Ende Mai fand in München Multiplikatorenschulung Planspiel „KuK hin – KuK her“ statt. Ifa (Institut für Auslandsbeziehungen) und die CIVIC – Institut für internationale Bildung initiierten das internationale Treffen. Der Kurs sollte die Teilnehmer darin ausbilden, Planspiele als Methode der politischen Bildung eigenständig durchzuführen.

 

Das Workshopangebot galt Angehörigen der deutschen Minderheit. Die Teilnehmenden sollten Interesse an der Organisation und Durchführung von Projekten und Veranstaltungen der politischen Bildung mitbringen.
Eine Gruppe aus Menschen verschiedenen Alters und verschiedener Berufe aus Deutschland, Rumänien, Polen, Ungarn, Österreich, Russland, Kirgisistan, Lettland, Kasachstan und der Ukraine konnte innerhalb der drei Tage viel über sich und andere lernen. Jeder übernahm eine Rolle und füllte das Planspiel selbst mit Leben. Alles erfolgte initiativ, ohne „Drehbuch“. Es gab zwar einen festen Ablauf, aber kein „richtiges“ oder „falsches“ Ergebnis. Daraus ergab sich auch die Spannung für alle Beteiligten. Jede Person hatte einen eigenen persönlichen Hintergrund aus seiner Region und eigene Interessen. Diese Interessen wurden im Planspiel vor dem Hintergrund einer fiktiven Ausgangslage vertreten – dem folgenden Szenario:
„Die deutsche Minderheit in der malerischen Kleinstadt „St. Hannes“ ist in Aufruhr. Das Dörfchen liegt in der ehemaligen sowjetischen Diktatur Krakosien. Nachdem der langjährige Vorsitzende des Minderheitenvereins nicht erneut für sein Amt kandidiert, wird ein Nachfolger gesucht. Dies fällt in aufregende Zeiten: Ein deutsches Bundesamt hat einen Wettbewerb für deutsche Minderheiten ausgeschrieben. Dieser Wettbewerb ist hochdotiert, die stolze deutsche Minderheit von St. Hannes will ihn unbedingt gewinnen. Zur Vollversammlung der Vereinsmitglieder kommen so viele Mitglieder wie selten zuvor: Die distanzierte Russischlehrerin, der Student im Heimaturlaub, die Schuldirektorin, Abgeordnete und andere Würdenträger – die ganze Prominenz des Vereins und viele einfache Mitglieder wollen mitreden.“
Eine methodisch-didaktische Analyse des durchgeführten Planspiels zeigte, dass auf der Basis eines realen oder teilrealen Entscheidungsprozesses die Lernenden zu eigenständigen, selbstverhandelten und nachvollziehbaren Lösungen kommen können. Solche interaktiven Methoden wie Rollen– und Planspiele ermöglichten allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein vertieftes Verständnis von Politik und gesellschaftlichen Prozessen aus der Innensicht der handelnden Akteure.
Planspiele sind in allen Bildungsbereichen sehr beliebt. Planspiele können sowohl an Schulen wie z. B. auch in Verbänden eingesetzt werden. Sie fördern Demokratiekompetenz und helfen bei der Aktivierung von Mitgliedern der DMi in den Gemeinden, Regionen und Ländern. Der spielerische Aspekt stellt eine wichtige Komponente dar, die Methode darf dadurch aber nicht als reine „Spaßmethode“ verstanden werden. Planspiele machen erlebbar, was es bedeutet, sich mit unterschiedlichen Positionen gegenüberzustehen. Sie zeigen also, was Politik bedeutet. Sie machen aber auch Dinge spannend, die vielleicht für manche vorher noch nicht interessant waren.
„KuK hin – KuK her“ dient also auch dazu, die Herausforderungen einer Minderheitenvertretung denjenigen aufzuzeigen, die sich damit vorher noch nicht auseinandergesetzt haben. Gleichzeitig kann im selben Rahmen aber auch engagierten Mitgliedern ein neuer Zugang eröffnet werden, über ihre (Zusammen-)Arbeit nachzudenken. Planspiele und Simulation trainieren aktiv Partizipation und Interessenwahrnehmung für reales Handeln und tragen zu einem vertieften Verständnis komplexer gesellschaftspolitischer Zusammenhänge bei.

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