Deutsche in Usbekistan präsentieren ihre Partnerlandschaft an Hand des Tools der GIZ – Akteurslandkarte.

Das Gelingen komplexer Kooperationen ist eine zentrale Herausforderung des 21. Jahrhunderts, denn Kooperationen sind die Grundlage für gesellschaftliche Entwicklung – so beschreibt die GIZ ihr Managementmodell „Capacity WORKS“ mit fünf zentralen Erfolgsfaktoren für eine erfolgreiche Gestaltung von gesellschaftlichen Veränderungen. Gute Kooperationsbeziehungen sind auch unverzichtbar im Rahmen der Projekte, wo mehrere Partner, auch „Akteure“ genannt, miteinander kooperieren müssen, um ein gemeinsames ETWAS, gemeinsames Ziel, zu erreichen und dabei das WIE, das Vorgehen, nicht aus den Augen zu lassen.

Am 10. Oktober 2015 hatten auch Vertreter der vier deutschen Kulturzentren in Usbekistan eine kurze Reise zu einem der Erfolgsfaktoren aus Capacity WORKS, nämlich zum Erfolgsfaktor „Kooperationen“, unternommen und dabei eine neue Sicht auf Kooperationen gewonnen haben. Im Rahmen eines Trainings mit anschließender praktischer Übung konnten sie ein Tool namens „Akteurslandkarte“ kennenlernen und einsetzen. Was daraus entstanden ist, kann man anhand der Grafik sehen. Es ist eine Karte, die es ermöglicht die Partnerlandschaft der am Projekt beteiligten Akteure auf einen Blick zu sehen und ihre Beziehungen zum Projekt und untereinander sowie ihre Rollen verständlich zu machen und zu analysieren. Die Fragestellung beim Anfertigen der Karte war: „Deutsche Minderheit in Usbekistan vertritt eigenständig ihre Interessen im Herkunftsland, entwickelt ihre ethnokulturelle Identität und gestaltet aktiv ihre Brückenfunktion zwischen Deutschland und Usbekistan.“ Es ist den Teilnehmern gelungen, in regen Diskussionen, am Projekt beteiligte Akteure gemäß ihrer Bedeutung zu identifizieren und ihre besonderen Einflussmöglichkeiten auf Veränderungen im Projekt zu vergegenwärtigen und graphisch darzustellen.

So wurden primäre Akteure, die unmittelbar vom Projekt betroffen sind, sekundäre Akteure, die vorübergehend am Projekt beteiligt sind, und Schlüsselakteure bzw. Vetoplayer, die einen besonderen Einfluss auf den Projektverlauf haben, unterschieden. Diese Akteurslandkarte wurde für den Zeitraum 15. Oktober bis 16. November gefertigt und wird im kommenden Jahr aktualisieret. Gegebenenfalls kann man an Hand der Veränderungen und Schlussfolgerungen über die Beteiligung der Akteure am Projekt ziehen, um entsprechend zu handeln. Dieser Überblick zeigt eine gemeinsame Sicht auf die Verteilung der Kräfte im Projekt aller vier Kulturzentren in Usbekistan. Darüber hinaus wird jedes Zentrum eine eigene lokale Akteurslandkarte ausarbeiten.

Akteurslandkarte
In Usbekistan leben heute noch rund 10.000 Angehörige der deutschen Minderheit. Sie werden von der Bundesrepublik Deutschland gefördert, damit sie eigenständig ihre Interessen im Herkunftsland vertreten, ihre ethnokulturelle Identität entwickeln sowie aktiv ihre Brückenfunktion zwischen Deutschland und Usbekistan gestalten. Maßnahmen werden dafür in folgenden Bereichen realisiert: Kultur-, und Jugendarbeit, Förderung der Selbstorganisation, Eliteförderung und soziale Hilfen. Um diese Ziele zu erreichen, organisiert die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Auftrag des Bundesministeriums des Innern (BMI) und in Kooperation mit vier deutschen Kulturzentren verschiedene Projekte. Ein umfangreiches Fortbildungs– und Freizeitangebot für die deutsche Minderheit sowie die Gewährung sozialer Hilfen für Bedürftige sollen die Basis dafür bilden, dass die Minderheit ihre eigene Identität bewahrt und weiterentwickelt und ihre Lebensbedingungen verbessert werden.

Abduwachid Sulejmanow ist 34 Jahre alt und kommt aus Taschkent (Usbekistan). Dort studierte er Deutsch an der Weltsprachen-Universität. Danach absolvierte er in Leipzig ein Aufbaustudium Deutsch als Fremdsprache und studierte in Magdeburg Friedens– und Konfliktforschung. 

Abduwachid Sulejmanow

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