Autorenkino für alle, ganz unkommerziell

Ein junges Filmfestival zu Autorenkino in Almaty

Ein junges Filmfestival zu Autorenkino in Almaty zeigt, was andere Länder verbieten, worüber einige nicht sprechen, was für Dritte nicht existiert und wovon manch einer träumt. Progressives Kino in Kasachstan auf Weltniveau, trotz Minimalbudget.

 

Im November fand zum zweiten Mal das Filmfestival CLIQUE im Kino Arman statt. Insgesamt 18 Filme waren Teil des Programms. Außerdem eröffnete eine Auswahl von drei Kurzfilmen kasachischer Nachwuchsregisseure die nahezu fünfstündige Vorführung von ca. 50 Fünfminütern aus dem Wettbewerb „48 hours film race“.
Das gesamte Festival verlief ohne Pomp, rote Teppiche und auch stets ohne große Worte, dafür unter fühlbar konzeptuellem Themenfokus. Sehr nah am Zuschauer und damit nahbar als Veranstaltung – im Gegensatz zu den großen Festivals, auf denen die ausgewählten Filme zuvor gelaufen waren.
Die Partner des Festivals sind repräsentabel und vor allem ausländisch. Partner sind Soros Foundation Kazakhstan, British Council Kazakhstan, Alliance Française Almaty, das US-Konsulat und als einziger kasachischer Sponsor tritt das Cafe Nedelka in Almaty auf – aus privatem Interesse des Besitzers.
Die Stadt Almaty hat einige Filmfestivals zu bieten, allerdings scheint CLIQUE etwas zu bieten, was einem wachsenden, globalisierten Publikum der kasachischen Metropole fehlt. Das Autorenkino hierzulande steckt noch in Kinderschuhen, vor allem was die Ausbildung angeht – das wirkt sich natürlich auch auf den Horizont der Filmschaffenden und ihre Fähigkeiten aus. Das zu verändern, bedürfe grundsätzlicher Änderungen auf administrativer Ebene, der Anwerbung namhafter Dozenten, einer langwierigen Umgestaltung der Lehrpläne – diese Mission muss zunächst angegangen und irgendwann vielleicht durchgeführt werden. Das Festival transportiert eben diese Tendenzen des zeitgenössischen Kinos mit seinen ganz einfachen Mitteln, es holt die Inhalte ins Land, macht sie somit auf großer Leinwand zugänglich und formiert peu à peu einen handfesten Diskurs. Die Veranstalter scheinen auch im zweiten Jahr mit ihrer Ausrichtung den Nerv der Zeit zu treffen. Davon zeugen die Zuschauerzahlen sowie –reaktionen, zahlreiche Pressestimmen und nicht zuletzt auch die sehr interessierten namhaften Partner und Sponsoren des Filmfests.

Autorenkino – fernab von weitgehend verbreiteten Filmklischees

Das zweite Jahr des Festivals bietet neue Sektionen, einen Wettbewerb und einiges andere, aber vor allem wieder Autorenfilme, die Filmfans hierzulande sonst kaum sehen würden.
Kaum vorstellbar, aber hinter dem Kinofestival stecken vorrangig nur zwei Köpfe: Nargiz Shukenova, eine Produzentin aus Kasachstan und Boris Baikov, Regisseur aus Bulgarien, die sich beim Studium in Moskau kennenlernten. Sie persönlich treffen die mutige und kluge Filmauswahl, verantworten von Management und Produktion über PR und Buchhaltung bis hin zu Logistik und Übersetzung alles in ihren beiden Personen.
Autorenkino nach Kasachstan zu bringen und damit nicht die weitgehend verbreiteten Filmklischees zu bedienen haben sie sich seit ihrer Festivalpremiere im letzten Jahr zur Aufgabe gemacht. Die DAZ befragte die jungen Filmschaffenden in einem Gespräch zu ihren Motiven und zum diesjährigen Programm.

Interview mit den Veranstaltern Nargiz Shukenova und Boris Baikov:

Nargiz ShukenovaWie ist die Idee zu CLIQUE eigentlich entstanden? Aus der Idee, Filme nach Kasachstan zu bringen, die hier niemals in die Kinos und auf Festivals kämen?

N: Ja. Im Prinzip haben wir ein Festival gestalten wollen, das wir selbst gern besucht hätten. Es war eigentlich Borjas Idee. Wir studierten damals in Moskau und waren auf einem der Filmfestivals in Almaty zu Besuch. Da es uns nicht zufriedenstellte, dachten wir uns, wir machen es selbst.
B: Es dreht sich auch nicht nur um neuartige Filme, sondern um ihre Präsentation. Es geht vorrangig um das Publikum und um Zugänglichkeit der Inhalte. So ist das Programm im Gegensatz zu vielen anderen gängigen Filmfestivals mindestens zwei Wochen im Voraus veröffentlicht und Tickets erhältlich.

