Prof. Dr. Matthias Kramer ist im niedersächsischen Thuine geboren und hat in Osnabrück studiert und promoviert. Ab 1995 baute er am Internationalen Hochschulinstitut (IHI) Zittau den Studiengang Betriebswirtschaftslehre auf und übernahm dessen Leitung. Seit Januar 2008 ist der 49-Jährige Prorektor für Forschung und Internationale Beziehungen an der Deutsch-Kasachischen Universität (DKU).
/Foto: Ulf Seegers/

Herr Kramer, seit wann kennen Sie die DKU?

Ich war vor eineinhalb Jahren auf Einladung des ehemaligen Rektors Bodo Lochmann das erste Mal in Kasachstan. Damals ging es darum, Kooperationsmöglichkeiten zwischen dem IHI Zittau und der DKU auszuloten. Die Entwicklungen waren dann so dynamisch, dass ich letzten Endes als Prorektor nach Almaty gekommen bin.

Wie sind ihre ersten Eindrücke von Kasachstan?

Kasachstan ist sehr vielfältig. Bei mir überwiegen auf jeden Fall die positiven Eindrücke. Dennoch gibt es Dinge, bei denen ich mir wünsche, dass wir als DKU helfen können, etwas zu verändern –  beispielsweise die Umweltsituation in Kasachstan, die Logistikbranche oder das Verkehrsaufkommen. Zu diesen Themen können wir durch unsere Studienangebote hoffentlich einige wertvolle Signale setzen.

Welche konkreten Ziele verfolgen Sie während ihrer Zeit in Almaty?

Ich habe mich in Deutschland für drei Jahre beurlauben lassen. Also eine recht lange Zeit in der ich hier einiges gestalten kann. Ich lehre Controlling, Projekt- und Umweltmanagement. Weiterhin will ich an der DKU Forschungskompetenz aufbauen und die Universität international vernetzen. Ich möchte Projekte mit Unternehmen und anderen Hochschulen initiieren. Außerdem leite ich das DAAD-Projekt (Deutscher Akademischer Austauschdienst) zum Export von innovativen Studiengängen an die DKU. Damit wollen wir das Fächerangebot der DKU noch attraktiver machen.

Wie schätzen Sie die Erfolgsaussichten ihrer zahlreichen Vorhaben ein?

Bei einer Reise mit Bundeswirtschaftsminister Glos (CDU) und deutschen Wirtschaftsvertretern, im Herbst letzten Jahres, habe ich gespürt, wie groß das Interesse der deutschen Unternehmen  an gut ausgebildetem Nachwuchs in Kasachstan ist. Genau diesen Bedarf soll die DKU decken helfen. Letztendlich brauchen nicht nur die deutschen Unternehmen in Kasachstan gut ausgebildete Fachkräfte, sondern die gesamte kasachische Wirtschaft leidet an einem Fachkräftemangel, wie der Präsident kürzlich in seiner Botschaft an das Volk offiziell eingestand.

Das Interview führte Ulf Seegers

15/02/08