Parlez-vous français? – Eine Frage, die die circa 400 Studenten, die pro Trimester an den Sprachkursen der Alliance Française teilnehmen, selbstbewusst mit „oui“ beantworten können. Doch die Alliance Française hat sich neben der sprachlichen Ausbildung auch den kulturellen und akademischen Austausch auf die Fahne geschrieben.

/Bild: Antje Pfeifer. ‚Die Aufgabe des Teams der Alliance Français: ein wenig Frankreich nach Kasachstan holen’/

Der Eiffelturm, Beaujolais, elsässischer Flammkuchen und kleine gemütliche Cafés entlang der großen Pariser Boulevards – daran denkt man wohl am ehesten, wenn man Frankreich hört. Aber auch an die französische Sprache, über die Stephen King einmal sagte, sie könne selbst Schmutz in Romantik verwandeln. Eine Sprache, die pro Trimester 400 Studenten an der Alliance Française in Almaty erlernen.

Die 1883 in Frankreich gegründete Vereinigung hat das Ziel, die französische Sprache und Kultur im Ausland zu verbreiten. Seit 2004 hat sie auch eine Vertretung in Almaty. Derzeit werden dort Sprachkurse für Anfänger und Fortgeschrittene, sowie spezielle Kurse für Kinder zwischen zehn und 14 Jahren angeboten. Hauptsächlich richten sich die dreimonatigen Kurse jedoch an Studenten und Berufstätige, die die französische Sprache erlernen möchten. Unterrichtet werden sie anfangs von kasachstanischen Lehrern. Erst ab einem höheren Niveau wird der Unterricht von waschechten Franzosen gehalten, die sie sowohl mit den Eigenheiten der französischen Grammatik als auch mit der Kultur und Lebensweise der Franzosen vertraut machen.

Identitätsfindung auf Französisch

Neben den Sprachkursen bietet die Alliance Française eine breite Palette an kulturellen Veranstaltungen, die von Film- und Liederabenden über Büchervorstellungen bis hin zu gemeinsamen Veranstaltungen mit dem Kulturservice der französischen Botschaft reichen. Zu nennen sind hier die alljährlich im März stattfindende Semaine de la Francophonie (Woche der Frankophonie) sowie die Rencontres d’Automne (Herbsttreffen), die jedes Jahr im November veranstaltet werden. Eines der kulturellen Projekte der Alliance Française ist der Kurzfilm „Qui es-tu?“, der in Zusammenarbeit des französischen Filmemachers Samuel Aubin und vier Studentinnen der Alliance Française entstanden ist. Im Rahmen dieses Projekts haben die vier Sprachlernenden gemeinsam mit ihrer Französischlehrerin Prune Baudouin an einer Schreibwerkstatt zum Thema Identität teilgenommen. Aus den Texten der Schreibwerkstatt entstand schließlich eine zehnminütige Dokumentation, die die Teilnehmerinnen selbst geplant und gedreht haben, und in der sie selbst als Hauptakteure aufgetreten sind. Eine der Schriftstellerinnen, Regisseurinnen und Darstellerinnen ist Nastija Golowko. Sie lernt seit anderthalb Jahren Französisch und studiert Radio- und Fernsehkommunikation. Nastija zeigt sich begeistert von dem Film: „Mit diesem Projekt hatte ich die Möglichkeiten, meine beiden Leidenschaften zu verbinden.“

Von „Tim und Struppi“ bis Victor Hugo

Die Alliance Française verfügt außerdem über eine gut ausgestattete Bibliothek, die für ihre Besucher neben französischsprachigen Comics wie „Tim und Struppi“, francophonen Klassikern bspw. von Victor Hugo, Sachbüchern und Lexika in französischer Sprache auch eine ruhige Atmosphäre für das Selbststudium bereithält. An den Abenden trifft man häufig auf Lernwillige, die alles über Frankreich lernen und ein wenig von der eleganten und genussvollen Lebensart, dem „savoir vivre“ der Franzosen, profitieren wollen.

Antje Pfeifer

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