Welche anderen Veränderungen haben sich im Vergleich zum letzten Jahr eingestellt?
B: Es hat sich in Wahrheit sehr viel verändert. Während das Festival letztes Jahr nur vier Tage dauerte und jeden Tag mindestens drei Filme gezeigt wurden, war es für das interessierte Publikum, kaum möglich täglich drei Filme hintereinander aufzunehmen. Dieses Jahr wurde das Programm auf zehn Tage angelegt und umfasst zwei Filme pro Abend. Auch der Kurzfilmabend hat sich verändert. Wir haben aus der Erfahrung des letzten Jahres gelernt und verstanden, dass einfache Kurzfilmeinreichungen eine „etwas schläfrige“ Angelegenheit ist. Es ist wesentlich spannender, ein Wettbewerbs-Element mit einzufügen.
Das Programm hat sich zudem um neue Sektionen erweitert, sowie britisches Kino: BRIT.CLIQUE und dokumentarische Filme (CLIQUE.DOC). Wir haben uns dieses Jahr erlaubt, nicht nur art-mainstream in die Auswahl zu nehmen, sondern auch Werke junger bzw. weniger bekannter oder ganz unbekannter Regisseure (z.B. Rams von Grímur Hákonarson). Wir versuchen damit diese Filme und Regisseure zu fördern, ihnen ein Publikum zu schaffen.
Im Großen und Ganzen haben wir eine Art Regel, dass man sich jedes Mal verbessern muss, und falls man nichts verbessern kann, sollte man gar nicht erst weiter machen. Deshalb möchten wir doch daran glauben, dass wir uns dieses Jahr verbessert haben.
N: Zum Beispiel gibt es dieses Jahr auch russische Untertitel, die wir fast alle selbst übersetzten. Insgesamt haben wir auch mehr Schriftarbeit geleistet, wie Texte und PR – eigene Inhalte zu formieren ist auch sehr wichtig und interessant.
B: Aber das Festival hat auch mehr Partner dieses Jahr. Die alle unter einen Hut zu bringen ist eine deutliche Herausforderung.
N: Wir sind auch offener geworden. Seit das britische Konsulat inhaltlich im Programm mit dabei ist, sind nun auch andere Konsulate hellhörig geworden.

Boris BaikovWelche denn, wenn ich fragen darf?
N: Das dürfen wir erst einmal nicht verraten. Einigen scheint bewusst zu werden, dass es eine spannende und interessante Plattform ist.

Wie erfolgt eigentlich eure Filmauswahl?
B: Manche Filme sehen wir auf Festivals, von manchen bekommen wir nur Kopien zugeschickt, die zum Teil sehr rudimentär sind. „LOVE“ (Gaspar Noé) haben wir z.B. nur in schwarz-weiß mit Timecode ohne Ton und nur mit den Stimmen der Schauspieler bekommen, dazu in sehr geringer Auflösung. Manchmal sehen wir die echten Filme erst bei der Vorführung, zusammen mit dem Publikum.
N: Wir gehen von einer anfänglichen Liste von ca. 50 Filmen aus, die wir gern zeigen würden. Diese Liste steht ca. im August fest. Wir versuchen zunächst jeden von diesen Filmen in Betracht zu ziehen. Boris ist hauptsächlich für die Auswahl verantwortlich und entscheidet im Zweifelsfall, welcher Film zu uns passt und welcher Film überhaupt Publikum anziehen könnte. Manche Filme tauchen im Netz auf und sind damit automatisch uninteressant für uns.
B: Ich versuche eine Art Dramaturgie mit den Filmsujets aufzubauen. Wenn man sich mehrere Filme des Programms anschaut, ergibt sich für manch einen vielleicht eine Idee davon.

Welche Dramaturgie oder Thematik ist es denn dieses Jahr?
B: Wenn man vom Hauptprogramm und auch vom britischen Film ausgeht, ist es das Thema der Reflexion, der Erinnerung, der Auseinandersetzung mit Vergangenheit. Das passiert in „LOVE“, „Mr. Holmes“ (Bill Condon), aber auch in „Straight outta Compton“ (F. Gary Gray). Deshalb vernimmt man in einigen Filmen die Sehnsucht nach Vergangenem. Ich weiß nicht, ob das positiv oder negativ ist, aber es gibt im Allgemeinen wenig aus dem Genre Fantasy.

