„Bolaschak“ – auf deutsch „Zukunft“ – heißt das Auslandsstipendienprogramm des kasachstanischen Staates. Es bietet einheimischen Studierenden im Alter zwischen 18 und 35 Jahren die Finanzierung eines Auslandsstudiums, unter der Bedingung, das dabei erworbene Know-how anschließend kasachstanischen Firmen oder Institutionen zur Verfügung zu stellen.

Bild: Annemarie BechertSeit 1994 ermöglicht das Stipendien-Programm „Bolaschak“, kasachstanischen Studenten, ihre Ausbildung vollständig im Ausland zu absolvieren. Dabei übernimmt der Staat einerseits die Kosten des Studienaufenthalts, verlangt aber andererseits, dass der   Stipendiat nach seinem Abschluss mindestens fünf Jahre in kasachstanischen Unternehmen, staatlichen Einrichtungen oder hier angesiedelten internationalen Institutionen arbeitet. Die Idee dahinter ist, westliches Bildungsniveau für die Modernisierung des zentralasiatischen Landes nutzbar zu machen.

Internationale Vielfalt für kasachstanische Studenten

„Bolaschak“ ist eine Chance für Studenten aus Kasachstan, Bildungseinrichtungen und –möglichkeiten von mehr als 630 Universitäten in 30 Ländern, beispielsweise Deutschland, den USA, Russland, Australien, Singapur oder Finnland zu nutzen. Seit 2005 können neben Master und PhD-Anwärtern auch Bachelor-Studenten an dem Programm teilnehmen. Derzeit finanzieren jährlich etwa 3.000 junge Kasachstaner ihr Auslandsstudium über dieses Programm. Das Stipendium soll die Kosten für Studium, Visa, Verpflegung, Literatur, Reise von und nach Kasachstan sowie Telefonanschluss, medizinische Versorgung und Registrierung an den ausländischen Hochschulen abdecken.

Hürden auf dem Weg zum Stipendium

Vorher gilt es jedoch, das Auswahlverfahren hinter sich zu bringen. Zuallererst wird die Kenntnis der Sprache des anvisierten Gastlandes in den Sparten Hören, Lesen und Grammatik geprüft. Danach muss der Bewerber einen psychologischen Test und Gespräche mit einem Psychologen überstehen, ehe er sich zu guter letzt den Fragen einer unabhängigen Expertenkommission stellen darf. Hat man diese Hürden in den Augen der Prüfungskommission erfolgreich genommen, wird das weitere Fortkommen der Bewerber von ihrer Studienrichtung und den jeweils vorherrschenden Erfordernissen Kasachstans bestimmt. Je nachdem, ob zum gegebenen Zeitpunkt eher Ingenieure, Mediziner oder Agrartechniker benötigt werden, oder ein Mangel an ausgebildeten Verwaltungsexperten in staatlichen Institutionen herrscht, werden potenzielle Stipendiaten ausgesiebt oder erhalten letztendlich das erstrebte „Bolaschak“-Stipendium.

Wer plant, mit „Bolaschak“ nach Deutschland zu gehen, sollte wissen, dass auf der Prioritätenliste der kasachstanischen Regierung im Hinblick auf Deutschland derzeit vor allem die Fachrichtungen Ingenieurwissenschaften, Computertechnologie, Verwaltungsmanagement sowie Wirtschafts- und Agrarwissenschaften stehen.

Ausführliche Informationen zum Ablauf des Bewerbungsverfahrens, Beispielaufgaben zum Sprachtest, Informationen zu den Anforderungen an die Bewerber und die benötigte Formulare zum Herunterladen stehen im Internet unter: www.edu-cip.kz.

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