Noch bis zum 14. Oktober können Hobby– und Profifotografen an einem Fotowettbewerb in Zentralasien teilnehmen – und damit zum Schutz einzigartiger Naturräume beitragen.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Der Fotowettbewerb „Wüsten im Kameralicht“ soll auf die einzigartige Welt der winterkalten Wüsten in Zentralasien, ihren Erhalt und ihre nachhaltige Nutzung aufmerksam machen. Wüsten, die nicht nur von extremen Sommern (bis zu 50 Grad Celsius) und Wintern (bis zu -45 Grad Celsius) geprägt sind, sondern auch Mensch und Tier als Migrationsgebiet und Lebensraum dienen. Die zum Teil gefährdeten Naturräume, die sich von Nordiran über Zentralasien bis in die Mongolei erstrecken, sind wichtige weiträumige Migrationsgebiete für Vögel sowie die letzten wildlebenden Huftierherden des Nordens.

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Initiiert wird der Wettbewerb im Rahmen des Projekts „Central Asian Desert Initiative“ (CADI), das unter anderem die Universität Greifswald und die Michael-Succow-Stiftung durchführen. „Die Fotos sollen mit starken Motiven starke Emotionen vermitteln, um die Bedeutung der Wüsten für die Lebewesen dort zu zeigen“, sagt CADI-Projektkoordinator Christian Welscher. Er ruft Hobby– und Profifotografen dazu auf, die Zeit bis zum 14. Oktober für eine Teilnahme zu nutzen. Dann nämlich endet die Frist für die Einreichung der Fotos. Seit dem Beginn des Wettbewerbs am 14. März wurden bislang rund 40 Fotos eingereicht.

Welscher bedauert, dass die Wüsten Zentralasiens im Gegensatz zu anderen großen Ökoregionen der Welt, wie dem Regenwald oder den Savannen Afrikas, eher wenig Aufmerksamkeit bekämen. „Mit dem CADI-Fotowettbewerb möchten wir dies ändern.“
Wegen der Übernutzung der natürlichen Ressourcen, nicht angepasster Weidepraktiken und früherer Infrastrukturprojekte sind die winterkalten Wüsten heute akut bedroht. Experten warnen vor einem enormen Verlust an Lebensraum und Artenvielfalt, sollte etwa die Verschlechterung der Bodenqualität weiter voranschreiten. Außerdem wird befürchtet, dass die winterkalten Wüsten in Zukunft wichtige Ökosystemleistungen nicht mehr erfüllen können – etwa die Bindung von Kohlenstoff aus der Atmosphäre.

Bilder sollen großem Publikum zugänglich gemacht werden

Der Fotowettbewerb ist einer von verschiedenen Ansätzen des CADI-Projekts, sich für die bedrohten Naturräume einzusetzen. Er umfasst zwei Kategorien, wie Projektkoordinator Welscher erläutert. Die Kategorie „Natur der Wüsten“ solle demnach den Blick auf die Schönheit und Vielfalt der Wüsten lenken und „zeigen, dass diese nicht nur öden Sand, sondern eine faszinierende, hohe biologische Vielfalt beherbergen“. Die Kategorie «Der Mensch und die Wüste» solle dagegen „auf die Jahrtausende alte kulturelle Nutzung der Naturräume hinweisen und gleichzeitig für die heutige Gefährdung durch menschliche Nutzung sensibilisieren“.

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Nach Ablauf der Teilnahmefrist am 14. Oktober entscheidet eine Fachjury über die Platzierung. Das Siegerfoto wird mit dreihundert, der zweite Platz mit zweihundert, der dritte mit einhundert Euro prämiert. Die besten Fotos des Wettbewerbs sollen zudem im Rahmen einer Wanderausstellung zu winterkalten Wüsten einem großen Publikum zugänglich gemacht werden, zudem ist auch die Publikation eines Fotokalenders geplant. Alle Teilnehmenden dürfen bis zu fünf Bilder einreichen, die in China, Iran, Kasachstan, der Mongolei, Turkmenistan oder Usbekistan aufgenommen wurden und nicht älter als drei Jahre sind. Zu jedem Bild ist eine kurze schriftliche Beschreibung mit Angaben zu Ort und Datum der Aufnahme sowie eine Begründung beizufügen. Wenn ein Tier oder eine Pflanze abgebildet ist, so ist die Art zu benennen.

Weitere Teilnahmebedingungen sowie technische Voraussetzungen und das Anmeldeformular findet man auf der Internetseite des CADI-Projektes unter: https://cadi.uni-greifswald.de/de/14-03-2019-start-des-fotowettbewerbs-wuesten-im-kameralicht/.

Katharina Frick

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