Wie würdet ihr das CLIQUE-Publikum beschreiben? Und habt ihr eigentlich auch Besuch aus dem Akimat Almaty gehabt?
N: Vielleicht hatten wir Besuch aus dem Akimat, das wissen wir nicht. Die Vorführungen waren immer für alle offen. Unser Publikum ist eher jung, vielleicht eher Menschen, die im Medien-, Film-, Kunst-, Design– oder etwa Architekturbereich tätig sind. Aber es sind neue Tendenzen spürbar. Das Publikum wird heterogener und thematisch versierter im Vergleich zum ersten Jahr, das heißt, dass nun zum Beispiel zu einem Jugendfilm wie „Prins“ (Sam de Jong, der bei der Berlinale 2015 Premiere feierte, Anm. d. Red. ) jüngeres Partypublikum gekommen ist; bei einem Film wie „Francofonia“ (Alexander Sokurow, 2015, eine deutsch-französische Koproduktion) steigt das Durchschnittsalter.

Ein Festival ist immer anfällig für Pannen und Skandale, wie geht ihr damit um? Ihr habt ja auch – für kasachische Verhältnisse – durchaus sehr kontroverse Themen im Repertoire.
B: Ja, wir sind immer in einer Kampfstimmung. Wir rechnen jeden Moment mit einem Stromausfall, Polizeirazzia, einer neuen
Devaluation… Wir würden aber alle Probleme immer mit offenen Armen empfangen.

Ich bin davon ausgegangen, dass alle Befürchtungen zu Ruhestörung sich mit der friedlich abgelaufenen Ausstrahlung von „LOVE“ gelegt haben? Immerhin ist der Film in Russland verboten.
B: Ja, hiernach gab es eine Art „schmachtende“ Begeisterung.
N: Ich würde sagen, dass es viel mehr Begeisterung vor, als nach dem Film gab.
B: In Anbetracht des Hauptgegenstands, den der Film behandelt, ist das eine sehr nachvollziehbare Reaktion. Wir hatten einige solche Filme, wo wir auf die Zuschauerreaktion sehr gespannt waren (auch „Groznyj Blues“, Nicola Belucci; „Gamer“, Oleg Senzow). Aber zu unserer positiven Überraschung ist das Publikum sehr friedlich und schaute sich alle Filme sehr gepflegt an; mit militanten Gegnern mussten wir noch nicht umgehen.

Wann fangt ihr die Planung für das nächste Festival an?
N,B: Wir planen, ehrlich gesagt, noch nichts.

Und eure Partner, sind sie an weiterer Zusammenarbeit interessiert?
N: Ja, klar. Das hoffen wir auch. Wir hoffen auch, dass die britische Filmsektion weiter geht. Es ist natürlich wünschenswert, eine gewisse Stabilität zu erreichen, um eine Planung zu gewährleisten. Planung ist natürlich sehr wichtig. Dieses Jahr haben wir die Planung im März angefangen, und manche zugesagte Finanzierungsdeckung steht selbst noch am Ende des Festivals aus. Es ist schwer, in die Zukunft zu sehen.

Wird es jemals einen CLIQUE-Wettbewerb geben mit Nominierungen in verschiedenen Kategorien?
Wir erlauben uns bislang einen Wettbewerb in der Sektion der Kurzfilme. Da für CLIQUE das Wichtigste die Kommunikation mit den Bewohnern und Gästen der Stadt Almaty ist, geht es darum, ihnen neue und interessante Filme zu zeigen, daher ist es unwahrscheinlich, dass wir einen Hauptwettbewerb einführen werden. Aber wer weiß!

Nun kurz zu Deutschland und deutschem Film in eurem Programm. Ihr habt drei Filme von der Berlinale ausgewählt, wie kam es dazu?
N: Ich selbst habe „Prins“ ausgewählt. Es war mein erster Abend bei der Berlinale, und es war sehr erfrischend, diesen Film zu sehen. Ich hatte danach das Gefühl, dass in meiner Heimatstadt alle aufgehört haben, jung und glücklich zu sein. Dieser Film ist einfach über halbstarke Jungs, die neue Sportschuhe und hübsche Mädchen und bloß nicht wie ihre Eltern sein wollen. Diesen Schwung wollte ich nach Almaty bringen.
B: So eine intuitive Auswahl ist aber nicht die Regel bei uns. (beide lachen)

Wie beurteilt ihr – aus der kasachischen Perspektive – Deutschland als Film– und Kinoproduktionsland?
N: Deutschland ist ein Land, das maximale Offenheit zu Koproduktionen beweist und bereits mehrfach Großprojekte des modernen kasachischen Kinos unterstützt hat, solche wie “Tulpan” (Sergej Dworzewoj, 2008), “Harmony Lessons” (Emir Baigazin, 2013), “Waiting for the Sea” (Bakhtyar Khudoynazarov, 2012).
Und es ist sehr wichtig, diese Beziehungen zu entwickeln, denn es ist die einzige Möglichkeit zur Existenz einer so überschaubaren Filmbranche wie der kasachischen.

