Sommer – wunderbares Wetter, Ferien, Erholung… Davon träumt in dieser Jahreszeit jeder Schüler. Die Kinder müssen nicht früh aufstehen, keine Hausaufgaben machen und nichts für die Schule vorbereiten. Für uns war dieser Sommer jedoch durch verschiedene Reisen und Aktivitäten besonders erlebnisreich.

Kristina Podlipajewa (16), Amina Kalykowa (15)

Der Sommer begann bei uns wie immer sehr intensiv. Schon in den ersten Tagen der Ferien besuchten die Kinder das deutsche Sprachlager, wo sie ein sehr faszinierendes Programm erwartete. „Sprachen machen das Leben bunter!“ – so lautete die Devise. In diesem Jahr besuchten nicht nur junge Kinder, sondern auch ältere, die sich auf die Prüfung zum Deutschen Sprachdiplom I (DSD-I) vorbereiten, das Lager. Die Lehrer machten alles, um Spaß und Spiel nicht zu kurz kommen zu lassen. So war jeder Tag ungewöhnlich und spannend: Die Kinder verbrachten beispielsweise einen lustigen Casino-Nachmittag mit verschiedenen Spielen, suchten den richtigen Weg zu einem köstlichen Schatz oder machten einen Ausflug an einen See. Zum Schluss bekamen sie ein Diplom, das ihre Kenntnisse bestätigte.
Eine besondere Erfahrung aber machte die 10. Klasse, denn sie hatte die wunderbare Möglichkeit, ihre Deutschkenntnisse nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis zu verbessern. Sie konnte Deutschland und Österreich besuchen.

Was war das Ziel dieser Reise?

Alina: „Diese Reise, die vom 26. Mai bis zum 5. Juli stattfand, war wie ein Sprachkurs, bei dem wir nicht nur einfach verschiedene Städte besuchten, sondern auch vormittags meist Deutschunterricht hatten, in Gastfamilien lebten, durch Konzerte unser Land Kasachstan vorstellen und dabei so manche Kontakte knüpfen konnten.“

Welche Orte habt ihr besucht?

Asylchan: „Eine wunderschöne Zeit in Deutschland haben wir in München und Chemnitz verbracht, in Dresden mit seiner prächtigen Architektur und natürlich in der Hauptstadt Berlin. Dort haben uns besonders der Reichstag, der Alexanderplatz, der Zoo und das Schloss Sanssouci in Potsdam beeindruckt. Eine Woche lang erholten wir uns auf der Insel Usedom. Was wir von Bildern bisher nur aus dem Unterricht kannten, wurde für uns nun Wirklichkeit, zum Beispiel das Baden im Meer oder die Wanderung zu den Kreidefelsen auf der Insel Rügen. In Österreich besichtigten wir Wien, Linz und Salzburg.

Was gefiel euch besonders an dieser Reise?

Katja: „Besonders gefiel mir die Abwechslung zwischen Unterricht, Kultur, Natur und Freizeit. So lernte ich die Sehenswürdigkeiten im Salzburger Land kennen und konnte die Krimmler Wasserfälle, die Eisriesenwelt, das Salzbergwerk in Hallein und die Festung Hohensalzburg wirklich sehen.“

Zur gleichen Zeit besuchte eine weitere Schülerin aus der 10. Klasse Deutschland: Kristina Podlipajewa nahm als Preisträgerin vom 23. Juni bis zum 23. Juli an der Reise des Pädagogischen Austauschdienstes teil. „Im Rahmen des Internationalen Preisträgerprogramms werden jährlich fast 450 Schülerinnen und Schüler im Alter von 15 bis 17 Jahren aus circa 90 Staaten als Auszeichnung für herausragende Leistungen in der deutschen Sprache zu einem vierwöchigen Aufenthalt in die Bundesrepublik Deutschland eingeladen“, erklärt sie. „Dabei haben wir landeskundliche Exkursionen in gemischten internationalen Gruppen nach Köln, Bonn, Berlin, München und Hamburg gemacht. Außerdem waren wir noch in kleineren Städten wie zum Beispiel Düsseldorf, Aachen und Frankfurt/Oder. Definitiv möchte ich noch einmal eine solche Reise machen, denn es ist mein Traum, in Zukunft in Deutschland zu studieren“, sagt Kristina.

Unser Mitschüler Iljas Schanserik brach zu einer weiteren Reise auf. Sein Ziel war Kirgisistan, wo er in Bischkek vom 9. Juli bis zum 27. Juli 2018 an der zentralasiatischen „MINT-Sommerschule“ der Staatlichen Universität für Bauwesen, Transport und Architektur teilnehmen durfte.

Iljas, warum hast du an diesem Projekt teilgenommen? Erzähl uns etwas über dieses Programm.

Am Anfang wurden wir in vier Gruppen aufgeteilt: Zwei Gruppen mit Unterricht auf Russisch mit dem Niveau A1 und A2 und zwei Gruppen mit Unterricht auf Deutsch mit dem Niveau B1 und B2. Ich war einer deutschen Gruppe mit Informatik, Mathematik und Physik mit dem Schwerpunkt Erneuerbare Energie zugeteilt. Jeden Tag hatten wir zwei Unterrichtseinheiten mit je 1,5 Stunden. Dazu gab es Arbeitsgruppen wie Bildbearbeitung, Arduino, Mikrokontroller, E-Technik und Finanzmathematik. Man konnte aber nur eine AG wählen. Abends hatten wir verschiedene Unterhaltungsprogramme. Zum Beispiel gab es einen Talent-Wettbewerb, wo man seine Fähigkeiten in Tanzen, Vokalkunst und Spiel auf einem Musikinstrument zeigen konnte. Am Wochenende waren wir in Issyk-Ata und am Issyk-Kul, wo wir eine spannende Zeit verbracht haben.

Bist du zufrieden mit der Reise? Welche Erfahrungen hast du gesammelt?

Ich bin sehr dankbar, dass ich die Chance hatte, an dieser MINT-Sommerschule teilzunehmen. Das war ein lehrreicher und auch lustiger Monat, an den ich mich immer erinnern werde, weil ich viel Neues gelernt und viel neue Freunde gefunden habe, mit denen ich nun jeden Tag kommuniziere. Dank des Unterrichts in deutscher Sprache habe ich viele neue Wörter, die mit den MINT-Fächern zu tun haben, und neue Methoden zur Lösung von mathematisch-physikalischen Problemen gelernt. Das waren drei echt tolle Wochen, über die ich nur das Beste sagen kann, weil mir alles gut gefallen hat.

Dieser Sommer war nicht nur für die Schüler produktiv, sondern auch für unsere Deutschlehrerin Jewgenija Fissenko, die an der Fortbildungsveranstaltung für DaF-Lehrkräfte an Sprachdiplom-Schulen in Bonn vom 2. bis zum 6. Juli und an der landeskundlichen Fortbildungsveranstaltung „Politik und Kultur in Deutschland“ vom
6. bis zum 20. Juli in Mariaspring im Flecken Bovenden erfolgreich teilgenommen hat.
Abschließend möchten wir sagen, dass das Lernen von Sprachen eine große Chance ist, um die Welt zu sehen und das Wissen zu erweitern!

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