Er ist in Russland geboren, in Kasachstan aufgewachsen und hat sein Abitur in Deutschland gemacht. Danach hat Alexander Klester eine Karriere in der Kartoffelverarbeitung begonnen.

Nach einer Info-Veranstaltung in Diepholz wusste Alexander Klester, was er wollte: Ein Duales Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft und Technik absolvieren. Ein Unternehmen, das ihm eine solche Ausbildung ermöglichen könnte, fand er in Damme. Die Landmaschinenfabrik Grimme, ein Familienunternehmen, das zu den größten Arbeitgebern der Region zählt und Weltmarktführer in der Verarbeitungstechnik der Kartoffeln ist.

Unter 30 Bewerbern wurde Klester genommen. Weil er gut in den naturwissenschaftlichen Fächern war, weil er in wenigen Jahren fließend Deutsch gelernt hatte und weil er Russisch sprach. Alexander Klester wurde in Russland geboren und wuchs in Kasachstan auf. 1993 kam die russlanddeutsche Aussiedlerfamilie nach Deutschland, Klester besuchte ein Internat nahe Hannover, machte 1998 sein Abitur. Nach der zweijährigen vorbereitenden Ausbildung ging es ins Duale Studium, zunächst nach Vechta, dann nach Diepholz. Sein Ziel war es, Diplom-Wirtschaftsingenieur zu werden, denn nach einem solchen Studiengang versteht man sowohl etwas von Technik, als auch von wirtschaftlichen Abläufen. Die Absolventen können dem Kunden die Technik erklären und garantieren gleichzeitig ein rentables Geschäft. „Wir sind sozusagen ein Bindeglied“, sagt Klester. So auch bei Grimme: Das Unternehmen hatte sich nicht zufällig für den jungen Aussiedler entschieden: Es wollte mit dem gerade entwickelten Zuckerrübenvollernter auf den russischen Markt, der sich in dieser Branche stark wuchs. Damals war deutsche Agrartechnik heiß begehrt. Da kam Alexander Klester gerade recht. Schon vor dem Diplom fuhr er für Grimme nach Russland, um den Markt für den Roder auszuloten. „Ich machte Datenerhebungen, habe mit Kunden gesprochen und Bedarfsanalysen erstellt“, sagt er. Es ging darum, was die Russen eigentlich brauchten. Und später auch die Ukrainer. „Das ist das Schöne am Dualen Studium“, sagt Klester. „Man kann Themen erarbeiten, die in der Praxis wichtig sind.“

Kein Wunder, dass er seine Diplomarbeit dann auch über die Markteinführung des Zuckerrübenvollernters schrieb. Klester wurde schließlich Verkaufsleiter. Das Reisen hat ihm eigentlich immer gefallen, auch nach China. Denn auch dort musste die Kartoffeltechnik aus Damme eingeführt werden. Mittlerweile betreibt Grimme auch ein Werk in der Nähe von Peking. Klester ist heute zuständig für den Markt im nordwestlichen Teil Russlands, für Weißrussland, für den Kaukasus, die Länder Georgien, Armenien und Aserbaidschan. Privat hat es Klester wieder nach Diepholz zurückgezogen. Dort hat der verheiratete Vater zweier Kinder mittlerweile ein Haus gebaut. Von der Fachhochschule für Wirtschaft und Technik hält er viel. „Das ist die beste Art, Leute an ein Unternehmen zu binden, man wächst einfach zusammen“, sagt er.

Dieser Artikel wurde zuerst in der Zeitschrift der Landsmannschaft der Russlanddeutschen e.V. „Volk auf dem Weg“ gedruckt. Wir veröffentlichen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.

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