Zum Thema Migration und Integration hat er einen Zeichentrickfilm gedreht. Viktor Stickel ist Mediendesigner und Regisseur, der versucht, mit seinen Werken Brücken zu schlagen.

Viktor Stickel ist Mediendesigner, Regisseur, Animationskünstler, Kameramann und Produzent. Er selbst bezeichnet sich als „geselliger Grenzgänger“, der als Animationskünstler „die Zerrissenheit zwischen Perfektion und Unvollkommenheit“ überbrückt. Zerrissenheit und Identitätsfindung hat er auch schon zum Thema seiner Produktionen gemacht, so erklärt er die Integration in seinem Zeichentrickfilm „Süßwaccep – ein Kurzfilm zum Thema Migration und Integration“ (Süßwasser 2008) mal ganz anders: Dank dem „fliegenden Fisch“, den der Großvater seinem Enkel Juri vor der Auswanderung nach Deutschland geschenkt hatte, lernt der Junge, dass man die Tür aufmachen und auf andere zugehen muss – so findet er Freunde. Die Botschaft, die Stickel mit seinem Film vermitteln will, heißt: Raus aus dem Schneckenhaus! Nur so kann jeder ankommen und heimisch werden.

Auch er selbst musste diese Erfahrung machen. „Meiner Ansicht nach hilft es den Nachkömmlingen aus Russland wenig, sich mit Erfolgsgeschichten anderer zu beschäftigen. Ihnen sollte vielmehr damit geholfen werden, sie ernst zu nehmen und sie auf ihrem Weg und bei ihren ersten Schritten zu unterstützen, damit auch sie früher oder später ihren eigenen Weg gehen können und nicht vom Weg abkommen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Erfolgsgeschichten anderer manch einen unter Druck setzen können“, sagte Viktor Stickel.
Geboren wurde er 1982 in Georgijewka/Kasachstan. 1993 kam er mit seinen Eltern nach Deutschland. Er besuchte die Grundschule und das Gymnasium in Schönau/Schwarzwald, wo er 2002 sein Abitur machte. Anschließend leistete er seinen Zivildienst am Mutter-Kindkurheim Tannenhof in Todtnauberg und machte danach ein Praktikum bei Mediaville GmbH in Weil am Rhein. Von 2005 bis 2008 studierte er Mediendesign an der Berufsakademie Ravensburg (heute: DHBW Ravensburg) mit Schwerpunkt Bewegtbild-Design. Als Diplomarbeit an der Berufsakademie Ravensburg stellte er seinen Kurzfilm zum Thema Integration vor. Nach einem Jahr Anstellung bei Mediaville GmbH als Mediendesigner zog Stickel nach Ludwigsburg, wo er seit 2009 an der Filmakademie Ludwigsburg Baden-Württemberg mit Schwerpunkt Animationsfilm studiert. Seit 2010 ist Stickel freiberuflich als Mediendesigner tätig.

Ab 2008 sind weitere Kurzfilme und Animationsproduktionen von ihm entstanden; zum Beispiel drehte er die Kurzfilme „Fallobst“ (2010,), GAP (2011) und „Reizwäsche“ (2012). Letzterer war ein Trailer für das Internationale Trickfilmfestival in Stuttgart. 2013 realisierte er in Zusammenarbeit mit anderen Animationskünstlern und Darstellern das Projekt „Stravinsky animated“, ein Kulturprojekt in Zusammenarbeit mit PODIUM Festival Esslingen.

Dieser Artikel wurde zuerst in der Zeitschrift der Landsmannschaft der Russlanddeutschen e.V. „Volk auf dem Weg“ gedruckt. Wir veröffentlichen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.

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