Die Deutsch-Kasachische Universität hat eine Partnerschaft mit der Westsächsischen Hochschule Zwickau. Dort absolviert Manuela Blum ein berufsbegleitendes Masterstudium und nutzte die Gelegenheit, um nach Kasachstan zu kommen.

Leipzig ist international. Die Messestadt im Osten Deutschlands wird jährlich von tausenden Menschen aus dem Ausland besucht. Eine, die diesen Austausch fördert, ist Manuela Blum. Sie arbeitet seit 2005 im Referat Internationale Zusammenarbeit des Leipziger Oberbürgermeisters. Im Rahmen eines Austauschseminars kam sie im April mit ihrer Familie nach Almaty und konnte für einige Wochen das Studentenleben an der Deutsch-Kasachischen Universität (DKU) erfahren.

„Mir gefällt, dass es hier kleine Gruppen gibt und die Seminare individueller sind“, erzählt Manuela. In Deutschland studiert sie im 4. Semester berufsbegleitend den Master „International Business“ an der Westsächsischen Hochschule Zwickau. Die Fachschule ist ein Kooperationspartner der DKU und so bot es sich an, dort ein Modul zu absolvieren. „Außerdem wollten wir schon länger einmal nach Kasachstan“, erzählt Manuela. Ihr früherer Geographielehrer aus der Schule lebt schon seit Jahren in Almaty.

Neben den Seminaren, die erst abends stattfinden, hat Manuela Zeit, mit ihrem Mann und den beiden kleinen Söhnen Almaty und Umgebung zu erkunden. „Wir waren schon auf Medeo und Shymbulak, im Charyn-Canyon, am Großen Almaty-See und sind mit dem Zug nach Nur-Sultan gefahren. Am besten hat uns aber bisher der Canyon gefallen.“ Ansonsten ist die Familie ganz angetan von der Spielplatzdichte in Almaty. „Alle paar Meter ist praktisch ein Spielplatz. Die sind meist klein, aber dafür in einem sehr guten Zustand“, erzählt die junge Mutter.

Dankbar ist sie auch für die Unterstützung ihrer Hochschule. „Da ich keine Vollzeitstudentin bin, komme ich für viele Stipendienprogramme gar nicht erst in Frage“, erzählt Manuela. Um den Aufenthalt dennoch zu realisieren, kam ihr die Westsächsische Hochschule entgegen, und sie erhielt eine Förderung des Mentor-Vereins. „Außerdem hat Leipzig als eine der ersten Kommunen in Sachsen in diesem Jahr die Möglichkeit eingeführt, drei Tage Bildungsurlaub zu nehmen. Das ist auch eine Wertschätzung der Mitarbeiter“, sagt die Sachbearbeiterin.

Im Leipziger Rathaus ist Manuela vor allem für die Fördermittelvergabe für internationale Projekte zuständig. „Das können zum Beispiel Schulpartnerschaften, Tanzgruppen oder andere Initiativen in den Bereichen Sport und Jugendarbeit sein“, erklärt sie. „In diesem Jahr feiert Leipzig den 200. Geburtstag von Clara Schumann. Daher liegt ein Fokus der Kulturarbeit im musikalischen Austausch.“ Das Internationale Büro ist auch für Städtepartnerschaften, EU-Projekte und Städtenetzwerke oder Maßnahmen der Entwicklungszusammenarbeit zuständig. Die Kooperation mit Kasachstan ist dabei noch ausbaufähig. „Leipzig hat viele Projekte mit Israel, China und Russland, aber kaum eine direkte Verbindung nach Zentralasien.“ Dabei fährt im August eine Gruppe Leipziger in den Ural und besucht dort das 800-Seelen-Dorf Leipzig – nur wenige Kilometer von Kasachstan entfernt.

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