Ein Ölstaat und grüne Energien

Präsident Nursultan Nasarbajew und Wladimir Putin während der Konferenz zur Entwicklung des Transport– und Logistikpotenzials Eurasiens und Astana Expo 2017.
Präsident Nursultan Nasarbajew und Wladimir Putin während der Konferenz zur Entwicklung des Transport– und Logistikpotenzials Eurasiens und Astana Expo 2017. | Bild: kremlin.ru

Von 10. Juni bis 10. September 2017 findet in Kasachstan die Weltausstellung EXPO-2017 statt. Zum Thema: Energie der Zukunft: Maßnahmen für weltweite Nachhaltigkeit. Als Gastgeber soll Kasachstan dazu beitragen, dass die Politik der grünen Wirtschaft und erneuerbaren Energien auch in Entwicklungsländern aktiv verfolgt wird.

Investitionen in erneuerbare Energieformen gehen oft mit dem graduellen Ausstieg aus fossilen Energieträgern wie Erdöl oder Erdgas einher. Ziel grüner Energiepolitik ist der Übergang zu erneuerbaren Energien wie Sonnen-, Windenergie, Biomasse oder Photovoltaik. Der Grund dieser Politik ist die Erschöpfung der fossilen Energiequellen einerseits und die umweltschädlichen Folgen wie Klimawandel andererseits.

Mehr als Rohstoffe?

Kasachstan als ein an Energieressourcen wie Erdöl, Erdgas und Uran reiches Land und will sich in der Zukunft mehr für alternative Energiequellen einsetzen. Heute macht Erdöl 58% und Erdgas 5,1% des kasachischen Exports aus. Kasachstan ist der größte Uran-
exporteuer weltweit und hatte sogar Pläne, eigene Atomkraftwerke zu bauen. Aber 2017 wurden diese Projekte eingestellt, bzw. auf unbestimmte Zeit verschoben.

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Schon nach dem Zerfall der Sowjetunion wählte die junge Republik eine aggressive Liberalisierungsstrategie. Die Ergebnisse sind die Entwicklung einer kasachischen Wirtschaft, Zuwachs von ausländischen Direktinvestitionen, Mitgliedschaft in der Welthandelsorganisation, Mitgliedschaft in der EUAWU und schließlich die Erhöhung des Lebensstandards der Bevölkerung. Heutzutage wird von staatlicher Seite der Bau von energieeffizienten Gebäuden gefördert. Dies kann man an aktiven Bauprojekten von öffentlichen und privaten Bauunternehmen in ganz Kasachstan erkennen.

Aktionspläne in Sachen grüne Energie

Bei der Umsetzung dieser ehrgeizigen Ziele spielt der Staat eine enorm wichtige Rolle. Investitionen in Projekte rund um erneuerbare Energien sind in den letzten Jahren gewachsen. Kasachstan hat in dieser Hinsicht wichtige Schritte unternommen. Die Hinwendung zu erneuerbaren Energien wurde bereits bei dem Konzept der Transition zur Nachhaltigen Entwicklung 2007-2024, sowie 2012 in die Strategie Kasachstan-2050 implementiert, als auch im Konzept zum Übergang zur grünen Wirtschaft vom Jahr 2013 festgeschrieben. Im aktuellen Staatsprogramm „100 Schritte zum Erfolg“ ist der Punkt ebenfalls zu finden.

Realisierung der Strategien

Einer der Schritte war die Unterzeichnung des Pariser Abkommens für den Klimaschutz seitens Kasachstans im Jahr 2016. Darüber hinaus wurden Aktionspläne und Initiativen entwickelt, um diese Konzepte und Programme zu realisieren. Darunter der Ausschuss für erneuerbare Energien, der 2011 gegründet wurde und dessen Ziel die Förderung von Projekten rund um grüne Energien ist. Kasachstan will auch mit seinen Nachbarländern und der internationalen Gemeinschaft in diesem Bereich kooperieren und Erfahrungen austauschen.

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Doch wie sieht es heute mit der Energiegewinnung in Kasachstan aus? Heutzutage werden 74% der Elektroenergie im kasachischen Haushalt durch Kohlenkraftwerke, 11% werden durch Gaskraftwerke gewonnen, während der Anteil der Wasserkraftwerke 10% und erneuerbare Energiequellen unter 1% betragen. In der gesamten Wirtschaft ist der Anteil erneuerbarer Energien erst bei 1,5%.

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Grüne Energien sind im Vergleich zu traditionellen Energiequellen heute teurer. Auch in Kasachstan werden sie subventioniert. Aber es gibt großes Potenzial. Mit der Produktionserhöhung der Anlagen für alternative Energiequellen in der ganzen Welt, sinkt der Preis Jahr für Jahr.

Ziele von Weltrang

Beim Übergang zur grünen Wirtschaft, zielt Kasachstan darauf ab, in eine Reihe mit den dreißig stärksten Wirtschaften der Welt zu treten. Man muss anerkennen, dass Kasachstan in dieser Liste in den letzen zwei Dekaden erheblich nach oben gestiegen ist. Im Jahr 2016 war das Land bereits an der 54. Stelle in der Liste. Nach landeseigenem Konzept muss der Anteil der erneuerbaren Energien in der Wirtschaft im Jahr 2020 3%, im Jahr 2030 10%, im Jahr 2050 50% betragen. In der Region liegt tatsächlich großes Potenzial für Solar– und Windenergie. Die Frage, ob Kasachstan diese Ziele erreichen wird, ist schwierig zu beurteilen, aber bisher scheint das Land seine Ziele erfolgreich zu verfolgen.