Mögt ihr eigentlich deutsches Kino und Filme?
N: Auf der diesjährigen Berlinale hat mir am besten die Auswahl der Sektion für junges zeitgenössisches deutsches Kino gefallen (Perspektive Deutsches Kino, Anm. d. Red.). Es gibt ein Werk, das ich immer noch ein wenig bedauere, nicht beim diesjährigen CLIQUE gezeigt zu haben. Es heißt „Der Bunker“ (Nikias Chryssos), und ist ganz anders als alles, was ich je gesehen habe – es ist auch das Debüt für fast alle Mitglieder der Besatzung. Ich freue mich auf eine frische Generation spannender deutscher Filmemacher.

Global zu beobachtende Trends bei Filmfestivals sind verschiedene Filmformate. Wie ist eure Haltung, eure Pläne, Ambitionen in Richtung experimenteller Sektionen? Vielleicht die Einbeziehung von TV-Produktionen u.ä.?
N: Es existieren zwei bis drei große Stadtfestivals, die Trends setzen und formieren, sie vergeben auch Preise, und das ist ausreichend. Das Ziel anderer Festivals – Filme zeigen und Entwicklung der Filmproduktion lokaler Märkte unterstützen. Wir würden uns freuen, mehr parallele Programme hinzuzufügen – Retrospektiven zu veranstalten und thematische Auswahlen vorzustellen. Derzeit versuchen wir, herauszufinden, was noch notwendig ist – formelle Treffen mit Filmemachern und runde Tische wollen wir nicht. Sobald wir verstehen, welcher Vektor noch fehlt – ob zum Thema Bildung oder etwas anderes – werden wir anfangen zu arbeiten.

Vielen Dank und hoffentlich bis nächstes Jahr!

48 hours film race

Neu dieses Jahr war der Kurzfilmwettbewerb, zu dem sich Teams vorab anmelden konnten. In 48 Stunden mussten diese zu einem kurzfristig vorgegebenen Thema einen fünfminütigen Film von Idee bis Feinschnitt produzieren. Um die 50 Kurzfilme sind so insgesamt entstanden. Darauf ist nicht zuletzt das US-Konsulat als Förderer des Wettbewerbs überaus stolz: „Es ist das erste Mal, dass so ein Wettbewerb in Kasachstan stattfindet. Wir schreiben hier also Geschichte, und alle Teilnehmenden können stolz darauf sein,“ äußerte sich Charles Martin von dem US-Konsulat bei der Eröffnung des Kurzfilmmarathons.
Das erste Mal fand ein 48h Film-Wettbewerb im Jahr 2001 in Washington statt. Mittlerweile fanden auf sechs Kontinenten über 900 solcher Wettbewerbe statt, und es wurden insgesamt an die 30 000 Filme erschaffen. Man hatte schon lange die Idee zu so einem Wettbewerb in Kasachstan gehegt.
Das amerikanische Konsulat hatte bereits im letzten Jahr das Cliquefest als eine herausragende und erfolgreiche Veranstaltung vorgemerkt, die Kreativität fördert. Sie sind auf die Filmauswahl von Nargiz Shukenova aufmerksam geworden und wollten beim nächsten Mal ebenso Teil dieser Bewegung sein und nicht nur die Möglichkeit bieten, Filme zu machen, sondern diese auch selbst zu erschaffen und auf Kinoleinwand einem Publikum zu präsentieren. Das Konsulat hatte die Idee, diesem Wettbewerb Vergleichselemente zu verleihen, die unter freier Interpretation in dem Filmprojekt vorkommen sollten: Weintrauben, Schlüssel und eine Frage „Warum hast du mir das nicht schon früher gesagt?“
Charles Martin führt weiter aus: „Wir haben dieses Projekt unterstützt, weil wir finden, dass jeder Mensch, der Ideen hat, auch etwas erschaffen kann – ganz unabhängig von seinen Finanzen oder auch der verfügbaren Infrastruktur. Selbst mit einem Handy kann man einen außergewöhnlichen Film aufnehmen – das Wichtigste ist die Idee. Wir sind sehr glücklich, in einem regen Austausch mit kreativen Menschen in Almaty und ganz Kasachstan zu stehen. Wir sind gespannt auf junge Menschen, die vielleicht auch ihre Karriere als Filmschaffende mit diesem Wettbewerb anfangen.“
Eröffnet wurde der Kurzfilmabend mit einer Auswahl von drei Kurzfilmen, unter anderem „Dalnoboischik“ von Kanat Beysekeyev, der einen kurzen Dokumentarfilm über kasachische Fernfahrer gedreht hat. Der Regisseur lebt momentan in den USA und arbeitet an einem erneuten Filmprojekt.
Gewonnen hat letztlich der Film „1038“ eines jungen Teams – ein nuancierter, kluger Streifen über das Verschwinden der Straßenbahn in Almaty. Liebevolle Nostalgie, die mit Sozialkritik nicht wie mit einer Keule schwingt. Autorenkino, wie es lebt und leibt.