostbares Geschenk für Schüler vom Dorf.

In Fünfkirchen fand nun also eine einwöchige Fortbildung für Lehrkräfte an Minderheitenschulen statt. Im Fokus standen die Auseinandersetzung mit der Methodik und Didaktik von Deutsch als Minderheitensprache sowie die Vermittlung der Traditionen der deutschen Minderheit am Beispiel der Ungarndeutschen. Die Kurse begannen mit Präsentationen der teilnehmenden Länder und Gesprächen über die Erfahrung in der Spracharbeit mit den deutschen Minderheiten.

Das Programm umfasste auch die Ausbildung an Stationen, praktischen Unterricht durch interaktive Methoden sowie einem Ausflug in die Gegend. Die Teilnehmer des Seminars besuchten den Lehrpfad in Feked und das ungarndeutsche Heimatmuseum in Schomberg. Auch die Besichtigung der Wassermühle in Mohács gehörte zu den Höhepunkten des Seminars. 2014 wurde dort eine Tretmühle errichtet. Es die einzige funktionsfähige Mühlenanlage Europas, die mit menschlicher Kraft angetrieben wird.

Das Seminar hat Deutschlehrer aus Ungarn, Russland, Rumänien, Polen, Kroatien, Tschechien und der Ukraine zusammengebracht. Die ungarischen Kollegen haben sich bemüht, das Seminar dynamisch und produktiv zu gestalten. Auf kreative Art und Weise näherten wir uns den Themen. Fast alle Teilnehmer meinten am Ende, dass das Seminar sie zur weiteren Verbesserung ihrer Tätigkeit motiviert habe. Es gab sowohl konkrete praktische Ratschläge als auch allgemeine Informationen. Ich habe in Ungarn viel Neues, Interessantes und Sinnvolles gelernt. Dank diesem Seminar konnte ich meine Unterrichtsmethodik verbessern, internationale Erfahrung und mehr Fachwissen erwerben.

Besonders sind mir in Ungarn die gepflegten Straßen und die schicken grünen Parks aufgefallen. Ich möchte in meinem kasachstanischen Dorf ebenfalls solch eine Oase. Das Wichtigste ist jedoch, die Identität der Deutschen in Schaschubai genauso zu bewahren, wie man die Identität der Deutschen in Ungarn bewahrt.

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