Mit dem französischen Film „La Bataille de Solféino“ von Justine Triet wurde vergangenen Samstag die Europäische Filmwoche in Almaty eröffnet. Dieser Film bot einen guten Einstieg für das Festival, da er auf mehreren Ebenen zwischenmenschliche Probleme thematisiert und einen interessanten Einblick in das französische Leben zur Zeit der Wahl des Präsidenten François Hollande bietet.

Sieben Tage lang wurden europäische Filme aus insgesamt zwölf Ländern gezeigt. Organisiert wurde das Festival von der Eunic Group.Die Leiterin des Goethe-Instituts Kasachstan, Barbara von Münchhausen, die maßgeblich an der Organisation beteiligt ist, erklärt, worum es bei diesem Filmfestival geht.

Das Festival wird ja von der Eunic Gruppe organisiert. Wer ist das eigentlich?

Die EUNIC (European National Cultural Institutes) ist eine Gruppe aus den europäischen Kulturinstituten, die hier in Almaty tätig sind. Die Filmwoche wird seit vier Jahren von der EUNIC Gruppe veranstaltet. Wir organisieren regelmäßig eine Filmwoche und einen Tag der Sprachen, und es kommen noch andere Veranstaltungen dazu. Aber das sind schon seit vielen Jahren zwei Ecksteine unserer Arbeit.

Welche Idee steckt dahinter, eine Filmwoche mit europäischen Filmen in Almaty durchzuführen?

Die Idee ist, dass je weiter man, geographisch gesehen, von Europa entfernt ist, desto mehr ist die Kultur Europas als Ganzes wichtig. Deswegen hat sich die EUNIC weltweit gegründet. Es geht in diesem besonderen Fall darum, Europa als Ganzes hervorzuheben. Es soll eine Philosophie bzw. Lebensweise, die wir vielleicht in Europa gutheißen, oder Sachen, die schief laufen, als europäisch thematisiert werden. Es geht nicht darum, auf eine Nation fixiert zu sein. Außerdem macht es großen Spaß mit den anderen Kollegen zusammenzuarbeiten.

Gibt es besondere Vorgaben bei der Auswahl der Filme?

Also es gibt kein Motto oder Thema, aber die Vorgabe eines Formats. Dieses Jahr ist es das Format Spielfilm, letztes Jahr haben wir beispielsweise nur Animationsfilme gezeigt. Außerdem ist Bedingung für die Auswahl eines Films, dass nicht hineingesprochen wird oder übersetzt wird. Alle Filme werden in der Originalsprache mit russischem Untertitel gezeigt. Darauf beharren wir, weil die Filme europäische Sprache und Kultur transportieren sollen.

Und wer schaut sich diese Filme an?

Normalerweise haben wir ein hauptsächlich studentisches Publikum. Auf dem Programm ist auch jeweils dazugeschrieben, ab welchem Alter die Filme gesehen werden können. Der Film gestern war beispielsweise ab 18. Ich selbst bin bei jeder Vorstellung dabei und habe auch darauf geachtet, weil jeder Film auch eine andere Zielgruppe hat. Dennoch sind die meisten Zuschauer Studenten. Das funktioniert sehr gut.

Gibt es einen Austausch vor oder nach der Filmvorführung?

Wir haben nichts vorgegeben, aber jeder Film wird vorher kurz eingeführt. Bei dem türkischen Film hatten wir das Glück, dass der Regisseur selbst gekommen ist. Er hat auch lustige Sachen erzählt. Beispielsweise, dass er seit 35 Jahren Student ist und sein letzter Film seine Diplomarbeit war – nach 35 Jahren Studium. Das fanden dann auch die Studenten im Publikum sehr lustig.

Gibt es noch weitere Pläne dieses Jahr?

Also wir planen einen Tag der Sprache. Das machen wir jedes Jahr. Dieses Jahr wird er im Herbst stattfinden. Und es wird noch eine Überraschung geben, über die ich heute noch nicht sprechen möchte.

Vielen Dank für dieses Interview.

Interview führte Maria Manowski

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