Im Herzen Asiens

Chudshand und Fluss Syrdarya
Chudshand und Fluss Syrdarya | Foto: Hendrik Sechauer

Die Klasse 8b der Goethe-Schule in Chudschand stellt ihre Heimatstadt vor und erzählt von Sehenswürdigkeiten und der Geschichte der Region.

Guten Tag, liebe Leser und Leserinnen! Wir sind Schüler einer achten Klasse aus Chudschand. Haben Sie schon einmal von unserer Heimatstadt gehört? Sie liegt in Tadschikistan, in dem Land, welches man als den Mittelpunkt Asiens sehen kann. Im folgenden Artikel möchten wir Sie auf einem kurzen Rundgang durch unsere zentralasiatische Heimatstadt begleiten.

Alexander der Große und Lenin

Mausoleum des Scheichs Muslihiddin.
Mausoleum des Scheichs Muslihiddin. | Foto: Klasse 8b

Mit 200.000 Einwohnern ist Chudschand die zweitgrößte Stadt Tadschikistans, nach der Hauptstadt Duschanbe. Hier lebt man in der nördlichsten Region Tadschikistans – in Sughd, nur 40 Minuten von unserem Nachbarland Usbekistan entfernt. Interessant ist, dass Alexander der Große diese Stadt schon vor mehr als 2500 Jahren gegründet hat. Damals unter dem Namen Alexandria Eskata. Während der Sowjetzeit wurde der Name in Leninabad geändert.
Seit 1992 wird sie Chudschand genannt. Im gleichen Jahr wurde Tadschikistan auch unabhängig. Die Unabhängigkeit wurde damals im Kulturpalast Arbob ausgerufen. 1950 wurde dieser Palast auf einem Hügel außerhalb Chudshands gebaut. Er besteht aus drei Flügeln, von denen einer ein Theater und der andere ein Museum für regionale Geschichte beherbergt. In diesem Gebäude wurde auch über die Gestalt der heutigen tadschikischen Flagge entschieden. Kein Tourist sollte dieses Stück tadschikischer Geschichte während eines Besuchs verpassen.

Historische Märkte und Architekturschätze

Eine weitere historische Sehenswürdigkeit ist Panschanbe, der älteste Markt der Stadt mit der größten Markthalle Zentralasiens. Dort kann man alles kaufen: Obst, Gemüse, Kleidung oder Süßigkeiten. Außerdem gibt es hier leckeres, frisch gebackenes Non (Fladenbrot). Nicht zu vergessen sind das Mausoleum des Scheichs Muslihiddin und die Jom-Moschee, welche gegenüber von Panschanbe stehen.
Beide Bauwerke sind aufgrund ihrer schönen Bauweise Sehenswürdigkeiten Chudschands. Das Mausoleum ist aus dem 12. Jahrhundert – sozusagen Geschichte zum Anfassen!

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Aufklärung im Namen Asiris

Kulturpalast Arbob. | Foto: Hendrik Sechauer

Wo kann man in unserer Stadt gut seine Freizeit verbringen? Zum Beispiel im Kamoli Chudschandi Theater oder im gleichnamigen Museum. Dieses befindet sich in der alten Zitadelle Chudschands, welche 1219-1220 zerstört, nun aber wieder renoviert wurde. Sie ist ein architektonisch interessanter Ort für das Museum der tadschikischen Kulturgeschichte. Des Weiteren befindet sich in der Nähe des Theaters die Asiri-Bibliothek. Anfangs bekam sie ihre Bücher aus Usbekistan. Heutzutage besitzt sie mehr als 300.000 Bände. Der Name der Bibliothek stammt vom tadschikischen Schriftgelehrten und Aufklärer Asiri.

Das tadschikische Meer

Wie in jeder größeren Stadt ist auch in Chudschand immer etwas los. Vor lauter neuen Eindrücken und dem pulsierenden Leben kann es passieren, dass man als Besucher dem Trubel der Stadt für einen kurzen Augenblick entfliehen möchte. 30 Minuten von Chudschand entfernt, findet man das Naherholungsgebiet Bahoriston. Umgeben von unberührter Natur liegt es am Ufer des Kairakkum-Sees, welcher mit einer Fläche von 520 km² nicht umsonst „Tadschikisches Meer“ genannt wird. Im Sommer kann man hier baden, Fahrradausflüge machen oder einfach die Ruhe genießen. Zugegebenermaßen handelt es sich hier um einen Stausee, in dem der Fluss Syrdarya aufgestaut wird.
Unser kleiner Rundgang ist hiermit zu Ende. Zum Schluss möchten wir sagen, dass Chudschand eine wunderbare Stadt ist, wir leben gerne hier und hoffen, in naher Zukunft einige Leser in Tadschikistan begrüßen zu dürfen. Unsere Türen stehen euch offen!

Geschrieben von der Klasse 8b und Hendrik Selchauer.