Aus den Händen des deutschen Generalkonsuls in Almaty erhielten Studenten und Forscher Stipendienurkunden des DAAD. Sie sollen nun eine „menschliche und fachliche Brücke“ zwischen Deutschland und Kasachstan bilden.

Zwölf Studenten aus Kasachstan erhalten mit einem Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) die Möglichkeit, ab dem Herbst ein komplettes Masterstudium in Deutschland zu absolvieren. Im Rahmen einer Feierstunde an der Deutsch-Kasachischen Universität (DKU) konnten die Studenten Mitte Juni ihre Stipendienurkunden entgegennehmen. Weitere Stipendien vergab der DAAD in Kasachstan unter anderem für Hochschulsommerkurse sowie für Forschungsaufenthalte in Deutschland.

„Einstiegsdroge Sommerkurse“

Michael Jaumann, Leiter des DAAD-Informationszentrums in Almaty, unterstrich, dass es sich bei den Stipendiaten um eine besonders ausgezeichnete Gruppe von Studenten handele. So habe es für die zwölf Studienstipendien für ein Masterstudium insgesamt 207 Bewerbungen gegeben. Auch bei den Hochschulsommerkursen war das Interesse mit 225 Bewerbungen groß, vergeben werden konnten 89 Stipendien. Als „unsere Einstiegsdroge“ bezeichnete Jaumann die Sommerkursstipendien; oft erwüchsen daraus regelrechte „Stipendienkarrieren“.

Als „besonderen Erfolg“ bezeichnete Jaumann die Tatsache, dass vier Studenten aus Kasachstan ein PASCH-Stipendium erhalten hätten, von denen es weltweit nur 120 gebe. Bewerben um dieses Stipendium, das ein komplettes Studium in Deutschland ermöglicht, können sich Absolventen von 1.500 Schulen in der ganzen Welt, 13 davon in Kasachstan, die dem Netzwerk PASCH („Schulen: Partner der Zukunft“) angehören. Gemeinsam ist diesen Schulen der besondere Stellenwert der deutschen Sprache im Unterricht.

„Einzelstellung in Zentralasien“

Lobend erwähnte Jaumann auch, dass im Studienreiseprogramm des DAAD regelmäßig Projekte aus Kasachstan gefördert würden. In diesem Programm, in dem eine finanzielle Eigenbeteiligung der Partner erforderlich ist, nehme Kasachstan mit seinen Bewerbungen eine Einzelstellung in Zentralasien ein.

DKU-Rektor Johann Gerlach bezeichnete die DAAD-Stipendiaten als „menschliche und fachliche Brücke“ zwischen Kasachstan und Deutschland. Für ihren Deutschlandaufenthalt wünschte Gerlach den Studenten offene Augen und Ohren: „Sich wundern ist der Anfang der Philosophie“. Danach sollten sie nach Kasachstan zurückkehren, das Leute wie sie
brauche.

Übergeben wurden die Stipendienurkunden vom deutschen Generalkonsul in Almaty, Michael Grau. In seiner Ansprache unterstrich Grau, was aus seiner Sicht den Hochschulstandort Deutschland auszeichnet: in erster Linie die Freiheit und Unabhängigkeit der Forschung. Daneben ermögliche ein Studium auch den sozialen Aufstieg, und auch die Neueinführung von „Exzellenzunis“ habe an der Grundausrichtung des Hochschulsystems nichts geändert.
Weltweit anerkannt, so Grau, sei insbesondere die Technik- und Ingenieursausbildung in Deutschland, auch in den Geisteswissenschaften kämen wichtige Beiträge aus der Bundesrepublik. Einen kleinen Seitenhieb auf aktuelle Entwicklungen im Bildungswesen konnte sich der Generalkonsul dennoch nicht verkneifen: so seien in Deutschland gerade Genderstudien in Mode, mit denen sich bereits 130 Professoren beschäftigten, während sich nur etwa 100 Professoren mit der Erdkruste befassten.

Von Robert Kalimullin

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