Die Landeskulturtagung der Sudetendeutschen Landsmannschaft – Landesgruppe Hessen fand in diesem Jahr am 9. November, dem Jahrestag des Mauerfalls statt. Mit dem Fall des „Eisernen Vorhangs“ öffnete sich auch das Tor in die Herkunftsgebiete der Heimatvertriebenen. Sie können seitdem viel leichter wieder in ihre alte Heimat im Osten reisen. Auf der Tagung ging es auch um die Zusammenarbeit der Landsmannschaft mit der Deutschen Jugend aus Russland (DJR).

In ihrem Grußwort überbrachte Margarete Ziegler-Raschdorf, Landesbeauftragte für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, die Grüße der Hessischen Landesregierung. Sie dankte dem SL-Landesvorsitzenden Markus Harzer und allen, die durch ihr ehrenamtliches Wirken in den Verbänden und Landsmannschaften seit Jahrzehnten dazu beitragen, das kulturelle Erbe des Sudetenlandes als wichtigen Bestandteil des gesamtdeutschen Erbes zu pflegen und für die kommenden Generationen zu erhalten.

Die Landesbeauftragte berichtete über aktuelle Entwicklungen in ihrem Aufgabenbereich und die neue Zuordnung ihrer Stabsstelle zum Hessischen Ministerium des Innern und für Sport (HMdIS). „Zur Zeit gilt unsere besondere Aufmerksamkeit den Heimatstuben und Heimat-Sammlungen. Dazu wird es am 4. Dezember 2019 eine Fachtagung des Bundes der Vertriebenen in Hessen (BdV) im Haus der Heimat geben. Das Thema „Digitalisierung der Archive“ wird dort ebenso eine Rolle spielen wie das Thema „Virtuelle Heimatstuben“.

Ziegler-Raschdorf sicherte ihre Bereitschaft zu, Lösungen zu erarbeiten, um den BdV und die Landsmannschaften (LM) bei der Sicherung der Heimatsammlungen zu unterstützen. Wichtig seien ihr dabei vor allem die wertvollen Maßnahmen der ehrenamtlich Tätigen vor Ort. „Sie als die davon Betroffenen sind die Experten für diese Zeitgeschichte. Sie sind die letzten Zeitzeugen“, so Margarete Ziegler-Raschdorf.

Gute Zusammenarbeit mit der Deutschen Jugend aus Russland

Die Hessische Landesregierung stehe dabei fest an der Seite der Heimatvertriebenen. „Immer wieder neu verdeutlicht unser Ministerpräsident Volker Bouffier die besondere Verantwortung des Landes für die Heimatvertriebenen und Spätaussiedler. Auch wenn § 96 BVFG Bund und Ländern die gesetzliche Verpflichtung für die Erinnerungs- und Kulturarbeit auferlegt, gibt es nur wenige andere Bundesländer, in denen für diese Aufgabe so viel geleistet wird wie in Hessen.“

Im schwarz-grünen Koalitionsvertrag werde der Themenbereich noch einmal deutlich gestärkt. Bereits im diesjährigen Nachtragshaushalt, also ab 2019, wird die institutionelle Förderung für den BdV angehoben. „Als Landesbeauftragte setze ich mich jetzt dafür ein, dass die Landsmannschaften ebenfalls mehr finanzielle Unterstützung erhalten. Sie können davon ausgehen, dass ich nicht nur die Wünsche, sondern auch die Bedarfe der Landsmannschaften sehe und diese unterstütze.“

Zum Abschluss berichtete Ziegler-Raschdorf über die inzwischen in vielerlei Hinsicht gute Kooperation der Sudetendeutschen Landsmannschaft und des BdV mit der Deutschen Jugend aus Russland – Landesverband Hessen e.V. (DJR). Als Beispiel führte sie das You-Tube-Projekt „Zeitzeugen“ des BdV in Verbindung mit der DJR an. „Ich bin überzeugt, das wird eine tolle Sache, die auch viele junge Leute für unser Thema begeistern wird. Sich gegenseitig besser kennenzulernen – die Schicksale der Vertriebenen und der Deutschen aus Russland zu begreifen – zusammenwirken! Das finde ich gut. Es wird zu einem besseren Verständnis füreinander führen“, so die Landesbeauftragte. (HMdIS/cstr)

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