Nicht selten wird Vergewaltigungsopfern vorgeworfen, dass sie doch selbst schuld seien. Warum tragen sie auch Miniröcke oder zeigen ein tiefes Dekolletee? Dass sexueller Missbrauch nichts mit der Kleidung zu tun hat, zeigte kürzlich eine Ausstellung in Almaty.

Es sind die Geschichten von Frauen, die auf dem Weg ins Kino, zur Arbeit oder nach Hause waren. Sie sind auf Russisch und Kasachisch zu lesen. Dazu sind die Sachen ausgestellt, die die Opfer zum Zeitpunkt der Taten trugen: Dicke Wintermäntel, Jeans, Schuluniformen. Die Täter stammen häufig aus dem familiären Umfeld. Es sind ein Freund der Familie, der eine Mitfahrgelegenheit anbietet, und der Onkel, der auf die fünfjährige Nichte aufpasst. Es kann der Cousin sein oder der eigene Freund, der ein „Nein“ nicht akzeptieren will. Die Geschichten schockieren. Doch genau das ist es, was notwendig ist, wenn man eine Gesellschaft aufrütteln will.

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