Abschied mit Talar und Hut

Zum Abschluss werfen die Graduierten ihre Hüte in die Luft. | Foto: Autorin

Mit einem Studienabschluss an der Deutsch-Kasachischen Universität stehen den Absolventen zahlreiche Türen offen. Der größte Abschlussjahrgang in der Geschichte der DKU wurde am vergangenen Freitag von Dozenten und hochrangigen Gäste geehrt.

„Wir dürfen die Feste feiern, wie sie fallen“, beginnt Markus Kaiser, Präsident der Deutsch-Kasachischen Universität, seine Ansprache. In feierlicher Atmosphäre haben sich die 167 Absolventen der Hochschule am 29. Juni in der Almatyner Philharmonie zusammengefunden. Unter den Talaren tragen die Frauen elegante Kleider, die Männer Hemd oder Anzug. In Kombination mit dem Doktorhut, der schwarzen Kappe auf der eine viereckige Platte versehen ist, erinnert die äußere Präsentation an eine klassisch amerikanische Graduierungsfeier.

Für die Abiturienten, die 2014 ihr Bachelorstudium aufnahmen, sei vor allem das Ziel, Deutsch zu lernen, der Grund für ein Studium an der DKU gewesen, führt Kaiser fort. In den vergangenen vier Jahren haben die nun graduierenden Studenten nicht nur etwas für ihren zukünftigen Beruf gelernt oder ihre Sprachkenntnisse verbessert, sondern auch praxisbezogen studiert. „Wir sind stolz auf sie“, schließt der Präsident ab.

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Dankesrede der Direktorin

Es ist der größte Abschlussjahrgang in der 19-jährigen Geschichte der Universität. Eine, die diese Geschichte von Anfang an begleitet hat, ist Tamara Wolkowa. Als Historikerin forscht sie vor allem zur Geschichte der zentralasiatischen Länder und der deutschen Minderheit in Kasachstan. Sie nahm an diesem Freitag ihren Abschied und wurde von Studenten wie Lehrkräften gesondert geehrt.

Nach Kaiser spricht die DKU-Rektorin Olga Moskowtschenko. Sie zitiert Goethe und Abay, und dankt den Organisationen, die die Hochschule mit Stipendien unterstützen, wie zum Beispiel die „Behörde der Vereinigten Staaten für internationale Entwicklung“ (USAID). Sie unterstützt Studierende des Masterstudiengangs „Integriertes Wasserressourcenmanagement“ mit neun Stipendien. Der Regionaldirektor von USAID, Christopher Edwards, hebt in seiner Rede die Bedeutung von Wasser als Ressource, die länderübergreifenden Charakter hat, in Zentralasien heraus. Der englischsprachige Studiengang setzt sich mit interdisziplinären Fragen der Wasserversorgung, -verteilung und rationellen Nutzung auseinander.

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Chancen nach dem Studium nutzen

Moskowtschenko bestärkt mit wohlwollendem Blick die Graduierten in ihren Zukunftsplänen: „Liebe Studierende, sie schaffen alles im Leben, weil sie an der DKU studiert haben.“ Ein Quartett junger Musiker lässt die Abfolge an Dankesreden kurzzeitig pausieren. Darauf folgt die Ansprache des deutschen Generalkonsuls Jörn Rosenberg: Ein neuer Lebensabschnitt beginne nun und viele Möglichkeiten stehen den Absolventen offen, sagt er. Den Bachelorabsolventen empfiehlt er, ihre akademische Tätigkeit fortzuführen. Deutschland als wohlhabendes, erfolgreiches Land sei ein empfehlenswerter Standort für ein Masterstudium – obwohl die Nationalelf frühzeitig bei der Fußballweltmeisterschaft ausgeschieden sei.

Dann erfolgt die Übergabe der Diplome für die Bachelor- und Masterabsolventen. Zu jedem Diplom, die nach Fakultät vergeben werden, erhalten die Graduierenden je eine rote Rose. Nach der Vergabe bedanken sich drei studentische Vertreter auf Deutsch, Russisch und Englisch für die Zeit an der DKU und machen ihren Kommilitonen Mut für die Zukunft. Am Ende der feierlichen Zeremonie fliegen die Doktorhüte in die Luft. Für 167 junge Menschen beginnt nun ein neuer Lebensabschnitt.

Ein paar Zahlen:

Insgesamt schlossen 138 Studenten ihr Bachelorstudium ab, 14 von ihnen erhielten einen deutsch-kasachischen Doppelabschluss. 25 Menschen beendeten ihr Studium mit einem Masterabschluss. Die meisten Bachelorabsolventen hatten die Studiengänge Verkehrslogistik (43), Internationale Beziehungen und Finanzen (jeweils 27). Die Fakultät der Sozial- und Politikwissenschaften verlieh 14 Masterdiplome für die Absolventen der „Regionalwissenschaften Zentralasien: Integriertes Wasserressourcenmanagement“.