Im Februar 2005 wurde sie gegründet: Die Media-Schule bildet junge Journalisten auf ihren Weg in die Festanstellung aus. Die DAZ sprach mit der Leiterin der Media-Schule, Swetlana Posnjakowa, über Ziele und Perspektiven der Einrichtung

DAZ: Was genau ist die Media–Schule, und wer kommt hierher?

Swetlana Posnjakowa: Hierher kommen Menschen, die verstehen wollen, ob der Beruf des Journalisten etwas für sie ist oder nicht. Das Alter ist bei uns kein Zulassungskriterium, die Teilnehmer können 15 oder 45 Jahre alt sein. Teilweise sind es aber Journalisten, die ihre Qualifikation verbessern wollen.

In den vier Monaten, die die Ausbildung dauert, vermitteln wir ein konzentriertes, praxisbezogenes Wissen über Journalismus. Denn in Kasachstan ist es durchaus üblich, vier Jahre Journalismus zu studieren und während dieser Zeit keinen einzigen Artikel zu verfassen. Der Markt aber braucht fähige Journalisten. Die Zeitungen beklagen sich über mangelnde Ausbildung an den Universitäten.

Die Media-Schule ist praktisch ausgerichtet. Wir motivieren die Studenten, selbst ein Produkt zu erstellen. Neben den üblichen Vorlesungen und Seminaren laden wir auch Gäste ein. Es können Journalisten sein, wobei wir kasachstanische wie auch internationale Experten gern sehen oder auch Manager. Die Gäste selbst sind an gut ausgebildeten Kräften in ihrer Branche interessiert.

DAZ: Gibt es einen typischen Teilnehmer der Media-Schule?

Swetlana Posnjakowa: Die Teilnehmer haben alle eines gemeinsam: Sie wollen lebendiges Wissen über Journalismus erhalten. Die meisten Teilnehmer sind Frauen. Wir haben einen großen Mangel an männlichen Kräften.

DAZ: Haben die Teilnehmer der Media-Schule eine Vorbildung?

Swetlana Posnjakowa: Viele haben schon eine journalistische Vorbildung. Zu uns kommen auch viele Journalistik-Studenten am Ende ihres Studiums, um zusätzliche Kenntnisse zu erhalten. Außerdem haben wir Studenten, die schon beim Fernsehen oder in Zeitungsredaktionen arbeiten. Sie stellen aber nur einen kleinen Anteil dar.

Am Ende der Ausbildung bekommen die Teilnehmer ein Zertifikat. Die besten Studenten, die sich besonders engagieren und bei denen wir ein großes Potenzial sehen, bekommen von uns ein Empfehlungsschreiben, das sie bei den zukünftigen Arbeitgebern vorlegen können.

DAZ: Wie entstand die Idee, eine Media-Schule zu gründen?

Swetlana Posnjakowa: Die Idee haben wir zusammen mit dem Medianet-Direktor, Adil Dschalilow, entwickelt. Ich habe im Sommer 2002 eine Sommerschule für Journalisten aus Kasachstan und Kirgisistan durchgeführt. Den Teilnehmern wurde innerhalb von nur zehn Tagen Wissen über Journalistik und ihre Teilgebiete bis hin zur Wirtschaft vermittelt. Das Ganze von neun Uhr morgens bis sechs Uhr abends.

Nach dieser Sommerschule hatte ich den Traum, eine Media-Schule nicht nur für zehn Tage, sondern stationär und dauernd zu veranstalten. Zehn Tage sind einfach zu kurz. In einer ständigen Media-Schule kann man einen ganz anderen Level erreichen.

Dann haben wir uns mit Adil Dschalilow zusammengetan und die Idee zur Media-Schule ausgearbeitet.

DAZ: Wie sieht die Media-Schule genau aus? Wie oft finden die Seminare statt?

Swetlana Posnjakowa: Die zwei Gruppen, die Anfänger und die Fortgeschrittenen, haben jeweils zweimal in der Woche Veranstaltungen. Zusätzlich haben die beiden Gruppen gemeinsame Seminare, ebenfalls zweimal in der Woche. Also ist die Media-Schule sechs Tage die Woche ausgebucht.

DAZ: Wie würden Sie die Media-Schule umschreiben?

Swetlana Posnjakowa: Für mich stellt sie ein Trampolin für die jungen Journalisten dar. Ich sehe mit meinen eigenen Augen, wie einige unserer Teilnehmer Arbeit bei Zeitungen oder auch Unternehmen finden. Schließlich vermitteln wir auch Kenntnisse in Public Relations. Der Bedarf an gut qualifizierten Journalisten mit Praxiserfahrung ist riesig und wird von den Universitäten kaum gedeckt. Wir nennen die Studenten unsere „Kinder“ und sind sehr stolz auf die Ergebnisse dieser ersten Media-Schule.

DAZ: Vielen Dank für das Gespräch!

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