Beitritt, Beobachterstatus oder Freihandelszone – was läuft da zwischen Usbekistan und der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU)? Vor etwa einer Woche verkündete die Präsidentin des russischen Föderationsrates Walentina Matwienko während eines Besuchs in Taschkent, Usbekistan bereite den Beitritt zu dem russisch dominierten Staatenverbund vor. Die Nachricht schlug ein, denn bislang war das Land nicht als große Triebfeder einer eurasischen Reintegration aufgefallen. Kurze Zeit später bemühte sich der Sprecher des usbekischen Senats Sadyk Safajew, ein wenig Dampf vom Kessel zu nehmen: Was seine Kollegin gesagt habe, sei nichts Außergewöhnliches. Es sei bislang keine Entscheidung über einen Beitritt gefallen, die Frage müsse erst gründlich analysiert werden.

Trotzdem blieb das Thema auch in dieser Woche bestehen. Am Montag wurde ein vom usbekischen Wirtschaftsministerium ausgearbeitetes Konzept für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes bis 2030 veröffentlicht. Darin wird ein Freihandelsabkommen mit der EAWU bis 2021 anvisiert. Die „konsequente Prüfung eines Beitritts des Landes zur EAWU und der WHO“ wird als eine der Prioritäten der Politik bis 2025 genannt. Am gleichen Tag brachte Farid Muhametschin, der stellvertretende Vorsitzende im Komitee des russischen Föderationsrates für Auswärtige Angelegenheiten, einen Beobachterstatus für Usbekistan ins Spiel. „Im nächsten Jahr könnte die Frage darüber entschieden sein, ob Usbekistan in der ersten Etappe Beobachter in der EAWU wird.“

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