Das Österreichische ist so manchem Deutschen ein großes Mysterium. Der Grund dafür ist nicht nur die Aussprache, sondern auch allzu oft das andersartige Vokabular. In unserer Reihe Österreichisch für Anfänger bemüht sich Rafaela Lobaza, gebürtige Österreicherin, einen Einblick in das Sammelsurium der österreichischen Wörter und Phrasen zu bieten, die einem Deutschen wohl eher unbekannt sind. Diese Woche widmen wir uns dem Wort „fladern“.

Obwohl sich das Verb fladern nicht wie etwas sonderlich Schlimmes anhört, handelt es sich dabei um etwas, das in manchen Fällen durchaus strafrechtlich verfolgt wird. Es kommt allerdings immer darauf an, in welchem Rahmen das Ganze passiert: Wenn der 13-jährige Benjamin seinem Vater 15 Euro fladert, wird das wohl keine sehr spektakulären Folgen haben.

Wenn aber ein Erwachsener einem anderen in der U-Bahn das Geldbörsel (österreichisch für Geldbeutel) fladert oder vielleicht sogar in einem Elektrofachmarkt ein Handy fladert, ist das schon etwas ganz anderes. Ja, ganz richtig, fladern bedeutet soviel wie stehlen oder etwas mitgehen lassen. Und der, der etwas fladert, der ist für uns ein Fladerant.

Im Übrigen ist der Übergang zwischen sich etwas ausborgen und fladern oft recht nahtlos. Nicht selten ist ein Mädchen der Meinung, dass sie die Kleider ihrer Schwester nur ausborgt, während sich diese bereits bei den Eltern beschwert: „Die Lisa hat mir schon wieder alle meine neuen T-Shirts gfladert!“

Tja, immer diese Fladeranten…

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