Swetlana Schubina

Sommer ist gleich Urlaubszeit – doch nicht für alle. Manche nutzen die Zeit zum Lernen. Die Stiftung „Wiedergeburt“ organisierte Anfang Juli in Nur-Sultan eine Fortbildung für Deutschlehrer. Die Referentinnen Christina Henke und Marlene Kreutz waren dazu extra aus Deutschland angereist und haben den Kursteilnehmerinnen Methodik und Didaktik des DaF-Unterrichts vermittelt. Außerdem haben sie viele wissenswerte Aspekte zum Lehramtsstudium und der Lehrerausbildung in Deutschland erzählt. Die Themen des Seminars wurden in fünf Tageseinheiten gegliedert, sodass jeder Tag einen thematischen Schwerpunkt hatte. Der Inhalt wurde in Theorie, Praxis und Reflexion gleichermaßen eingeteilt.

Am Anfang der fünftägigen Fortbildung stand eine Vorstellungsrunde aller 15 Teilnehmerinnen. Dazu mussten sie kreativ werden. Manche erstellten eine PowerPoint-Präsentation, anderen zeigten gar ein Video von sich und ihrer Arbeit. Viele Lehrerinnen geben nicht nur Sprachkurse bei der „Wiedergeburt“, sondern unterrichten auch Deutsch an Schulen und Universitäten. Während des ersten Tages entwickelte sich eine offene und hilfsbereite Arbeitsatmosphäre, die auch in den folgenden Tagen erhalten blieb.

An den nächsten beiden Tagen ging es um das Thema „Spielerisches Lernen“ Dabei standen die kreativ-musikalische Arbeit am Beispiel eines Mini-Theaters und die Erweiterung des Wortschatzes im Fokus. Den Lehrerinnen wurden praktische Ideen und Methoden präsentiert, wie ein Theaterstück mit Kindern spielerisch auf deutscher Sprache eingeübt und durchgeführt werden kann. Doch nicht nur durch Theater kann Sprache nähergebracht werden, sondern auch durch Gesellschafts- und Wortschatzspiele. Alle Spiele, die die Teilnehmerinnen durchspielten, verfolgten einen unterschiedlichen didaktischen Ansatz, der jeweils an das Niveau der jeweiligen Lerngruppe angepasst werden kann.

Der vierte Seminartag begann mit einer Stadtrundfahrt durch Nur-Sultan. Die Stadtführung wurde von einer professionellen Reiseleiterin auf Deutsch durchgeführt. Neben geografischen, wirtschaftlichen und politischen Informationen konnten die Teilnehmerinnen die Hauptsehenswürdigkeiten wie den Bajterek-Turm, die Pyramide des Friedens und der Eintracht, den Khan-Shatyr und die Nur-Astana-Moschee besuchen. Die architektonische Vielfalt, die von unterschiedlichen Architekten aus aller Welt hier verwirklicht wurde, ist sehr beeindruckend und faszinierend zugleich. Die gewonnenen Eindrücke wurden im Seminar am Nachmittag in Form eines Zeitungsartikels festgehalten.

Am letzten Seminartag stand das Thema „Mode“ auf der Agenda. Welche Trends gibt es gerade? Was ist nachhaltige Mode? Wie und wo wird Kleidung produziert? Über Fragen wie diese wurde sich angeregt ausgetauscht.

Die Woche hat nicht nur den Teilnehmenden großen Spaß bereitet, sondern auch den Referenten. „Astana (heute: Nur-Sultan, Anm. d. Red.) – was ganz einfach mit ‚Hauptstadt‘ aus dem Kasachischen übersetzt werden kann – ist eine vielfältige Metropole mit unterschiedlichen Facetten. In einigen Straßen ist die ‚Sowjetzeit‘ mit ihren prächtigen Bauten präsent, während die gläsernen Wolkenkratzer an New York, das niemals schläft, erinnern. In einigen Gassen weht die sommerliche Brise des Orients, während der kalte Wind an sibirische Kälte erinnert. Die Stadt ist so vielfältig wie ihre Bewohner, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch haben sie alle eins gemeinsam: Sie sind sehr gastfreundlich! Und dafür danken wir und sagen: ‚Poka‘ bis bald“, fasst Christina Henke, die selbst russlanddeutsche Wurzeln hat, ihre Eindrücke zusammen.

Das Seminar wurde in Kooperation mit der Jugendorganisation der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland durchgeführt.

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